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PLATO
Teleskop zur Planetensuche wird gebaut
Redaktion / Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung
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21. Juni 2017

Die Mission PLATO, mit der man hofft, auch einen Zwilling der Erde aufzuspüren, kann gebaut werden. Gestern gab die europäische Weltraumagentur ESA grünes Licht für den Beginn der technischen Umsetzung der Mission. Die Sonde wird über 26 Teleskope verfügen und soll Ende 2026 starten. Deutsche Institute sind wesentlich an der Mission beteiligt.

Plato

Die Mission PLATO soll zahlreiche neue Planeten entdecken, darunter vielleicht auch einen Zwilling der Erde.  Bild: ESA - C. Carreau [Großansicht]

Die Weltraummission PLATO, die mit Methoden der Asteroseismologie die Eigenschaften von Exoplaneten bestimmen wird, hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Nach einer dreijährigen Planungsphase hat die europäische Weltraumagentur ESA gestern beschlossen, dass nun die technische Umsetzung des Projektes beginnen kann. 2014 hatte die ESA die Mission offiziell ausgewählt; der Start ist für Ende 2026 vorgesehen.

In seiner mindestens vierjährigen Lebenszeit soll PLATO mehrere hunderttausend Sterne nach Planeten absuchen, die um sie kreisen. Von vielen Tausenden dieser Planeten und Sterne sollen Radien, Massen und Alter genau bestimmt werden. Das Ziel ist es, bewohnbare Welten und sogar "Zwillinge der Erde" zu finden. In enger Zusammenarbeit mit vielen europäischen Partnern spielt Deutschland eine wichtige Rolle bei der Mission: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin leitet die Gesamtmission, das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen die Verarbeitung der Beobachtungsdaten im PLATO Data Center.

Mehrere Tausende von Exoplaneten, die entfernte Sterne umkreisen, sind bisher bekannt. Viele von ihnen wurden von den Raummissionen Kepler und CoRoT entdeckt. Allerdings sind diese Welten so weit weg und ihre Zentralsterne so lichtschwach, dass sie sich nicht im Detail charakterisieren lassen. PLATO wird die erste Exoplaneten-Mission sein, die vergleichsweise nahe, erdähnliche Planeten entdecken und beschreiben kann. Da PLATO in seiner mindestens vierjährigen Missionsdauer einen großen Ausschnitt des Himmels vermessen soll, wird die Mission die ganze Vielfalt der Sterne und Planetensysteme in unserer galaktischen Nachbarschaft studieren können.

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"Mit der Beobachtung stellarer Vibrationen wird PLATO erstmals diese Sterne und ihre Planeten in Bezug auf Masse, Radius und Alter vollständig charakterisieren", sagt Prof. Dr. Laurent Gizon, geschäftsführender Direktor des MPS und Leiter des PLATO Data Centers. "Dies wird unser Wissen über die Evolution von Exoplaneten und ihrer Zentralsterne revolutionieren."

Das spannendste Ziel der Mission ist es, einen Erdzwilling zu finden. "Wir freuen uns sehr, dass PLATO nun diesen nächsten Meilenstein erreicht hat und in die nächste entscheidende Phase eintritt", so Gizon. In den vergangenen drei Jahren seit der Auswahl der Mission haben Wissenschaftler der ESA, des DLR, des MPS und anderer europäischer Partnerinstitutionen die technischen und programmatischen Details der Mission festgelegt. Mit der gestrigen Entscheidung der ESA kann die Umsetzung – die technische Implementierung und der Bau der Raumsonde und seiner Instrumente - beginnen. Parallel dazu wird die Software zur Analyse der Beobachtungen am PLATO Data Center entwickelt.

Die Instrumentierung von PLATO besteht hauptsächlich aus 26 Teleskopen, von denen zwei eine besonders schnelle Reaktionszeit haben und für die extrem stabile Ausrichtung entscheidend sind. Jedes Teleskop hat eine Öffnung von zwölf Zentimeter und kann die empfangenen Lichtsignale in seiner Fokalebene auf vier großformatigen CCD-Sensoren aufzeichnen. So wird es möglich sein, eine sehr große Fläche des Himmels zu überblicken.

PLATO misst, wie die Helligkeit eines Sterns abnimmt, wenn ein Planet an ihm vorüberzieht, Astronomen sprechen hier von einem Transit. Um möglichst zwei solcher Transite ein und desselben Exoplaneten zu dokumentieren, blickt die Raumsonde bis zu zwei Jahre auf denselben Himmelsausschnitt. "Mit diesem Konzept und der hohen Empfindlichkeit des Instruments werden wir Gesteinsplaneten um sonnenähnliche Sterne finden und hochgenau charakterisieren können", versichert Missionsleiterin Prof. Dr. Heike Rauer vom DLR.

Das Weltraumteleskop wird an einem der Lagrange-Punkte stationiert werden, an denen sich die Schwerkraftwirkungen von Erde, Mond und Sonne aufheben, nämlich dem Lagrange-Punkt L2 des Systems Sonne – Erde. Er ist rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Vom Teleskop aus gesehen, stehen Sonne und Erde hintereinander und immer in der gleichen Richtung. Blickt man von der Erde zum Teleskop, dann sieht man von ihm stets die gleiche Seite – ähnlich dem Erdmond, der uns nur seine "Vorderseite" zeigt.

Die Beobachtungsdaten werden am PLATO Data Center verarbeitet, das aus mehreren Einheiten in ganz Europa und einer zentralen Datenbank am MPS in Göttingen besteht. Die MPS-Wissenschaftler rechnen damit, am Ende der Mission mehrere Petabyte an wissenschaftlichen Daten zu verwalten.

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Bau des europäischen Planetensuchers PLATO beginnt. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
ESA: Plato soll nach zweiter Erde suchen - 20. Februar 2014
Links im WWW
Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung
PLATO, Seite der ESA
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