Ich fasse meine Idee nochmal kurz zusammen.
Wir haben den 3er-Vektor x und die momentane Drehung, generiert durch das Vektorprodukt
Wir schreiben x in bekannter Form als Quaternion bzw. Element der su(2) Algebra
und formulieren die Bewegungsgleichung um mittels
U lebt dabei in der Fundamentaldarstellung der SU(2), liefert jedoch die adjungierte Darstellung vermöge der Wirkung auf X, wobei X seinerseits in der Fundamentaldarstellung der su(2) lebt. Das zusammen liefert eine Darstellung der SO(3).
Der Zusammenhang zwischen omega und A lautet dabei
wobei die Pauli-Matrizen als Generatoren und die omegas als Rotationsparameter auftreten.
Für beliebige zeitabhängige Rotation d.h. zeitabhängige omegas integriert man die Bewegungsgleichung für U(t) mit der Anfangsbedingung U(0) = 1
Möchte man über kurze jedoch nicht-infinitesimale Zeitintervalle integrieren, so kann man die weiter oben genannten Methoden analog zu RK4 einführen; ich verzichte zunächst mal darauf. Das zeitgeordnete Produkt ist ein Element der SU(2) mit der Eigenschaft
Insbs. gilt
wobei A_n die zum Zeitpunkt t_n vorliegende Rotation gemäß omega, und Delta t_n das jeweilige Zeitintervall bezeichnet.
Die Lösung für den Vektor X(t) folgt dann wie oben, für ein iteratives Vorgehen je neuem Zeitschritt zu
Das Schöne an der Darstellung ist, dass man einfach je Zeitschritt mit der infinitesimalen Rotation multiplizieren kann, dass die Norm automatisch erhalten ist, und dass U bzw. A unmittelbar aus omega folgen. Eine Umrechnung zwischen verschiedenen Koordinatensystemen und Darstellungen ist nicht notwendig (falls man omega direkt verwenden darf, wovon ich immer ausgegangen bin; falls das nicht zutrifft, geht ein wesentlicher Vorteil verloren). Ein Nachteil besteht ggf. darin, dass die Einführung von Methoden analog zu RK4 notwendig und aufwändig wird, und dass die kompakte Form zerbröselt. Allerdings könnten man tatsächlich jede Matrix je Schritt n dergestalt auffassen, die Mathematik ließe das zu.
In der von mir genannten Form muss das letztlich die von euch verwendete Integration der Bewegungsgleichung mittels Quaternionen sein, denn die Entsprechung zwischen su(2) & SU(2) sowie Quaternionen ist eins-zu-eins; ich habe da sicher nichts neues entdeckt.