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PLANETEN
Merkur gibt Gastspiel am frühen Morgen
von Stefan Deiters
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22. Juli 2014

Der sonnennächste Planet Merkur ist gegenwärtig am frühen Morgen zu sehen. Er geht kurz vor der Sonne auf und verschwindet bald wieder im gleißend hellen Licht unseres Zentralsterns. Ein besonders auffälliges Objekt am Himmel ist der kleine Planet allerdings nicht, so dass schon etwas Erfahrung und ein möglichst freier Blick an den Horizont nötig sind, um ihn aufzuspüren.

Merkur - Venus - Mond

Merkur ist gegenwärtig als kleiner Punkt vor Sonnenaufgang über dem Osthorizont zu sehen. Auffälliger ist die Venus. Die Ansicht zeigt den Himmel am 23. Juli 2014 mit der abnehmenden Mondsichel. Bild: Stellarium / astronews.com [Großansicht]

Merkur ist der kleinste und sonnennächste Planet in unserem Planetensystem. Er ist im Schnitt nur rund 58 Millionen Kilometer von unserem Zentralstern entfernt und umrundet diesen innerhalb von nur 88 Tagen. Zum Vergleich: Die Erde ist rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Mit einem Durchmesser von knapp 4.900 Kilometern ist der Planet kleiner als die großen Monde Titan oder Ganymed. Wegen seiner Nähe zur Sonne können auf der Tagseite von Merkur Temperaturen von über 420 Grad erreicht werden.

Die geringe Entfernung zu unserem Zentralstern macht auch die Beobachtung von Merkur relativ schwierig - insbesondere wenn man den Planeten nur mit bloßem Auge am Himmel aufspüren möchte. Er entfernt sich nämlich - von der Erde aus betrachtet - nie richtig weit von unserem Zentralgestirn. Das bedeutet, dass er am Himmel entweder der Sonne vorauseilt oder ihr in nur geringem Abstand folgt, er also kurze Zeit nach der Sonne untergeht oder aber nur kurz vor der Sonne aufgeht. Er ist damit ausschließlich in den Abendstunden oder - wie derzeit - am frühen Morgen zu sehen.

Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bieten sich daher rund um die Zeiten, in denen Merkur - bezogen auf einen Betrachter auf der Erde - einen möglichst großen Abstand von der Sonne hat. Astronomen bezeichnen diesen Abstand als "Elongation". Seine größte Elongation hatte Merkur aktuell bereits am 12. Juli 2014 erreicht. Um den Planeten aber mit bloßem Auge ausmachen zu können, muss er allerdings ausreichend hell sein, so dass er erst in diesen Tagen von einem geübten Beobachter am Himmel aufgespürt werden kann.

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Bei klarem Himmel lohnt sich damit in den kommenden Tagen ein Blick an den möglichst freien Osthorizont, wo Merkur etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang sichtbar werden sollte. Dabei ist der freie Blick auf den Horizont nicht unwichtig: Der Planet erreicht am Himmel nämlich noch nicht einmal eine Höhe, die der Breite einer Hand am ausgestreckten Arm entspricht. Ein Aufspüren von Merkur sollte für Kenner noch bis Ende der Woche mit bloßem Auge möglich sein, obwohl es am Wochenende immer schwieriger werden dürfte. Gegenwärtig geht die Sonne gegen 5.30 Uhr MESZ auf.

Selbst mit einem Fernglas ist die Merkurbeobachtung nicht einfach: Da der Planet immer nur knapp über dem Horizont zu finden ist, muss sein Licht dichte und oft turbulente Schichten der Erdatmosphäre durchdringen. Er erscheint daher nur als verschwommenes Objekt, auf dem keinerlei Strukturen zu erkennen sind. Allerdings lässt sich mit einem kleinen Teleskop oder einem guten Spektiv ein anderes Phänomen beobachten, das nur bei den inneren Planeten zu verfolgen ist: Wie die Venus zeigt auch der Merkur Phasen. Am 17. Juli hatte der Planet die "Halbmerkur-Phase" erreicht, seither wird er immer rundlicher.

Wer mit Merkur kein Glück hat, der kann sich gegenwärtig übrigens noch mit der Venus trösten, die uns als heller "Morgenstern" am Himmel erfreut. Unser Nachbarplanet ist nicht weit entfernt von Merkur zu finden und deutlich auffälliger. Im Teleskop zeigt sie sich gegenwärtig als fast vollständig beleuchtetes Scheibchen.

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siehe auch
Der Sternenhimmel im Juli 2014: Sonnenferne und das Band der Milchstraße - 1. Juli 2014
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