Artemis II: NASA-Mondmission mit europäischer Beteiligung vor dem Start

albertus

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Dazu gibt es sehr wohl konkrete Festlegungen. Die Grundlage ist das Gateway-Abkommen zwischen NASA und ESA. Als Gegenleistung für die ESM-Module und europäische Technik hat die ESA drei garantierte Plätze für europäische Astronauten im Artemis-Programm erhalten.

Nach der jüngsten Umplanung des Artemis-Fahrplans (Stand Februar/April 2026) ist für Artemis IV im Jahr 2028 der erste dieser Plätze fest für einen ESA-Astronauten reserviert. Dass die ESA hierfür ihre erfahrensten Leute wie Alexander Gerst oder Matthias Maurer ins Rennen schickt, ist kein Geheimnis und wurde von der ESA-Führung mehrfach kommuniziert. Wer am Ende den Fuß auf den Boden setzt, entscheiden die finalen Missions-Protokolle – aber der Platz in der Kapsel Richtung Mond ist vertraglich fixiert.
 

albertus

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Ja, die drei Plätze sind Teil des Tauschgeschäfts (Barter-Agreement) für die ESM-Module und die Gateway-Beiträge (I-HAB und ESPRIT). Es ist also kein "Goodwill" der NASA, sondern eine vertragliche Verpflichtung.
 

ralfkannenberg

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Wer am Ende den Fuß auf den Boden setzt, entscheiden die finalen Missions-Protokolle – aber der Platz in der Kapsel Richtung Mond ist vertraglich fixiert.
Hallo Astrofreund,

da weiss man sogar schon etwas mehr:

Vier Astronauten sollen in einem Orion-Raumschiff auf einer SLS-Rakete vom Kennedy Space Center starten. Parallel dazu soll eine Mondlandefähre von SpaceX oder Blue Origin bereitgestellt werden. Im Mondorbit sollen zwei der Raumfahrer, darunter mindestens eine Frau, in die Landefähre umsteigen, um für etwa eine Woche die Südpolregion des Mondes zu besuchen.

Und die Möglichkeit, dass in die Landefähre 2 Frauen umsteigen, wird durchaus wohlwollend in Betracht gezogen:

Bridenstine: All-Female Artemis Crew Definitely a Possibility (Marcia Smith)


Um Euch nicht unnötig zu verärgern möchte ich aber betonen, dass für mich dieser Aspekt aus dem Wikipedia-Artikel im Vordergrund steht:

Im Erfolgsfall wäre es die erste Landung von Menschen auf dem Mond seit Apollo 17 im Jahr 1972.

Aber warum nicht das eine mit dem anderen verbinden ?


Freundliche Grüsse, Ralf
 
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Monod

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Aber warum nicht das eine mit dem anderen verbinden ?
Und warum sollte man das eine mit dem anderen verbinden sollen? Warum sollte man hier überhaupt eine Geschlechteraufteilung berücksichtigen müssen? Kann man das nicht einfach mal den Leuten überlassen, die damit unmittelbar befasst sind, hier eine Entscheidung gemäß eigener Kompetenz zu treffen, statt irgendwelchen Vorgaben zu entsprechen, die von externer Seite her gesetzt werden, weil es einigen Leuten gerade mal politisch opportun erscheint? Warum muss man das hier überhaupt zum Thema machen? Kann man so etwas nicht einfach mal auf sich beruhen lassen und sich stattdessen auf die Ziele und Inhalte sowie die technische Ausstattung der Mission konzentrieren?

Fragen über Fragen, die sich nicht stellen würden, wenn manche Zeitgenossen sich einfach mal nur auf das Thema konzentrieren würden, um das es hier geht und es unterlassen könnten, hier ungefragt und offensichtlich auch unerwünscht zu versuchen, den Thread zu derailen.
 

ralfkannenberg

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Fragen über Fragen, die sich nicht stellen würden,

wenn manche Zeitgenossen sich einfach mal nur auf das Thema konzentrieren würden, um das es hier geht und es unterlassen könnten, hier ungefragt und offensichtlich auch unerwünscht zu versuchen, den Thread zu derailen.
Lieber Monod,

wenn Dir die Inhalte der beiden von mir genannten Referenzen nicht gefallen, dann mögest Du Dich bitte an die Autorenschaft wenden statt (wieder einmal) mich blöde anzumachen.

