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DER STERNENHIMMEL IM APRIL 2015
Venus, Merkur und die Frühlingssterne
von Stefan Deiters
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1. April 2014

Am nächtlichen Himmel macht sich inzwischen der Frühling bemerkbar. Auffälligster Glanzpunkt ist gegenwärtig die Venus. Unser Nachbarplanet ist als heller "Abendstern" im Westen kaum zu übersehen. Zum Monatsende lässt sich auch der Merkur beobachten. In Teilen des Pazifikraums ist zudem zu Monatsbeginn eine totale Mondfinsternis zu verfolgen.

Venus

Die helle Venus und die Sichel des Mondes am Abend des 21. April 2015 am westlichen Himmel. Bild: astronews.com / Stellarium

Das Ende des Monats März zeigte sich in vielen Regionen Deutschlands äußerst stürmisch und erinnerte eher an den vergangenen Herbst als an den Frühling. Wenn auch die Temperaturen noch etwas zu wünschen übrig lassen, kann man sich zumindest durch einen Blick an den nächtlichen Himmel davon überzeugen, dass der Winter nunmehr hinter uns liegt.

Die Wintersternbilder, die uns während der letzten Monate begleitet haben, werden hier nämlich immer mehr von den Frühlingskonstellationen verdrängt: So ist das markante Frühlingsdreieck [Findkarte], das aus den Sternen Arktur im Sternbild Bootes, Spica im Sternbild Jungfrau und Regulus im Löwen besteht, inzwischen schön am nächtlichen Himmel zu beobachten.

Der kalendarische Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel, also die Tag- und Nachtgleiche im März, war in diesem Jahr am 20. März. Das christliche Osterfest fällt traditionell auf den Sonntag, der auf den ersten Vollmond im Frühling folgt. Der erste Vollmond nach Frühlingsbeginn ist am Samstag, dem 4. April und Ostern somit einen Tag später: am 5. April.

Wer die hoffentlich bald wärmer werdenden Nächte, die gegenwärtig noch nicht zu spät beginnen, für einen Spaziergang am Himmel nutzt, kann sogar schon Hinweise auf den bevorstehenden Sommer finden: Im (Nord-)Osten erscheint das sogenannte Sommerdreieck [Findkarte], das aus den Sternen Deneb im Sternbild Schwan, Wega in der Leier und Altair im Adler besteht.

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Blickt man am Abend nach Südwesten, kann man dort das Sternbild Krebs beobachten. Darin findet sich der Sternhaufen Praesepe (M44), die Krippe [Findkarte]. Diese Ansammlung von Sternen wird im englischsprachigen Raum auch Bienenkorb-Haufen (Beehive-Cluster) genannt und ist schon mit bloßem Auge als verschwommener Fleck am dunklen Nachthimmel auszumachen. Der Sternhaufen hat eine Ausdehnung am Himmel, die etwas größer ist als der Vollmond und ist einer der uns am nächsten gelegenen und größten offenen Sternhaufen.

Da Praesepe schon mit bloßem Auge erkennbar ist, gehört er zu den wenigen Sternhaufen, die schon von Gelehrten im Altertum beschrieben wurden. So soll der griechische Astronom Hipparch über den Haufen als "Kleine Wolke" berichtet haben. Um was es sich bei dieser Wolke wirklich handelte, fand erst Galileo Galilei heraus, der Praesepe 1610 mit seinem Teleskop genauer beobachtete: Er zählte insgesamt 36 Sterne in dem Haufen.

Mit heutigen Amateurteleskopen sollten bis zu 150 Sterne zu sehen sein. Man schätzt, dass der Haufen rund 400 Sterne enthält. Er ist rund 500 Lichtjahre von der Erde entfernt und etwa 400 Millionen Jahre alt. Etwas südlich von Praesepe befindet sich mit M67 ein weiterer Sternhaufen, der allerdings nur mit dem Fernglas zu sehen ist. Er enthält viele Hundert Sterne und ist der älteste Sternhaufen unserer Milchstraße.

Auch Planeten gibt es im April zu sehen: Unser Nachbar Venus strahlt weiterhin als heller "Abendstern" am westlichen Himmel und ist - dank Sommerzeit - sogar noch bis Mitternacht am Himmel auszumachen und kaum zu übersehen. Der Mars hingegen hat sich vom Abendhimmel praktisch vollständig zurückgezogen.

Ganz anders sieht es beim Jupiter aus: Anfang Februar stand der größte Planet des Sonnensystems in Opposition zur Sonne und ist auch im April bis lange nach Mitternacht am Himmel auszumachen. Er befindet sich im Sternbild Krebs und ist, wenn die Venus untergegangen ist, weiterhin das auffälligste Objekt am nächtlichen Himmel - vom Mond einmal abgesehen. Der Ringplanet Saturn wird im Mai seine Oppositionsstellung erreichen und verschiebt seine Aufgangszeiten im Laufe des Monats immer weiter in die Zeit vor Mitternacht. Der zweitgrößte Planet im Sonnensystem befindet sich im Sternbild Skorpion.

Der April bietet auch die beste Möglichkeit, den sonnennächsten Planeten Merkur am Abendhimmel zu sehen. Im letzten Drittel des Monats und in den ersten Tagen des Mai ist Merkur nach Sonnenuntergang knapp über dem Nordwesthorizont zu sehen.

Auch Sternschnuppenfreunde könnten im April auf ihre Kosten kommen: Um den 12. April haben die Virginiden ihr Maximum, doch ist der Höhepunkt dieses Sternschnuppenstromes mit dem Ausstrahlungspunkt im Sternbild Jungfrau nicht sonderlich ausgeprägt. Die Lyriden, mit Ausstrahlungspunkt im Sternbild Leier, sind zwischen dem 16. und 25. April aktiv. Ihr Maximum wird für den Morgen des 22. April erwartet. Obwohl man auch hier mit keinem sehr ausgeprägten Maximum rechnet, haben die Lyriden die Astronomen in vergangenen Jahren schon mehrfach überrascht. Die Lyriden gehen auf den Kometen C/1861 G1 Thatcher zurück.

Wer sich Anfang April in Australien oder Neuseeland aufhält oder in den westlichsten Regionen der USA oder Kanadas kann am 4. April eine totale Mondfinsternis beobachten. Die Mitte der Finsternis ist um 13.00 Uhr MEZ. In Europa ist der Mond zu diesem Zeitpunkt nicht zu sehen.

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siehe auch
Der Sternenhimmel im April 2014 - ergänzende Informationen
Sternenhimmel - Findkarten - Frühlingsdreieck
Sternenhimmel - Findkarten - Sommerdreieck
Sternenhimmel - Findkarten - Praesepe (M 44) und M 67
Sternenhimmel - Sternkarten
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