Das Doomsday-Argument

Bynaus

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Vielleicht kannst du das mit jemandem durchgehen, dem du eher glaubst.

Es geht nicht darum, ob ich dir glaube. Ich würde dir alles glauben, wenn es mich denn überzeugen würde. :)

Ich sehe einfach nicht, warum das DA ausgerechnet für uns nicht gelten soll. Aber wenn du nicht mehr argumentieren willst, ist das schon ok. Trotzdem :D , ich verstehe nicht, wie du auf folgende Aussage kommst:

Die Schätzung nach dem DA ist, wenn sie heute druchgeführt wird, falsch. Weil "heute" kein beliebiger Zeitpunkt ist, sondern ein ausgezeichneter.

Warum soll heute ein ausgezeichneter Zeitpunkt sein? Besser gesagt, warum soll es wahrscheinlicher als die vom DA ohnehin gewährten 5% sein, dass ein heutiger Beobachter nicht-typisch ist? Bzw., warum gilt das ausgerechnet für heute und nicht für, sagen wir, das Mittelalter oder die Römerzeit?

Ich weiss nicht, wie ich anders noch versuchen könnte, dir klar zu machen, warum es für das DA vollkommen egal ist, wie wahrscheinlich das Aussterben der Menschheit ist. Diese "Wahrscheinlichkeit" des Aussterbens ist eine a priori Wahrscheinlichkeit, eine Schätzung, keine empirisch ermittelte Messung. Für das DA zählt aber nur die tatsächliche Existenzzeit der Menschheit, die sich natürlich erst dann angeben lässt, wenn die Menschheit ausgestorben ist (a posteriori). Es geht beim DA nur um die Position eines beliebigen Betrachters relativ zur gesamten Existenzzeit, sei diese nun 200000 Jahre, 210000 Jahre oder 2 Millionen Jahre.

Nimm etwa das Urnenbeispiel: in einer Urne sind X Lose mit fortlaufenden Nummern von 1 bis X. Wenn du nun hinein greifst und ein Los ziehst, dann ist die Chance gross, dass X etwa in der gleichen Grössenordnung liegt wie die gezogene Zahl. Wenn du als Nummer die 12340 ziehst, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass X irgendwo im Bereich von einigen 10000 liegen wird - es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass X einige Milliarden beträgt, genauso wie es unwahrscheinlich ist, dass X = 12341 ist. Genauso funktioniert auch das DA. Es ist völlig irrelevant, welche Prozesse bei der Herstellung der Urne und ihres Inhalts zum Entscheid der Grösse von X geführt haben. Das einzige, was zählt, ist die tatsächliche Grösse von X. So lange alle Lose gleich und ununterscheidbar sind, werden sie auch mit der gleichen Wahrscheinlichkeit gezogen: die Chance, ein "exotisches" Los (sehr klein gegenüber X oder mit sehr kleinem Unterschied zu X) zu ziehen, hängt nur von der Definition von "exotisch" ab, also z.B. von der Wahl von 95% als Grenze für "typisch".
 

Ich

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Warum soll heute ein ausgezeichneter Zeitpunkt sein? Besser gesagt, warum soll es wahrscheinlicher als die vom DA ohnehin gewährten 5% sein, dass ein heutiger Beobachter nicht-typisch ist? Bzw., warum gilt das ausgerechnet für heute und nicht für, sagen wir, das Mittelalter oder die Römerzeit?
Das steht z.B. im Beitrag 54 oder 59.
 

Bynaus

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Die in beiden Beiträgen gemachten Behauptungen sind falsch, und ich habe auch in den jeweils folgenden Beiträgen von mir zu erklären versucht, warum.

In 54 wird von einem falschen Bild des DA ausgegangen. Weder die a priori Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit bald ausstirbt, noch die Frage nach den DA Anwendern spielt eine Rolle (siehe das Beispiel mit den Steintafeln, Beitrag 73).

In 59 wird ein Beispiel konstruiert, wo die Anwendung des DAs keinen Sinn macht, weil man weiss, dass man in einer extremen Situation ist. Dieses Beispiel lässt sich also auf die altbekannte "Neanderthaler-Wiederlegung" des DA zurück führen.
 