Deine Vermutung, dass sich diese Fragen nicht stellen würden, verwundert mich insofern, dass es (mindestens) 2 Referenzen gibt, in denen sich Leute die Mühe gemacht haben, etwas dazu zu schreiben und auch zu entscheiden.

Allerdings muss ich einräumen, dass es auch mir übertrieben scheint, einer Frau einen fixen Landeplatz zuzusichern. Zwar sehe ich keinen Grund für eine Annahme, dass Männer oder Frauen für diese Aufgabe besser qualifiziert seinen, das heisst ich würde im statistischen Mittel einen Frauenanteil von 50% erwarten. Mit dem fixen Landeplatz indes ist der Frauenanteil im statistischen Mittel echt grösser als 50%, da die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau den zweiten Landeplatz zugesprochen erhält, echt grösser als 0% ist. - Andererseits hat die Erfahrung gelehrt, dass bisher der Frauenanteil deutlich unter 50% lag, was man nun offenbar korrigieren möchte. Mir persönlich wäre es jedenfalls deutlich lieber, wenn das nicht aufgrund einer "Quote", sondern aus Überzeugung passieren würde; das hätte dann auch den Vorteil, dass wenn unter den Kandidatinnen keine dabei ist, die anhand objektiver Kriterien für einen Landeplatz ausgewählt werden kann, dann eben 2 Männer auf dem Mond landen. Und dass wenn zwei Frauen auf dem Mond landen, niemand von einer Sensation schreiben würde, sondern eine solche Auswahl völlig normal wäre.

Zum Gelingen einer solchen Mission wäre es meiner Meinung nach jedenfalls ideal, wenn die am besten geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt würden.

Kann man so etwas nicht einfach mal auf sich beruhen lassen und sich stattdessen auf die Ziele und Inhalte sowie die technische Ausstattung der Mission konzentrieren?
Weil die Auswahl der Besatzung neben technischen Fragestellungen auch zu einer solchen Mission gehört und die systematische und starke Abweichung des statistischen Mittels des Frauenanteils von 50% nach unten in der Vergangenheit meiner Einschätzung nach nicht dem Zufall geschuldet ist.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

Monod

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Zum Gelingen einer solchen Mission wäre es meiner Meinung nach jedenfalls ideal, wenn die am besten geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt würden.
Genau. Und das wollen wir doch mal den Leuten überlassen, die diese Auswahl treffen. Egal, ob es sich dabei nun um Männer oder Frauen handelt - die Eignung ist entscheidend und nicht irgendeine aufgesetzte Quote ...
 

albertus

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Update zu Artemis II und den aktuellen Mond-Aktivitäten (Stand Ende April 2026)

Nachdem wir hier zuletzt in der Theorie der Quaternionen und Koordinatensysteme gesteckt haben, lohnt sich ein Blick auf die reale Umsetzung im All. Seit dem 25.04. gibt es einige interessante Entwicklungen, die zeigen, dass die "neue Ära" der Raumfahrt gerade erst richtig Fahrt aufnimmt:

1. Artemis II – Die Datenanalyse läuft auf Hochtouren Nach der erfolgreichen Wasserung der Orion-Kapsel am 11. April (mit dem neuen Entfernungsrekord von ca. 400.000 km für bemannte Missionen) wertet die NASA seit letzter Woche die Telemetrie aus. Besonders spannend für uns "Technik-Nerds": Der modifizierte Hitzeschild scheint die Belastungen beim Wiedereintritt tadellos überstanden zu haben. Die Präzision der Flugbahn – ein Musterbeispiel für angewandte Himmelsmechanik – war beeindruckend.

2. SpaceX: Der kritische Punkt "Treibstofftransfer" Für die geplante Landung mit Artemis III ist das Starship als HLS (Human Landing System) gesetzt. Aktuelle Berichte vom Testgelände in Texas deuten darauf hin, dass SpaceX beim "Ship-to-Ship"-Transfer von kryogenem Treibstoff im Orbit Fortschritte macht. Ohne dieses "Tanken im All" bleibt der Mond für das schwere Starship unerreichbar – mathematisch und energetisch eine enorme Herausforderung.

