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Shuttle-Startabbruch
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Startrampe Countdown zum Shuttle-Start
Übersicht über alle Stationen beim Start eines Shuttles bis zum Erreichen des Orbit.
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Während des Startvorgangs des Space Shuttles kann es trotz aller Erfahrungen und Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Crew und des Shuttles zu Anomalien kommen, die einen Startabbruch (Abort) unmittelbar vor und nach dem Abheben sowie in der Aufstiegsphase notwendig machen. Dazu wurden von der NASA verschiedene Verfahren entwickelt die im folgenden kurz vorgestellt werden.

 

RSLS Abort

In diesem Fall wird der Countdown in seiner unmittelbaren Endphase, nach Beginn der automatischen Startsequenz, das heißt nach Übergabe der Startsequenz von der Bodenkontrolle an den Redundant Sequence Launch Sequenzer (RSLS) abgebrochen, bevor die Feststofftriebwerke gezündet haben.

Dies war der Fall bei:

  • STS-41D, 26. Juni 1984, L - vier Sekunden (undichtes Ventil Triebwerk 3)
  • STS-51F, 12. Juli 1985, L – drei Sekunden (Kühlproblem Triebwerk 2)
  • STS-55, 22. März 1993, L – drei Sekunden (defektes Ventil Triebwerk 2)
  • STS-51, 12. August 1993, L – drei Sekunden (Sensorausfall Triebwerk 2)
  • STS-68, 18. August 1994, L – 1,9 Sekunden (Überhitzung Turbopumpe Triebwerk 3)

RTLS Abort

Beim so genannten RTLS (Return to Launch Site) wird der Aufstieg des Space Shuttles bei maximal vier Minuten und 20 Sekunden nach dem Abheben abgebrochen. Dieser Fall tritt ein, sollte eines der Haupttriebwerke den für das Erreichen der Umlaufbahn notwendigen Schub verlieren. Dann werden sofort die beiden Feststofftriebwerke abgeworfen. Das Shuttle führt ein Rollmanöver aus, die Haupttriebwerke werden abgeschaltet und der Haupttank abgetrennt. Nach einem Kurvenflug fliegt die Crew direkt zurück zum Kennedy Space Center.

TAL Abort

Fünf Minuten nach dem Start ist eine Rückkehr zum Startgelände nicht mehr möglich. Ebenso wird bei Ausfall eines Triebwerks und noch fehlender Höhe die Erdumlaufbahn nicht mehr erreicht. Für diesen Fall wurde das Verfahren Transoceanic Abort Landing (TAL) entwickelt. In dieser Situation geht der Orbiter in einen ballistischen Flug über. Eine Landung ist dann bis zu 45 Minuten nach dem Start in Europa möglich. Die Entscheidung über den Landeplatz hängt von der Flugbahn und der so genannten Bahninklination, das heißt der Bahnneigung gegenüber dem Äquator, ab. Deshalb ist es notwendig, dass auch die drei Notlandeplätze während des Countdown aufnahmebereit sein müssen und überwacht werden. Gegenwärtig arbeitet die NASA mit den Plätzen Saragossa und Moron in Spanien und Istres in Frankreich zusammen.

ATO Abort

Sollte es zu Anomalien in der Endphase des Aufstiegs kommen, kurz vor Erreichen der Erdumlaufbahn, so erfolgt der so genannte Abort to Orbit (ATO). Das Space Shuttle geht dann in einen niedrigeren aber stabilen Orbit über. Je nach Missionsplanung erfolgt dann die Entscheidung über die Rückkehr der Crew.

Dies war der Fall bei:

  • STS-51F, 29. Juli 1985, L+5 Minuten 45 Sek. (Sensorproblem Triebwerk1)

AOA Abort

Im Zeitraum zwischen den Abbruchszenarien TAL und ATO kann es auch zu einem Abort once around (AOA) kommen. Ursachen dafür können Druckverluste in der Kabine oder Kühlprobleme sein. Dabei führt das Shuttle eine Erdumrundung durch und kann 90 Minuten nach dem Abheben auf den Landeplätzen in den USA nieder gehen: White Sands/New Mexiko, Edwards Air Force Base/Kalifornien oder wieder am Kennedy Space Center/Florida.  

Quelle: DLR

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