Ich

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In 54 wird von einem falschen Bild des DA ausgegangen. Weder die a priori Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit bald ausstirbt, noch die Frage nach den DA Anwendern spielt eine Rolle (siehe das Beispiel mit den Steintafeln, Beitrag 73).
Freilich spielt das eine Rolle. Ich habe nie behauptet, dass die vorhergesagte Restlebensdauer nicht an 95% aller möglichen Vorhersagetagen zutrifft. Ich habe also nicht behauptet, das DA sei falsch.
Ich sagte, dass es nicht gültig ist und meinte das in dem Sinne, dass die von uns zum jetzigen Zeitpunkt gemachte Vorhersage nicht mit 95% Wahrscheinlichkeit eintreten wird.
Und das ist einfach deshalb so, weil wir uns Gedanken über die zukünftige Verweildauer machen, während wir (seit neuestem) mit Kernwaffen in der Hand dastehen.
Wenn es beim Töchterchen einsichtig ist, dass die Anwendung des DA keinen Sinn hat, wieso nicht bei uns? Das hat nichts mit "Extremsituation" zu tun, so extrem muss das gar nicht sein. Das hat damit zu tun, dass die Aussterbenswahrscheinlichkeit in der näheren Zukunft im Vergleich zur bisherigen Zeit erhöht ist. Damit ist eine Abschätzung aufgrund der bisherigen Existenzzeit ungültig.
 

ralfkannenberg

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Und das ist einfach deshalb so, weil wir uns Gedanken über die zukünftige Verweildauer machen, während wir (seit neuestem) mit Kernwaffen in der Hand dastehen.

Hallo Ich,

meine Formel-Herleitung lässt noch auf sich warten, wird wohl eher morgen als heute.

Zu den Kernwaffen: Was gibt Dir die Sicherheit, dass das Existenzzeit-verkürzend ist ? Womöglich ist das "Gleichgewicht des Schreckens" stabilierend, womöglich gibt es den Side-Effekt, dass bei einem "kleineren" Asteroiden-Einschlag, der genügend Staubteilchen in die Atmossphäre wirbelt, dank der Nukleartechnologie ein nuklearer Winter überlebt werden kann.

Hast Du das alles mit einer Wahrscheinlichkeit versehen ?


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Ich

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Zu den Kernwaffen: Was gibt Dir die Sicherheit, dass das Existenzzeit-verkürzend ist ?
Keine Sicherheit, eine plausible Annahme. Weil: bis 1945 konnte sich die Menschheit gar nicht ausrotten, obwohl sie's angestrengt probiert hat. Seitdem kann sie. Also haben wir hier einen völlig neuen Zerfallskanal aufgetan, und damit die Lebensdauer verkürzt.

Freilich kann man jetzt hin und her rechnen, ob jetzt die Menschheit einen Asteroidentreffer besser übersteht als ohne solche Technologien, und sicher hat die Technologie sehr viele gute Seiten, die das Überleben der Menschheit fördern können.
Aber, wie ich schon schrieb: der Mensch hat wesentlich mehr Macht, und auch wenn positive wie negative Auswirkungen möglich sind, so haben die negativen doch eine neue Qualität erlangt: sie sind möglicherweise final.
Also selbst wenn wir bessere Lebensqualität und manche weitere Vorteile haben, das Risiko der Selbstausrottung ist von 0 auf einen endlichen Wert gestiegen.
Ich sag ja, kein Beweis, aber eine plausible Begründung.
 

ralfkannenberg

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Hallo Ich,

Keine Sicherheit, eine plausible Annahme.
wirklich ? ;)

das Risiko der Selbstausrottung ist von 0 auf einen endlichen Wert gestiegen.
Das ist zunächst einmal nur dann von Relevanz, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung des Überlebens durch die Kernwaffen-Technologie unverändert geblieben ist.

Oder in erster Näherung: Wenn durch die Kernwaffen-Technologie das Selbstzerstör-Risiko (inkl. Mutations-Risiko weg vom Homo sapiens) >> Überlebens-Wahrscheinlichkeit ist.