3. Blue Origin: Ein kleiner Dämpfer für New Glenn Jeff Bezos’ Firma hatte am 19. April leider einen Fehlschlag bei einem New-Glenn-Startversuch zu verzeichnen. Das ist deshalb relevant, weil diese Rakete den Blue Moon Lander (Mark 1) transportieren soll. Trotzdem hält man am Ziel einer unbemannten Testlandung in den kommenden Monaten fest. Es bleibt also ein spannendes Rennen zwischen den Anbietern.

4. Chinas Chang’e 7 im Anflug Auch im Osten schläft man nicht. Die Vorbereitungen für Chang’e 7 laufen auf Hochtouren. Die Sonde soll noch dieses Jahr oder Anfang 2027 am Südpol nach Wassereis suchen. Damit bereitet China konsequent die Landung ihrer Taikonauten vor, die für 2030 angepeilt ist.

Mein Fazit: Es ist faszinierend zu sehen, wie die Theorie, mit der wir uns hier im Kleinen beschäftigen (aktuell bei mir die Orbitmechanik nach Maiwald), die Grundlage für diese gigantischen Unternehmungen bildet. Die 65 Jahre bemannte Raumfahrt, die wir gerade feiern, waren erst der Anfang.
 

albertus

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Raumfahrt-News-Ticker: Update vom 27. April 2026​

Hier die wichtigsten Schlagzeilen des Tages für alle Technik- Astronomie- und Raumfahrtbegeisterten:

1. Falcon Heavy: Doppel-Spektakel über Florida​

SpaceX macht heute wieder Ernst. Vom Kennedy Space Center (LC-39A) soll eine Falcon Heavy abheben, um den Kommunikationssatelliten ViaSat-3 in den Orbit zu befördern. Das Highlight für alle Dynamik-Fans: SpaceX plant heute die simultane Rückkehr beider Seitenbooster zu den Landezonen LZ-1 und LZ-2. Wenn das Wetter mitspielt, sehen wir zwei Raketenstufen zeitgleich aus dem Himmel herabstechen – ein Meisterwerk der Flugregelung.
Heute Nacht (MESZ) steht das Kennedy Space Center unter Dampf. Eine Falcon Heavy bringt den massiven Kommunikationssatelliten ViaSat-3 Amerikas (ca. 6 Tonnen) ins All.
  • Das Flugprofil: Nach der Trennung werden die beiden Side-Booster ein synchrones "Boost-back Burn" durchführen und nahezu zeitgleich auf den Landezonen LZ-1 und LZ-2 in Florida aufsetzen. Die Zentralstufe wird diesmal nicht geborgen, da die schwere Nutzlast die gesamte Treibstoffreserve für den Einschuss in den Geostationären Orbit benötigt.
  • Live dabei: Schaut auf dem SpaceX-YouTube-Kanal oder direkt unter spacex.com/launches.
  • Fakt am Rande: Die 27 Merlin-Triebwerke erzeugen beim Lift-off ca. 22.000 kN Schub – ein absolutes Kraftpaket!

2. Artemis II: Die Daten-Schatzsuche beginnt​

Gut zwei Wochen nach dem erfolgreichen Splashdown der Artemis-Crew (10. April) läuft die Auswertung der Flugdaten auf Hochtouren. Ingenieure der NASA und des DLR vergleichen derzeit die realen Messwerte der Orion-Kapsel mit den Vorhersagemodellen. Besonders im Fokus: Die thermische Belastung und die Flugstabilität beim Wiedereintritt. Diese Validierung ist entscheidend für die Sicherheit künftiger Missionen.

3. Blue Origin: Ursachenforschung bei New Glenn​

Nach dem dritten Testflug der New Glenn am vergangenen Freitag (20. April) steht das Team unter Druck. Während die Erststufe wie geplant auf dem Schiff landete, gab es Unregelmäßigkeiten bei der Zündung der Oberstufe, wodurch die Nutzlast einen zu niedrigen Orbit erreichte. Heute werden die Telemetrie-Daten der Triebwerkssteuerung analysiert, um die Software für den nächsten Start im Sommer nachzujustieren.

