Hallo Ralander,
ich bezweifle diese These, zumindest ihre langfristige Aussage.
Wir haben nur das Beispiel der irdischen Biosphäre, als über sehr lange Zeit funktionierendes System. Die Lebewesen der irdischen Biosphäre sind aber nicht friedlich. Nicht einmal die Pflanzen. Sie stehen in einem außerordentlich harten Wettbewerb untereinander, bei dem permanent der allergrößte Teil, meistens durch Nahrungsmangel und als Futter auf der ‚Strecke‘ bleibt.
Es gibt auf dem Wege zur galaktischen Zivilisation für jede Zivilisation zumindest einen Flaschenhals.
Die Fähigkeit genügend Energie einzusetzen um den solaren und den interstellaren Raum zu erreichen, geht untrennbar einher mit der Fähigkeit genügend Energie einzusetzen, auch um die lokale Biosphäre so zu schwächen, daß sie vorrübergehend, oder permanent nicht mehr als Grundlage der eigenen Existenz taugt.
Dem wirkt entgegen die aktive Ausbreitung der Biosphäre auf sehr viele autarke Systeme (z.B. Habitate im Sonnensystem und in allen Sonnensystemen). Ist das erst mal eingeleitet, wird eine komplette Zerstörung (jetzt nicht mehr nur einer Keimzelle) zunehmend schwieriger. Ab dann kann man aber, wenn auch in anderem Maßstab, die gleichen Regeln, wie sie in der irdischen Biosphäre gelten, auch auf den nun größeren Verteilungsraum annehmen. Sicher nicht 1:1, aber mit großer Selbstähnlichkeit. Und die ist weder friedlich, noch braucht sie permanent moralisch hochstehendes Handeln.
Es bleibt die Frage, ob dieser Flaschenhals genügend häufig noch im Stadium nur einer einzigen Keimzelle unüberwindlich geblieben ist, als einer von vielen denkbaren Gründen für das Fermi-Paradoxon.
Herzliche Grüße
MAC