Ansonsten bleibt das DA anwendbar, da man eben keine Zusatzkenntisse hat.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Ich

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Das ist zunächst einmal nur dann von Relevanz, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung des Überlebens durch die Kernwaffen-Technologie unverändert geblieben ist.
Wenn ich richtig deute, meinst du "wenn die Technologie andere Ausrottungsszenarien nicht stärker unterdrückt, als sie eigene hinzufügt".
Das sehe ich als gegeben an.
Nehmen wir mal ~2500 Jahre als die Mindestverweilzeit nach dem DA. In diesen 2500 Jahren sehe ich überhaupt nicht, wie ein natürliches Aussterben, das durch die Technologie dieser Zeit verhindert werden könnte, wahrscheinlicher sein kann als die verschiedenen kurz- bis mittelfristigen neuzeitlichen Methoden, die ganze Art gegen die Wand zu fahren. Nenn's einfach Volatilität: die Macht der Menschheit wird größer, die Zeiten sind schnellebig, die ganzen Höhenflüge ändern nichts, der eine fatale Ausrutscher schon. Müssen ja nicht nur Kernwaffen sein, Biowaffen tun's auch, Umweltverschmutzung Mini Schwarze Löcher aus dem LHC :D - man hat soviele Möglichkeiten, kurzfristig zu erreichen, was bisher nicht ging.
 

ralfkannenberg

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Da hast du mich wieder verloren. Entweder, du invertierst das Problem ganz, spiegelst also auch den Beobachtungszeitpunkt (und die Zeitrichtung), dann ist die Lösung trivial dieselbe.

Hallo Ich,

Du hast natürlich Recht:

Es ist wirklich nicht weltbewegend, herauszufinden, dass wenn man sich in der Hauptzeit befindet, die "tatsächliche Existenzdauer" grösser ist als die Dauer der Frühzeit ... - und natürlich ist die mit 5% Wahrscheinlichkeit sogar grösser als 39*Dauer der Frühzeit, nämlich dann, wenn man sich schon in der Spätzeit befindet. :eek:


Ich hatte mich darauf fixiert, dass man beim DA die Dauer der Frühzeit gleichsetzt mit der bisherigen Existenzzeit setzt; das ist aber kein Problem, da man ja eine kleiner-gleich-Beziehung hat und deswegen nicht geeignet, um einen Widerspruch herzuleiten, sondern im Gegenteil so wie Du schreibst "trivial".

Damit erübrigt sich die Eröffnung eines separaten Threads ...


Sorry für die Umstände, freundliche Grüsse, Ralf
 

ralfkannenberg

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die ganzen Höhenflüge ändern nichts, der eine fatale Ausrutscher schon. Müssen ja nicht nur Kernwaffen sein, Biowaffen tun's auch, Umweltverschmutzung Mini Schwarze Löcher aus dem LHC :D - man hat soviele Möglichkeiten, kurzfristig zu erreichen, was bisher nicht ging.

Treffen sich zwei Planeten im Weltraum. Sagt der eine: "Du siehst aber schlecht aus, bist Du krank ?" - Jammert der andere: "Ja, ich habe den Homo sapiens". Meint der erste: "Das ist nicht so schlimm, das geht schnell vorüber !"


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Bynaus

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@Ich: Jetzt verstehen wir uns. Du willst darauf hinaus, dass deiner Meinung nach einiges darauf hindeutet, dass wir uns heute in einer extremen Situation befinden, naemlich am "extremen" Ende der Existenzzeit der Menschheit. In diesem Fall - mal angenommen, du hast recht - waere natuerlich nicht zu erwarten, dass das DA eine korrekte Voraussage liefert. Einverstanden.

Bloss stimme ich dir nicht zu, dass einiges darauf hindeutet, dass wir uns nahe dem Ende der Existenzzeit der Menschheit befinden ;) . Aber das waere jetzt eine ganz andere Diskussion.
 

Ich

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Ups, so viel Einigkeit auf einmal, da muss ich gleich noch Korinthen kacken:
Bloss stimme ich dir nicht zu, dass einiges darauf hindeutet, dass wir uns nahe dem Ende der Existenzzeit der Menschheit befinden .
Ich sag' ja auch gar nicht, dass es mit der Welt bald zuende geht, und ich geh' auch nicht mit entsprechenden Prospekten hausieren.
Ich sag nur, dass die Wahrscheinlichkeit (pro Zeiteinheit) eines finalen Ereignisses in der nahen Zukunft höher ist als in der bisherigen Vergangenheit. Das kann man begründen mit der plötzlich global gewordenen Macht der Menschheit, oder einfach auch nur mit der Schnellebigkeit der modernen Zeit: pro Zeiteinheit passieren einfach mehr relevante Dinge als im Durchschnitt der letzten 100000 Jahre. Der Untergang der Menschheit, warum auch immer, wäre so ein relevantes Ding, das passieren könnte.
Ich sage also nicht dass wir uns am "extremen" Ende der Existenzzeit der Menschheit befinden und muss eine solche Aussage dementsprechend auch nicht begründen. Ich sage nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür höher ist als in der Zeit zuvor, und das glaube ich begründet zu haben.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bynaus

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Ich sage also nicht dass wir uns am "extremen" Ende der Existenzzeit der Menschheit befinden und muss eine solche Aussage dementsprechend auch nicht begründen.