4. Blick in den Nachthimmel (Dresden & Umgebung)​

Für alle, die heute Abend nach dem Feierabend abschalten wollen:
  • Der Mond: Er präsentiert sich heute als imposanter Dreiviertelmond (ca. 87 % beleuchtet) und dominiert den Nachthimmel. Am 1.Mai 11:23 MESZ (Dresden) haben wir Vollmond, auch Blumenmond, Wonnemond, Milchmond oder Pflanzmond genannt. Zu sehen erst Abends ab 20:17 (Sonnenuntergang 20:23). Da in 29,5 Tagen immer noch Monat Mai ist, sehen wir einen zweiten Vollmond am 31.Mai 2026 ab 10;45 Uhr. Dann Bluemond genannt, auch wenn da nix blau ist. Aber besonders beeindruckend kurz nach Mondaufgang, wenn der Mond durch optische Täuschung weitaus größer erscheint, als er ist. Vergleicht mal mit Blick durch Fotolinse o.ä.
  • Planeten-Check: Der Gasriese Jupiter ist in der Abenddämmerung noch kurz tief im Westen sichtbar (20:45) , bevor er sich in den kommenden Wochen für eine Weile von unserem Nachthimmel verabschiedet. Mars steht nahe am Jupiter, aber lichtschwächer und kaum zu sehen. Die anderen Planeten stehen z.Zt. nahe an der Sonne. Also zwischen 22:30 Uhr und ca. 03:00 Uhr ist keiner zu sehen. Aber da strahlt der zunehmende Mond ohnehin über den Himmel.

„In der Raumfahrt ist die Theorie nur so gut wie die Daten, die sie bestätigen.“ – In diesem Sinne: Viel Erfolg bei euren eigenen Berechnungen!
 
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albertus

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Sorry, für alle die heute bei der Landung dabei sein wollen ...
Update zur Landezone (Korrektur): Ein wichtiges technisches Detail für die heutige Mission: Anders als bei früheren Flügen landen die beiden Side-Booster diesmal nicht auf LZ-1 und LZ-2, sondern auf LZ-2 und LZ-40. SpaceX nutzt damit erstmals die neue Infrastruktur am Space Launch Complex 40 für eine Doppel-Landung. Ein echtes Novum in der Fluglogistik!
 

albertus

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Update vom 27.04.2026 – 18:40 Uhr:

Die Raketenphysik ist ein geduldiges Geschäft! SpaceX musste den Start heute bei T-minus 23 Sekunden wegen des Wetters abbrechen. Die 27 Triebwerke blieben stumm.

Neuer Termin: Morgen, Dienstag (28.04.), zur fast gleichen Zeit.

Besonders spannend für die Technik-Nerds hier: SpaceX hat bestätigt, dass wir morgen eine Weltpremiere sehen. Die simultane Landung erfolgt nicht wie gewohnt auf LZ-1/2, sondern auf LZ-2 und dem brandneuen LZ-40. Einer der Booster ist zudem ein echter Methusalem und bestreitet morgen seinen 22. Flug!
Die beiden Seitenbooster trennen sich dazu früh genug ab, um mit ihren Reserven die spektakuläre Doppel-Landung auf LZ-2 und LZ-40 zu absolvieren.

Warum bei dieser Mission die Zentralstufe geopfert wird...​

Viele fragen sich morgen bestimmt, warum SpaceX eine so gewaltige Raketenstufe im Atlantik versenkt, statt sie wie üblich auf einem Drohnenschiff zu landen. Die Antwort liegt in der reinen Physik der Mission. Um die 6,6 Tonnen des ViaSat-3 Satelliten in einen hochelliptischen Geostationären Transferorbit (GTO) zu bringen, wird jede Sekunde Schubkraft benötigt.

Für eine Landung der Zentralstufe müsste diese enorme Mengen Treibstoff für den Rückflug und das Abbremsen (Entry- und Landing-Burn) einplanen. Da dieses Gewicht aber für den Weg nach oben fehlt, fliegt die Falcon Heavy im „Expendable Mode“. Das heißt: Maximale Power für die Fracht, Verzicht auf die Bergung der Mitte.

