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CROWDFUNDING
Unterstützer für "Skyglow Berlin" gesucht
von Stefan Deiters
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3. Juli 2013

Zwei Berliner Wissenschaftler suchen auf der deutschsprachigen Crowdfunding-Plattform Sciencestarter Unterstützer für ihr Projekt Skyglow Berlin. Die Forscher wollen für Schulen in Berlin und Brandenburg Lichtmessgeräte zur Bestimmung der Lichtverschmutzung anschaffen, um so mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Aber auch die Unterstützer selbst sollen einbezogen werden.

Erde

Die Erde ist bei Nacht nicht überall dunkel. Für Mensch und Natur kann dies zum Problem werden. Bild: NASA Earth Observatory [Großansicht als Bild des Tages vom 30. Januar 2013]

Das Internet ermöglicht einen ganz neuen Ansatz bei der Durchführung und Finanzierung von wissenschaftlichen Projekten: Interessierte in aller Welt können am heimischen Computer mithelfen, Galaxien zu klassifizieren, nach Signale von Außerirdischen zu fahnden oder Pulsare aufzuspüren. Oft ermöglicht die Mithilfe vieler Freiwilliger erst die Durchführung von Projekten, die für die Wissenschaftler allein nicht zu bewerkstelligen gewesen wären.

Inzwischen gibt es auch noch eine andere Form der Beteiligung der Öffentlichkeit an Forschungsprojekten, nämlich das sogenannte Crowdfunding. Wissenschaftler versuchen dabei, abseits der normalen Fördermöglichkeiten, direkt Gelder für ihr Vorhaben zu sammeln. Auf speziellen Internetplattformen stellen sie dazu ihr Projekt vor. Wenn ausreichend Geld zusammenkommt, werden die Mittel ausgezahlt. Wird ein zuvor festgelegter Minimalwert hingegen nicht erreicht, erhalten alle ihr Geld zurück.

Der kanadische Physiker Christopher Kyba von der Freien Universität Berlin beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der immer weiter zunehmenden Lichtverschmutzung. Auf der deutschsprachigen Crowdfunding-Plattform Sciencestarter sucht er, zusammen mit seiner Kollegin Annette Krop-Benesch, Unterstützer für das Projekt Skyglow Berlin. In einem ersten Schritt hoffen die Forscher 5.000 Euro zu sammeln, um für vier Schulen in der Region Berlin-Brandenburg festinstallierte sowie transportable Lichtmessgeräte zu erwerben.

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Beide Wissenschaftler arbeiten beim Projekt "Verlust der Nacht" mit, das sich interdisziplinär mit den Folgen der Lichtverschmutzung auseinandersetzt (astronews.com berichtete wiederholt). Die zunehmende Helligkeit in den bewohnten Regionen der Erde ist nämlich nicht nur für Sternenfreunde ein Problem, sondern kann auch Folgen für die Natur haben, etwa für nachtaktive Tiere. Doch viele Menschen sind sich dieser Problematik nicht bewusst, da sie gar nicht wissen, was ihnen durch die allgegenwärtige künstliche Beleuchtung verlorengeht.

Kyba weiß dies aus eigener Erfahrung: Aus dem Garten seines Elternhauses beobachtete er Sterne, Satelliten und Meteoritenschauer, doch "der Skyglow aus Edmonton überstrahlte unseren Blick auf den nördlichen Himmel. Dank schlecht designter Beleuchtungsanlagen ist die Milchstraße von dort aus nicht mehr sichtbar - und das, obwohl meine Heimatstadt nur ungefähr 10.000 Einwohner hat", schreibt er auf der Webseite des Projektes. In Philadelphia, wo er später arbeitete, war der Himmel sogar so durch Licht verschmutzt, dass nicht einmal die Sterne des Großen Wagens zu erkennen waren.

"Nun arbeite ich an der Freien Universität Berlin, wo ich als einer der ersten Menschen weltweit hauptberuflich über Lichtverschmutzung forsche", so Kyba. Er hofft nun, durch sein Sciencestarter-Projekt mehr Menschen für dieses Thema sensibilisieren zu können. Dazu sollen sich Schülerinnen und Schüler in Schulen in Berlin und Brandenburg aktiv an den Messungen beteiligen. Für die 5.000 Euro, die Kyba für das Projekt als Minimalsumme angesetzt hat, sollen vier Schulen mit festinstallierten Lichtmessgeräten ausgestattet und zudem noch 20 transportable Lichtmessgeräte angeschafft werden. Kommt mehr Geld zusammen, ist der Kauf weiterer Lichtmesser geplant.

Doch auch die Unterstützer des Projektes sollen die Chance erhalten mitzumachen. Unter allen Unterstützern, die mindestens fünf Euro spenden, werden einige Lichtmessgeräte mit Anleitung verlost. Je mehr gespendet wurde, desto höher ist die Chance, aktiv mitmessen zu können. Es gibt, je nach Spendenhöhe, auch weitere kleine "Dankeschöns", die auf der Webseite des Projekts aufgeführt sind. Hier findet sich auch eine ausführliche Beschreibung des Vorhabens und ein Video über Skyglow Berlin.

Um die 5.000 Euro zu sammeln, bleiben Kyba und Krop-Benesch nur noch eine Woche Zeit. Bis heute wurden insgesamt 1.607 Euro gespendet. Das anvisierte Ziel ist also noch zu erreichen. Auch wer das Projekt gut findet, aber Zweifel hat, dass die erforderliche Summe zusammenkommt, sollte sich nicht von einer Unterstützung abhalten lassen: Verfehlt Skyglow Berlin das angestrebte Ziel, erhalten alle Spender ihr Geld zurück - doch so weit muss man es ja gar nicht kommen lassen.

Update (10. Juli 2013): Skyglow Berlin hat die minimal notwendigen 5.000 Euro bereits einen Tag vor Ende erreicht. Das Projekt kann also starten.

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siehe auch
Verlust der Nacht: Smartphone-App misst Lichtverschmutzung - 2. Mai 2013
Lichtverschmutzung: Nicht nur für Astronomen ein Problem - 29. November 2011
Lichtverschmutzung: Forscher untersuchen "Verlust der Nacht" - 7. Juni 2010
Lichtverschmutzung: Konzept gegen zu helle Nächte - 10. Februar 2009
Lichtverschmutzung: Statt Dunkelheit nur noch Dämmerung - 14. August 2001
Links im WWW
Skyglow Berlin bei ScienceStarter
Verlust der Nacht - Projektseite
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