Richtig ist, dass Gezeitenkräfte eine mächtige Energiequelle sind. Das sehen wir bei: Europa (Jupiter) und Enceladus (Saturn).
Hallo Astrofreund,
danke, dass Du das besonders hervorhebst; ich wollte das schon tun, fand aber den passenden Anlass dazu nicht.
Der Dritte im Bunde ist übrigens
Io (Jupiter) mit seinen Vulkanen.
- Das Problem bei Weißen Zwergen: Hier liegt Ralf physikalisch etwas daneben. Die Oberfläche eines Weißen Zwergs ist extrem lebensfeindlich (Gravitation, Röntgenstrahlung). Aber ein Planet um einen Weißen Zwerg könnte theoretisch Milliarden Jahre stabil sein – allerdings ist die "habitable Zone" dort extrem schmal.
Das habe ich einer Publikation vor Jahrzehnten entnommen und damals habe ich in meiner jugendlichen Unerfahrenheit leider noch keinen Wert darauf gelegt, Referenzen konkret aufzuschreiben.
In dieser Publikation wurde argumentiert, dass ein Weisser Zwerg während ca. 50 Milliarden Jahren "wohltemperiert" ist und die Evolution über einen so langen Zeitraum einen Weg finden wird, sich den - völlig zurecht von Dir genannten - widrigen Bedingungen an der Oberfläche eines Weissen Zwerges anzupassen.
Inzwischen wurde viel Forschungsarbeit zum Thema der Entstehung des Lebens geleistet und ich kann nicht beurteilen, inwiefern die damalige Publikation noch dem aktuellen Forschungs- und Kenntnisstand entspricht.
Zur Wortwahl "etwas daneben": ich persönlich würde sogar argumentieren, dass ich "
total daneben" liege, aber ich möchte nicht klüger sein als die Autorenschaft der vorgenannten bzw. leider nicht genannten Publikation, und deswegen diese Möglichkeit nicht von vornherein ausschliessen.
- Titan (Saturn): Dort gibt es kein flüssiges Wasser an der Oberfläche, aber Meere aus Methan und Ethan bei -180°C. Mathematisch gesehen könnten dort völlig andere chemische Prozesse ablaufen.
Auch das besonders hervorzuheben fehlte mir der passende Anlass, deswegen sei auch diese Aussage von Dir ausdrücklich an dieser Stelle zitiert !
- Freifliegende Planeten: Wenn wir einen Mond eines Planeten finden, der ohne Sonne durch die Galaxis rast, wäre das die Bestätigung für Ralf: Energie kommt von innen (Gezeiten/Radioaktivität), nicht von außen.
Na ja, das ist nicht eine Bestätigung für mich, sondern für David Dahlbüdding , Tommaso Grassi , Karan Molaverdikhani , Giulia Roccetti , Barbara Ercolano , Dieter Braun , Paola Caselli:
Habitability of Tidally Heated H2-Dominated Exomoons around Free-Floating Planets
Fazit:
Ein Physiker würde einwenden, dass Ralf die Strahlenbelastung und die chemische Verfügbarkeit vernachlässigt. Ein warmer Ozean allein reicht nicht; man braucht Phosphor, Stickstoff und Kohlenstoff in nutzbarer Form.
Es ist nicht "so einfach", aber Ralf öffnet den Horizont. Wir werden vermutlich keine kleinen grünen Männchen auf fernen Monden finden, aber wir könnten beweisen, dass die "biologische Aktivität" im Universum viel häufiger ist als gedacht, weil sie eben nicht an gelbe Sonnen wie die unsere gebunden ist.
Das gefällt mir, auch wenn es allgemein gehalten ist, aber mehr wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht.
Freundliche Grüsse, Ralf