Der Flugplan in Zahlen: Telemetrie & Zeitplan​

Hier sieht man deutlich, welche gewaltigen Geschwindigkeiten erreicht werden müssen, damit der Satellit später seinen Zielpunkt in ca. 35.786 km Höhe erreicht:

Zeit nach Start (T+)EreignisHöhe (ca.)Geschwindigkeit (ca.)
00:01:09Max Q (Max. Druckbelastung)13 km1.600 km/h
00:02:25Trennung der Seitenbooster70 km9.000 km/h
00:03:54Trennung der Zentralstufe (MECO)150 km18.000 km/h
00:27:33Zweites Abschalten (SECO-2)250 km35.000+ km/h
04:57:31Aussetzen des SatellitenGTO-Einschuss

Fokus: Belastung während Max Q​

Ein kritischer Punkt für jede Simulation ist Max Q (Moment der maximalen aerodynamischen Belastung). Bei etwa T+ 01:09 Minuten erreicht die Rakete in rund 13 km Höhe den Punkt, an dem der mechanische Druck der Atmosphäre auf die Struktur am stärksten ist.

Da die Falcon Heavy mit ihren drei Boostern eine enorme Angriffsfläche bietet, müssen die Triebwerke kurzzeitig gedrosselt werden, um die strukturelle Integrität nicht zu gefährden. Wer eigene Simulationen durchführt, sollte genau hier auf die Stabilitätswerte achten – ein Fehler bei der Berechnung des dynamischen Drucks in dieser Phase ist meist fatal.

Warum Max Q schon bei 1600km/h (etwa Mach 1.3)? Die Rakete erreicht später ja über 35.000 km/h. Die Antwort liegt im Zusammenspiel von Geschwindigkeit und Luftdichte.

Warum Max Q so "langsam" eintritt
Der aerodynamische Druck (q) berechnet sich nach der Formel:

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Dabei ist
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(Rho) die Luftdichte und v die Geschwindigkeit.
  • In Bodennähe: Die Luftdichte (
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    ) ist sehr hoch, aber die Geschwindigkeit (v) der Rakete ist noch gering. Der Druck ist also niedrig.
  • Im Weltraum Die Geschwindigkeit (v) ist extrem hoch (über 20.000 km/h), aber es gibt keine Luft mehr (
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    rund 0). Der Druck ist also null.
  • Bei Max Q (ca. 13 km Höhe): Hier trifft das "schlimmste" Szenario zusammen. Die Rakete ist bereits schneller als der Schall, befindet sich aber noch in den dichteren Schichten der Atmosphäre.
Würde die Rakete in dieser geringen Höhe bereits 5.000 km/h fliegen, würde sie durch den gigantischen Luftwiderstand einfach zerbrechen oder verglühen. Deshalb drosselt SpaceX die Triebwerke bei T+ 01:00 min sogar kurzzeitig ab ("Throttle down"), um die mechanische Belastung unter dem Limit zu halten, und gibt erst danach – wenn die Luft dünner wird – wieder Vollgas.

Das Ziel: Der Geostationäre Transferorbit (GTO)​

Die Rakete gibt dem Satelliten im erdnahen Bereich (Perigäum) so viel Schwung mit, dass dieser durch seine reine Trägheit bis auf die Zielhöhe von fast 36.000 km "hochschwingt". Erst dort übernimmt der Satellit mit seinem eigenen Antrieb, um die Bahn zu kreisförmig zu stabilisieren.
Für die astronomische Einordnung der heutigen Mission hier die genauen Zielparameter:
  • Zielorbit (GTO): Der Satellit wird in einem hochelliptischen Geostationären Transferorbit ausgesetzt. Das Apogäum liegt bei ca. 35.786 km.
  • Umlaufzeit im GEO: Nach Erreichen der kreisförmigen Bahn beträgt die Umlaufzeit exakt einen siderischen Tag (23h 56m 04s). Dies entspricht der Zeit einer vollen 360°-Rotation der Erde relativ zum Fixsternhintergrund.
  • Bahncharakteristik: Nur durch diese exakte Synchronisation mit der Erdrotation verbleibt der Satellit für einen Beobachter am Boden stationär auf seiner Position über dem Äquator.