Du sagst das nicht? Und am Anfang sind wir auch nicht? Dann befinden wir uns also definitiv in der "typischen" Phase mittendrin, und die dauert eben gemäss DA noch zwischen X/39 und 39X Jahre. WENN NICHT, dann sind wir eben nicht in der "typischen" Phase, sondern in der "extremen". Das ist mathematisch einwandfrei und ergibt sich allein aus der Definition der Begriffe "typisch" und "extrem".

Was die "Wahrscheinlichkeit eines finalen Ereignisses" angeht, die ist "a priori" und damit für das DA irrelevant. Am Ende zählt nur, wie lange die Menschheit existiert hat und an welcher Position wir uns relativ dazu befinden.
 

Ich

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Ich sage, dass wir uns mit einer Wahrscheinlichkeit >2,5% (nicht=2,5%) in den letzten 2,5% Verweilzeit befinden.

z.B.
Ich sage also nicht dass wir uns am "extremen" Ende der Existenzzeit der Menschheit befinden und muss eine solche Aussage dementsprechend auch nicht begründen. Ich sage nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür höher ist als in der Zeit zuvor, und das glaube ich begründet zu haben.

Um unabsichtliche Missverständnisse auszuschließen formuliere ich nochmal deutlicher:
Ich sage also nicht dass wir uns mit Sicherheit am "extremen" Ende der Existenzzeit der Menschheit befinden...
Ich sage nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür höher ist als in der Zeit zuvor...
 

ralfkannenberg

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Ich sage, dass wir uns mit einer Wahrscheinlichkeit >2,5% (nicht=2,5%) in den letzten 2,5% Verweilzeit befinden.

z.B.


Um unabsichtliche Missverständnisse auszuschließen formuliere ich nochmal deutlicher:
Ich sage also nicht dass wir uns mit Sicherheit am "extremen" Ende der Existenzzeit der Menschheit befinden...
Ich sage nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür höher ist als in der Zeit zuvor...

Hallo Ich,

damit aber ist die Voraussetzung des DA nicht erfüllt, die eine Gleichverteilung der Wahrscheinlichkeiten für jeden Existenzzeitpunkt fordert.

Ich persönlich indes behaupte ja, dass sich in der Realität die Entitäten mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit noch in der Frühzeit befinden; das begründe ich mit einer "Pseudo-Gleichverteilung der Wahrscheinlichkeiten der Existenzdauern"; Pseudo deswegen, weil diese Gleichverteilung für sehr grosse Existenzdauern kaum gültig ist und diese Voraussetzung somit nur in einer Art "erster Näherung" (hat jetzt nix mit "linear" zu tun) gütlig ist. Beweisen konnte ich dann bislang noch nicht und meine Idee mit dem invertierten DA hat sich ja als unzutreffend erwiesen.

Ein solcher Ansatz liefert insgesamt höhere Rest-Verweildauern als das DA, hat aber den Nachteil einer viel schwierigeren Wahrscheinlichkeitsverteilung während der Existenzzeit.

Wenn man das ganze überprüfen möchte, wird man nicht auf einige Ausnahme-Situation zurückgreifen können, die sowieso "herausgesucht" und somit keine unabhängige Stichproben sind, sondern "zufällige" Auswahlen von Entitäten vornehmen müssen, deren Existenzzeiten bekannt sind und dann die Prozentzahlen mit denen des DA vergleichen. Eine heikle Angelegenheit, in die man vermutlich alles mögliche hineininterpretieren kann.

Vielleicht wäre es insgesamt besser, ein DA+ zu verwenden, bei dem man vom DA ausgeht und das Resultat dann anhand einiger Zusatzannahmen korrigiert, wobei so eine Korrektur durchaus den Wert 0 haben kann und man beim DA bleibt.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Bynaus

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Ich sage nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür höher ist als in der Zeit zuvor...

