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EXOMARS
Liveblog: ExoMars erreicht den Mars
von Stefan Deiters
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19. bis 22. Oktober 2016

Am 19. Oktober erreicht der erste Teil der europäisch-russischen Marsmission ExoMars den Roten Planeten: Der Trace Gas Orbiter soll in eine Umlaufbahn um den Mars einschwenken, das Landemodul Schiaparelli auf der Oberfläche landen. astronews.com berichtet direkt aus dem europäischen Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt und über die weiteren Entwicklungen.

22. Oktober, 10.00 Uhr: Die NASA hat gestern diese Aufnahme veröffentlicht, die mit der Context Camera der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter gewonnen wurde. Zu sehen sind zwei Aufnahmen der vermuteten Landeregion Schiaparellis vor und nach der geplanten Landung. Bei dem neu hinzugekommenen schwarzen Fleck dürfte es sich um den Absturzort des Landemoduls handeln, der Fleck weiter unten dürfte der Fallschschirm sein. Hochaufgelöste Aufnahmen mit der Kamera HiRISE an Bord des Reconnaissance Orbiters sollen bei Überflügen in der kommenden Woche gemacht werden. Es konkretisierten sich auch die Hinweise darauf, dass die Triebwerke nur kurze Zeit aktiviert waren und der Lander dadurch aus einer Höhe von zwei bis vier Kilometern auf die Oberfläche gestürzt ist. Wegen des vermutlich noch in größerer Menge vorhandenen Treibstoffs dürfte es beim Aufprall auch zu einer Explosion gekommen sein. Als Grund für das gescheiterte Landemanöver hat man ein Softwareproblem des Bordcomputers im Verdacht. Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Schiaparelli

21. Oktober, 17.30 Uhr: Die Seite russianspaceweb.com meldet, dass der Mars Reconnaissance Orbiter die Überreste von Schiaparelli genau in der Mitte des vorgesehenen Landegebiets entdeckt hat. Außerdem wird berichtet, dass die Ingenieure inzwischen einen Softwarefehler vermuten, der dafür gesorgt hat, dass die Triebwerke zu früh abgeschaltet wurden. Erste Bilder der Absturzstelle will die ESA angeblich noch heute veröffentlichen, detailliertere Aufnahmen können vom Reconnaissance Orbiter aber erst in der kommenden Woche gemacht werden. Eine Bestätigung von ESA oder NASA gibt es bislang noch nicht.

20. Oktober, 12 Uhr: Nicht viel Neues auf der Pressekonferenz der ESA heute morgen: Der Trace Gas Orbiter hat, das wurde noch einmal bestätigt, die vorgesehene Umlaufbahn um den Mars erreicht. Dies allein sei, so wurde immer wieder betont, schon ein wichtiger Erfolg. Vom Landemodul Schiaparelli konnte man während des Flugs durch die Atmosphäre bis zum Kontaktabbruch rund 50 Sekunden vor der geplanten Landung alle gewünschten Daten empfangen. Gemeldet hat sich der Lander von der Oberfläche bislang allerdings nicht.

Auf die Frage, ob der Lander denn abgestürzt sei, reagierte ESA-Direktor Jan Wörner spürbar gereizt: Er verstehe die Frage nicht, so Wörner, die Mission sei ein voller Erfolg. Immer wieder wurde betont, dass Schiaparelli nur ein Test gewesen sei und man zahlreiche Daten gewinnen konnte, die für die Planung künftiger Missionen sehr wertvoll sein werden. Andrea Accomazzi, bei der ESA zuständig für Missionen ins Sonnensystem, zeigte sich überzeugt, dass man den Verlauf der Landung aus den vorhandenen Daten vollständig rekonstruieren können wird. Dazu sei aber noch etwas Zeit notwendig.

Obwohl die ESA natürlich recht damit hat, dass bei Schiaparelli vor allem die Daten von Interesse waren, die während des Flugs durch die Marsatmosphäre gesammelt wurden und nicht so sehr die Landung selbst, fürchtet man sich offensichtlich vor den möglichen Nachwehen einer "missglückten" Marslandung. Dehalb sprach man heute in Darmstadt nur von Erfolgen und vermied es, auch nur ansatzweise erkennen zu lassen, dass irgendetwas nicht so geklappt hat, wie man gehofft hatte. Die Mittel für den im Jahr 2020 geplanten Marsrover sind nämlich noch nicht vollständig bewilligt. Für die bevorstehenden Verhandlungen mit der Politik wäre die öffentliche Wahrnehmung von ExoMars 2016 als zumindest teilweise gescheiterter Landemission alles andere als hilfreich.  