Die finale Phase der Falcon Heavy​

Um diese Präzision zu erreichen, führt die Oberstufe nach einer mehrstündigen Freiflugphase (Coast Phase: Da gleitet die Oberstufe antriebslos bis zum Äquator, um dort mit einer letzten, kurzen Zündung (SES-3) die Bahn perfekt zu korrigieren, bevor sie den Satelliten bei T+ 04:57:31 freigibt) eine dritte Zündung (SES-3) durch. Erst dieser finale "Burn" im Bereich des Äquators hebt das Perigäum an und minimiert die Bahnneigung (Inklination), um den Satelliten so nah wie möglich an seinen endgültigen Arbeitsplatz zu bringen.

Drücken wir die Daumen, dass der Wettergott morgen mitspielt.
 
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ralfkannenberg

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  • Planeten-Check: Der Gasriese Jupiter ist in der Abenddämmerung noch kurz tief im Westen sichtbar (20:45) , bevor er sich in den kommenden Wochen für eine Weile von unserem Nachthimmel verabschiedet. Mars steht nahe am Jupiter, aber lichtschwächer und kaum zu sehen.

„In der Raumfahrt ist die Theorie nur so gut wie die Daten, die sie bestätigen.“ – In diesem Sinne: Viel Erfolg bei euren eigenen Berechnungen!
Hallo Astrofreund,

das stimmt irgendwie überhaupt nicht: der Jupiter steht auch jetzt noch hoch am Himmel und hat auch keinen Mars in seiner Nähe.

Tief im Westen steht allerdings die helle Venus, vielleicht hast Du diese gemeint. Und gemäss "Das Himmelsjahr" steht der Mars zu sehr in Sonnennähe, um gesehen zu werden; tatsächlich findet sich ein roter Stern 1.Grösse im Westen, das ist der Fixstern Aldebaran im Sternbild Stier.


Freundliche Grüsse, Ralf
 

albertus

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Hallo Ralf, danke für die aufmerksame Korrektur! Da hast du absolut recht – ich habe in meinen Notizen wohl die Morgen- und Abendsichtbarkeit durcheinandergewürfelt.

Der extrem helle Punkt tief im Westen ist natürlich die Venus. Der rötliche Begleiter dort ist in der Tat der Fixstern Aldebaran, den ich fälschlicherweise für den Mars hielt (der sich ja gerade in der Morgendämmerung herumtreibt). Und Jupiter steht tatsächlich noch prächtig hoch im Südwesten – mein Fehler, ihn schon so früh 'verabschieden' zu wollen.

Danke fürs Richtigstellen, genau für diesen Austausch ist das Forum ja da!
 

albertus

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Update: Falcon Heavy – Neuer Starttermin & Wetter-Check​

Nach dem dramatischen Abbruch bei T-minus 23 Sekunden gestern gibt es nun die neuen Rahmendaten für den nächsten Versuch. SpaceX geht kein Risiko ein und priorisiert die Sicherheit der wertvollen ViaSat-3-Fracht.
  • Neuer Termin: Mittwoch, 29. April 2026
  • Startfenster: Öffnet um 16:13 Uhr unserer Zeit (10:13 Uhr Ortszeit Florida)
  • Dauer des Fensters: ca. 85 Minuten

Warum der erneute „Scrub“?​

Das Wetter in Florida ist derzeit unberechenbar. Ausschlaggebend für die Absage heute war die „Cumulus Cloud Rule“. Bei dieser Regel geht es nicht nur um Regen, sondern um die Gefahr von elektrischen Entladungen (getriggerte Blitze), wenn die Rakete durch dichte Wolkenschichten stößt. Da die Falcon Heavy im Expendable Mode (ohne Bergung der Zentralstufe) fliegt, muss die Flugbahn für den GTO-Einschuss extrem präzise gehalten werden – atmosphärische Störungen sind hier tabu.

