Hallo TomS, hallo Jakito,
vielleicht kann ich präzisieren, warum die Normung in der Praxis eben doch kein Selbstläufer ist.
An TomS: Das Problem ist nicht die Normierung an sich (eine Division durch die Länge ist trivial), sondern die
Zeitdiskretisierung. Wenn wir ein System mit einem Verfahren wie RK4 (Runge-Kutta 4) integrieren, berechnen wir den nächsten Zustand basierend auf Ableitungen. Bei Quaternionen lautet die kinematische Gleichung:
In der Theorie bleibt |q| dabei konstant bei 1. In der numerischen Realität führen Rundungsfehler und die Diskretisierung dazu, dass das Ergebnis nach dem Integrationsschritt eben nicht mehr exakt 1 ist, sondern vielleicht 1,0000002 …
In professionellen Simulatoren nutzt man daher oft spezielle Integratoren, die direkt auf der
(der Sphäre der Quaternionen) arbeiten, statt einfach nur zu normieren.