Ich verstehe. Das ist völlig abwegig. ;)

Die "Endzeit" ist ja beim DA so definiert, dass sie die letzten 2.5% der Zeit / 2.5% der Geburten enthält. Es gibt keinen Grund, warum die Chance grösser sein sollte, das "irgendjemand" eine grössere Chance hat, in dieser Zeit zu leben, als in einer anderen.

Das wäre vielleicht so, wenn du wiedergeboren worden wärst und zu einer Gruppe von besonders Endzeitinteressierten Seelen gehören würdest, die allesamt alles daran gesetzt haben, in der Endzeit geboren zu werden und denen dieser Wunsch auch gewährt wird. Die Tatsache, dass du als Seele besonders Endzeitinteressiert bist und dass dir dieser Wunsch gewährt wird, sorgen dafür, dass die Chance, dass eine Endzeitinteressierte Seele die Endzeit miterlebt statt irgend eine beliebige Zeit, grösser sind. Ein anderes Beispiel wäre, wenn sich Menschen von heute grundsätzlich von den Menschen von früher unterscheiden würden, zumindest insofern, dass frühere Menschen kein richtiges Bewusstsein besassen, also nicht mit uns vergleichbar wären.

Da das aber alles nicht so ist, dann gibt es keinen Grund, warum eine beliebige Person bevorzugt in der Endzeit landen würde. Die Chance dafür ist 2.5%, Punkt.

EDIT: Ich weiss schon, worauf du hinaus willst: nur schon der Umstand, dass wir hier in einem Forum sitzen und über das DA diskutieren, zeigt, dass wir in einer modernen Welt sitzen und moderne Welten haben deiner Ansicht nach eine grössere Chance, sich selbst zu zerstören. Das Problem ist, dass das eben nur deine Ansicht ist. Ralf Kannenberg etwa denkt, dass wir im Gegenteil eher in der Frühzeit sitzen, und natürlich könnt ihr nicht beide recht haben. Du kannst, global gesehen, nicht davon sprechen, dass die Wahrscheinlichkeit, zur "Endzeit" (oder zur "Frühzeit") zu gehören, heute grösser sei als sonst irgendwann, weil du nicht wirklich weisst, ob die moderne Technik die Welt tatsächlich unsicherer gemacht hat und die Menschheit letztlich zum Untergang führt - oder eben nicht, sondern im Gegenteil die Chance erhöht, dass wir die nächsten Jahrtausende überleben, oder ohne grosse Auswirkung bleibt. Das sind eben zwei völlig verschiedene "Wahrscheinlichkeiten", von denen wir hier sprechen. Die "a priori"-Wahrscheinlichkeit, eine Einschätzung, wie wahrscheinlich es ist, dass die Menschheit noch soundso lange durchhält, und die "a posteriori"-Wahrschienlichkeit des DA. So lange du die Zukunft nicht wirklich kennst, kannst du keinerlei Aussagen darüber machen, in welchem Teil der DA-Phasen wir uns befinden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ich