Die Wetter-Prognose für Mittwoch​

Die 45th Weather Squadron der Space Force gibt die Chance auf grünes Licht aktuell mit 60–70 % an. Die Bedingungen verbessern sich zwar leicht, aber die Luftfeuchtigkeit und die Wolkenbildung über Cape Canaveral bleiben der entscheidende Faktor.

Wir bleiben gespannt, ob die 27 Merlin-Triebwerke im dritten Anlauf endlich zünden dürfen.
 

albertus

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Technik-Exkurs: Was schleppt die Falcon Heavy da eigentlich hoch?​

Während wir auf das Wetterfenster am Mittwoch warten, lohnt sich ein Blick auf die Nutzlast. Der ViaSat-3 Americas ist kein gewöhnlicher Satellit – er ist ein technologisches Schwergewicht, das die Grenzen des Machbaren verschiebt.

Ein Kraftwerk im All​

Um die enorme Sendeleistung zu erbringen, benötigt der Satellit gewaltige Mengen Energie. Seine Solarpaneele haben eine Spannweite von über 43 Metern (das ist fast die Breite eines Fußballfeldes!). Damit erzeugt er rund 25 Kilowatt Strom – genug, um ein ganzes Einfamilienhaus inklusive Elektroauto-Ladestation zu versorgen.

Rekord-Datendurchsatz​

ViaSat-3 ist der erste einer Serie von drei Satelliten, die jeweils eine Kapazität von über 1 Terabit pro Sekunde (1.000 Gbps) bieten. Das ist mehr als die gesamte Kapazität vieler aktueller Satellitenflotten zusammen. Damit soll Highspeed-Internet selbst in den entlegensten Winkeln des amerikanischen Kontinents und auf hoher See ermöglicht werden.

Die „Antennenschüssel“ der Superlative​

Ein besonderes Highlight für die Modellbauer und Techniker unter euch: Nach dem Aussetzen im Orbit entfaltet der Satellit einen Reflektor, der so groß ist, dass er im gefalteten Zustand kaum in die 5-Meter-Nutzlastverkleidung der Falcon Heavy passt. Diese Präzisionsarbeit beim Entfalten ist einer der kritischsten Momente nach dem Start.

Warum das Gewicht so kritisch ist​

Mit ca. 6,6 Tonnen gehört er zu den schwersten zivilen Kommunikationssatelliten, die je gebaut wurden. Genau hier schließt sich der Kreis zu meinem gestrigen Beitrag: Dieses enorme Gewicht ist der Grund, warum SpaceX die Zentralstufe nicht landen kann. Jedes Kilo Treibstoff, das man für die Landung reservieren würde, würde am Ende fehlen, um diese gewaltige Sendeplattform bis in den GTO zu hieven.

Es bleibt spannend – morgen wissen wir hoffentlich mehr, ob dieser Gigant seine Reise antreten kann!
 

albertus

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Exklusiv-Blick: Weltpremiere bei den Landezonen (LZ-2 & LZ-40)​

Wenn die Falcon Heavy morgen hoffentlich abhebt, erleben wir eine Premiere, die selbst für SpaceX-Veteranen neu ist. Achtet bei der Live-Übertragung der Booster-Rückkehr genau auf die Einblendungen der Landeplätze!

Abschied von LZ-1​

Bisher kannten wir die spektakulären Doppellandungen von den Plätzen LZ-1 und LZ-2. Doch die Zeiten ändern sich: LZ-1 wurde vor kurzem außer Dienst gestellt, um Platz für die Reaktivierung des historischen SLC-13 zu machen.

Die Premiere: Landing Zone 40 (LZ-40)​

Morgen wird zum ersten Mal bei einer Falcon Heavy Mission die brandneue LZ-40 genutzt. Dieser Landeplatz wurde erst Anfang 2026 fertiggestellt und befindet sich direkt beim Space Launch Complex 40.

Warum das spannend ist:
  • Logistik-Turbo: LZ-40 liegt viel näher an den Integrationshallen von SpaceX. Ein gelandeter Booster kann so viel schneller für den nächsten Flug vorbereitet werden.
  • Simultan-Spektakel: Während einer der Seitenbooster (B1072) auf der bewährten LZ-2 aufsetzt, wird der „Methusalem“-Booster (B1075, sein 22. Flug!) versuchen, die erste Falcon-Heavy-Landung auf der neuen LZ-40 zu absolvieren.