21.30 Uhr: Soviel ist sicher: Der ExoMars Trace Gas Orbiter ist im geplanten Orbit um den Mars. Die ESA kann sich also heute über einen wichtigen Erfolg freuen - sie hat eine weitere Sonde in eine Marsumlaufbahn gebracht. Beim Landemodul Schiaparelli sieht es anders aus: Die Datenverbindung brach etwa eine Minute vor der Landung ab. Seitdem hat man keinen Kontakt zu Schiaparelli aufbauen können. Über Nacht will man nun weitere Daten auswerten und ist zuversichtlich, bei der Pressekonferenz morgen Vormittag etwas über das Schicksal des Landers verkünden zu können.

Ob nun das Landeexperiment zumindest als teilweise erfolgreich gewertet werden kann, dürfte auch entscheidend davon abhängen, wie viele Daten man über den Flug Schiaparellis durch die Marsatmosphäre gewinnen kann und ob man herausfindet, woran die Landung letztlich gescheitert ist. Ein gewisser Erfolg wäre auch politisch für die ESA wichtig, da bei der Finanzierung von ExoMars 2020 noch nicht alles in trockenen Tüchern ist. Die gelungene Landung wäre hier ein nützliches Argument für die Gespräche mit den Geldgebern gewesen.

19.35 Uhr: Die Daten von Mars Express geben keinen sicheren Aufschluss über den Zustand von Schiaparelli. Nun hofft man, mehr von Aufzeichnungen der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter zu erfahren - ab etwa 20.30 Uhr MEZ.

18.40 Uhr: Jubel kurz nach 18.30 Uhr am ESOC: Man empfängt wieder Daten des Trace Gas Orbiter. Die Sonde ist damit sicher im Marsorbit, die genaue Bahn muss nun noch bestimmt werden. Nichts Neues gibt es allerdings von Schiaparelli. Die Daten, die Mars Express aufgezeichnet hat, sind übertragen und werden ausgewertet. Neue Daten kommen später auch vom Mars Reconnaissance Orbiter. Bei der ESA ist man froh, dass der Trace Gas Orbiter sicher im Orbiter ist. Nun hofft man auch auf positive Nachrichten von Schiaparelli.

17.15 Uhr: Gespanntes Warten in Darmstadt: Fast während des gesamten Flugs durch die Atmosphäre bestand Kontakt zu Schiaparelli. In dem Signal gab es Hinweise auf alle wichtigen Phasen der Landung. Nur kurz vor dem vermuteten Aufsetzen brach der Kontakt ab. Das muss nicht bedeuten, dass die Landung missglückt ist. Es kann auch an der Verbindung liegen. Nun kommt es darauf an, was die Sonde Mars Express aufgezeichnet hat. Daraus sollten sich weitere Informationen ergeben. Die ESA betont, dass die Verbindung über das Radioteleskop in Indien nur experimentell war, so dass man nicht vorschnelle Schlüsse ziehen sollte. Weitere Informationen gegen 18.30 Uhr.

16.50 Uhr: Schiaparelli sollte gelandet sein. Nun heißt es warten, bis es weitere Informationen gibt.

16.42 Uhr: Schiaparelli sollte nun mit dem Eintritt in die Marsatmosphäre beginnen. Das Signal vom Mars zur Erde benötigt heute genau 9 Minuten und 45 Sekunden.

16.20 Uhr: Das Signal von Schiaparelli ist offenbar nach wie vor stabil, Hoffnung ist, dass man es die ganze Zeit empfangen kann. Es ist aber sehr schwach.

16.15 Uhr: Das Zünden des Triebwerks des Trace Gas Orbiter hat geklappt. Das Triebwerk bleibt rund 2,5 Stunden aktiv. Durch dieses Manöver schwenkt der Orbiter in eine Umlaufbahn um den Mars ein.

15.45 Uhr: Über Twitter teilt die ESA mit, dass mithilfe des GRMT-Teleskops in Indien ein schwaches Signal von Schiaparelli empfangen wurde. Es war nicht klar, ob dies gelingen würde. Nun weiß man aber frühzeitig, dass der Lander aufgewacht ist.

15.30 Uhr: Im Presseraum warten alle auf erste Informationen, bislang werden nur Filmchen gezeigt...

15.00 Uhr: Eine kurze Timeline der Ereignisse heute:

  • 15.15 Uhr: Zünden der Triebwerke des ExoMars Trace Gas Orbiter für das Einschwenken in einen Marsorbit.
  • 15:38 Uhr: Aufwachen von Schiaparelli für die Landung
  • 16:59 Uhr: Landung von Schiaparelli auf dem Mars, eine Bestätigung wird nicht vor 18.30 Uhr erwartet.

13.00 Uhr: Die ESA überträgt die heutigen Veranstaltungen im europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt ab 15 Uhr auch live im Internet unter http://livestream.com/ESA.

Alle Zeitangaben MESZ.

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