Registriertes Mitglied
Die "Endzeit" ist ja beim DA so definiert, dass sie die letzten 2.5% der Zeit / 2.5% der Geburten enthält. Es gibt keinen Grund, warum die Chance grösser sein sollte, das "irgendjemand" eine grössere Chance hat, in dieser Zeit zu leben, als in einer anderen.
Wir sind nicht irgendjemand.
Da das aber alles nicht so ist, dann gibt es keinen Grund, warum eine beliebige Person bevorzugt in der Endzeit landen würde. Die Chance dafür ist 2.5%, Punkt.
Du drischst hier seit ~40 Beiträgen auf Strohmänner ein. Ich sage, dass wir weder irgendjemand noch eine beliebige Person sind. Also nützt es nichts, mir zu erklären, was für Irgendjemande und beliebige Personen zutrifft.
Ich weiss schon, worauf du hinaus willst: nur schon der Umstand, dass wir hier in einem Forum sitzen und über das DA diskutieren, zeigt, dass wir in einer modernen Welt sitzen und moderne Welten haben deiner Ansicht nach eine grössere Chance, sich selbst zu zerstören.
Ja.
Das Problem ist, dass das eben nur deine Ansicht ist.
Nein.
Vor Tausend Jahren hatte die Menschheit keine Möglichkeit, sich selbst zu zerstören. Jetzt gibt es die. Das ist Fakt und keine Ansicht.
Was diskutierbar wäre ist, was Ralf Kannenberg angesprochen hat: Dass moderne Technik in den nächsten Jahrhunderten größere Zerfallskanäle schließt als sie neue aufmacht. Das glaube ich aber nicht:
Vor Tausend Jahren hätte es z.B. gar keine globale Seuche geben können, die die Menschheit ausrottet. Jetzt schon, weil die Welt vernetzt ist. Zusätzlich ist mir kein Präzedenzfall bekannt, wo eine weitverbreitete, stabile Art kurzfristig von einer natürlichen Seuche ausgerottet worden wäre. Künstliche Seuchen mögen da effektiver sein, und die Wissenschaft der Seuchenerzeugung steckt noch in den Kinderschuhen.
Eiszeiten, Vulkanismus, Dürre, Nahrungsmangel etc. betreffen nie die gesamte Menschheit. Die hat sich auf alle möglichen Ökosysteme akklimatisiert, da bleiben immer große Nischen. Da sähe ich auch kein Risiko für die nächsten Jahrhunderte, weil die Menschheit einfach viel zu diversifiziert gewesen wäre (mir fällt kein Irrealis Futur ein).
Globales Extinktionsereignis: p~0,02*10^-6/a. Marginal.
Also: wie hätte denn die Menschheit umkommen sollen in den nächsten paar hundert (oder tausend) Jahren? Und wenn es solche relevanten Möglichkeiten gäbe, könnte die Technik sie wirklich ausschließen? Und wenn sie sie ausschließen könnte, wie könnte man argumentieren, dass das so verhinderte Risiko größer wäre als die Risiken, denen eine mächtige, global handelnde, global vernetzte Menschheit durch ihr eigenes Handeln ausgesetzt ist?
Ralf Kannenberg etwa denkt, dass wir im Gegenteil eher in der Frühzeit sitzen, und natürlich könnt ihr nicht beide recht haben.
Natürlich können wir beide Recht haben.
So lange du die Zukunft nicht wirklich kennst, kannst du keinerlei Aussagen darüber machen, in welchem Teil der DA-Phasen wir uns befinden.
Das ist doch Blödsinn. Das DA macht eine Wahrscheinlichkeitsaussage über unsere Zugehörigkeit zu einer Phase, ohne irgendwas über die Zukunft zu kennen.
Und ich mache eine Wahrscheinlichkeitsaussage über unsere Zugehörigkeit zu einer Phase, wobei ich etwas über die Zukunft zu kennen glaube: nämlich ein in den nächsten Jahrhunderten erhöhtes Risiko, hops zu gehen.

ralfkannenberg schrieb:
damit aber ist die Voraussetzung des DA nicht erfüllt, die eine Gleichverteilung der Wahrscheinlichkeiten für jeden Existenzzeitpunkt fordert.
Genau das und nichts anderes behaupte ich hier seit Beitrag #54. Weil die Voraussetzung nicht erfüllt ist, trifft das DA für uns nicht zu.
 

Schnapprollo

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Moinz Gemeinde,

da will ich mal mein Senf auch noch zugeben.

Ich schrieb:
Vor Tausend Jahren hatte die Menschheit keine Möglichkeit, sich selbst zu zerstören.

Gut, nach der Bibel hat ein Herr Onan einfach in den Sand gew*** ==> Ende der Menschheit.

Zum Glück hat aber Mutter Natur einige Sicherheiten eingebaut. Zum einen die Intronen in der DNS, die zwar das Aussterben der Menschheit nicht verhindern, aber die Entwicklung zum Menschen, auch aus Bruchstücken der DNS, immer wieder ermöglichen (auch abseits der Doom-Mathematik!- 'Gott' sei Dank) kann.
Und dann wäre noch die Evolution als Solches. Ich nehme mal an, dass -außer ein paar Main-Flatliners - kein 'Vernunftbegabter' auf die Idee käme, dass der Mensch die 'Krone der Schöpfung' ist - 'da geht noch was'.

;)

Gunter
 

MichaMedia

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Und dann wäre noch die Evolution als Solches. Ich nehme mal an, dass -außer ein paar Main-Flatliners - kein 'Vernunftbegabter' auf die Idee käme, dass der Mensch die 'Krone der Schöpfung' ist - 'da geht noch was'.

Wenn dann aber nicht mehr viel, nach meinem Wissen soll die kompexe Struktur unseres Gehirns schon ziemlich nah dem Ende der Möglichkeit sein.

Kann aber auch sein das der Lesch mißt erzählt ^^

Gruß Micha
 
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