Das „Methusalem“-Detail​

Achtet besonders auf den Booster B1075. Er hat bereits 21 Starts auf dem Buckel (darunter 18 Starlink-Missionen). Ihn morgen bei seinem 22. Einsatz auf einer brandneuen Landezone zu sehen, ist technikhistorisch gesehen ein echtes Schmankerl. Dass man einem so alten Booster diese Premiere anvertraut, zeigt, wie groß das Vertrauen in die Hardware inzwischen ist.

Zwei simultane Landungen auf zwei unterschiedlichen Komplexen – das wird ein optisches Highlight, das man so noch nie gesehen hat. Hoffen wir, dass die Kameras an Bord der Booster bei der Rückkehr durch die Wolken ein klares Bild liefern!
 

albertus

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Technik-Check: Warum die Realität der Rakete Energie „stiehlt“​

Wer Raketensimulationen (wie Kerbal Space Program oder professionelle Tools) nutzt, kennt die ideale Raketengleichung. Aber warum weicht die Realität so stark davon ab? Bei einer Mission wie der Falcon Heavy muss SpaceX riesige Mengen an Energie einplanen, die niemals im Orbit ankommen. Man nennt das die „Delta-V-Verluste“.

Hier sind die drei größten „Diebe“, die uns die Energie stehlen:

1. Der Gravitationsverlust (Gravity Drag) – Der größte Dieb​

Stellt euch vor, ihr haltet ein Gewicht mit ausgestrecktem Arm. Ihr verbraucht Energie, nur um es zu halten, ohne dass es sich bewegt. Genau das passiert der Rakete beim Aufstieg.
Jede Sekunde, die die Falcon Heavy vertikal nach oben fliegt, „frisst“ die Erdschwere einen Teil der Beschleunigung weg (9,81 m/s^2).
  • Die Lösung: So schnell wie möglich „umkippen“ (Gravity Turn), um horizontal Geschwindigkeit aufzubauen. Denn nur die horizontale Geschwindigkeit hält einen im Orbit, nicht die Höhe!

2. Der Luftwiderstand (Atmospheric Drag)​

Darüber hatten wir bei Max Q schon kurz gesprochen. Die Atmosphäre wirkt wie eine zähe Flüssigkeit. Um sich dort hindurchzupressen, muss die Rakete Treibstoff verbrennen, der eigentlich für die Endgeschwindigkeit gedacht war.
  • Interessanter Fakt: Je größer und „bauchiger“ die Rakete (wie die Heavy mit drei Kernen), desto mehr Luft muss sie verdrängen. Das ist einer der Gründe, warum man so steil wie möglich aus den dichten Schichten raus will, aber so flach wie möglich, um den Gravitationsverlust (Punkt 1) zu minimieren. Ein ewiger Kompromiss!

3. Steuerungsverluste (Steering Losses)​

Eine Rakete fliegt selten auf einer perfekten Geraden. Um die Bahn zu korrigieren oder den Gravity Turn einzuleiten, müssen die Triebwerke leicht geschwenkt werden (Gimbaling).
Wenn der Schubstrahl nicht exakt entgegen der Flugrichtung zeigt, geht ein Teil der Kraft „zur Seite“ verloren, um die Rakete zu drehen. Das ist zwar notwendig, aber physikalisch gesehen „verschwendete“ Energie.

Das Fazit für die Falcon Heavy​

Um einen Satelliten wie den ViaSat-3 in den GTO zu bringen, braucht man theoretisch eine Geschwindigkeit von ca. 10,2 km/s. In der Realität muss die Falcon Heavy aber genug Treibstoff für über 12 km/s mitschleppen, um all diese Verluste auszugleichen.

Diese „verlorene“ Energie entspricht fast der Leistung einer kleinen zusätzlichen Raketenstufe! Das macht deutlich, warum jedes eingesparte Gramm an der Struktur so extrem wertvoll ist.
 
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