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METEORITEN
Was Mond und Vesta gemeinsam haben
von Stefan Deiters
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3. April 2013

Unser Mond und die großen Asteroiden des Sonnensystems haben offenbar mehr gemeinsam, als Astronomen lange Zeit dachten. Eine Studie ergab nämlich jetzt, dass der Erdtrabant vor vier Milliarden Jahren einem ganz ähnlichen Bombardement ausgesetzt war wie Vesta und vermutlich auch andere große Asteroiden zwischen Mars und Jupiter.

Vesta

Den Asteroiden Vesta und unseren Mond verbindet mehr, als Forscher bislang dachten. Bild: NASA/JPL-Caltech / UCAL / MPS / DLR / IDA [Großansicht als Bild des Tages vom 12. September 2012]

"Es ist immer faszinierend, wenn interdisziplinäre Forschung dazu führt, dass wir unsere Ansichten über die Geschichte des Sonnensystems ändern müssen", meint Yvonne Pendleton, die Direktorin des NASA Lunar Science Institute (NLSI) im kalifornischen Moffett Field. "Obwohl der Mond weit vom Asteroiden Vesta entfernt ist, der im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter kreist, haben beide teils eine gemeinsame Geschichte in Bezug auf Einschläge aus dem All."

Die neuen Resultate seien, so die Wissenschaftler, eine Bestätigung für die Theorie, nach der die Riesenplaneten Jupiter und Saturn in der Frühphase des Sonnensystems von ihrem Geburtsort an ihre heutige Position gewandert sind und dadurch die Bahnen zahlreicher Objekte im Asteroidengürtel durcheinandergebracht haben. Dies hat dann zu einem gewaltigen Bombardement geführt - einer Epoche, die als "Großes Bombardement", im Englischen Late Heavy Bombardment, bezeichnet wird.

Die Untersuchungen der Forscher liefern nun neue Hinweise auf den Beginn und die Dauer dieses Bombardements und zeigen zudem, dass es sich nicht nur auf die inneren Planeten des Sonnensystems beschränkt hat, sondern auch Objekte des Asteroidengürtels selbst davon betroffen waren. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht.

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Informationen über die Geschichte des Bombardements unseres Mondes lieferte die Analyse von Gesteinsproben, die die Astronauten der Apollo-Mondmissionen zur Erde gebracht hatten. Jetzt haben die Forscher Meteoriten untersucht, die zu den Typen Howardit und Eukrit gehören. Sie dürften vom Asteroiden Vesta stammen. Computersimulationen ergaben, dass sie offenbar vor langer Zeit durch Einschläge mit hoher Geschwindigkeit auf Vesta abgesprengt wurden.

Durch Verbindung der Meteoritendaten mit den Analysen der Gesteinsbrocken vom Mond gelangte das Team schließlich zu der Schlussfolgerung, dass dieselbe Gruppe von Objekten, die für die Entstehung der Krater und Becken auf dem Erdtrabanten verantwortlich war, auch Vesta mit hoher Geschwindigkeit getroffen haben muss.

Die Schlussfolgerung passt zu den Beobachtungen der Oberfläche von Vesta, die die NASA-Sonde Dawn bei ihrem mehr als einjährigen Besuch bei dem Asteroiden gemacht hat (astronews.com berichtete). Auch aktuelle dynamische Modelle über die frühe Entwicklung des Asteroidengürtels deuten darauf hin, dass einige der Objekte, die Vesta getroffen haben, sich auf Bahnen befunden haben müssen, die auch einen Einschlag mit hoher Geschwindigkeit auf dem Erdmond ermöglichen würden.

"Es sieht danach aus, dass die Meteoriten, die sich auf Asteroiden zurückführen lassen, Hinweise auf einen gewaltigen Massenverlust des Asteroidengürtels vor vier Milliarden Jahren liefern und die damals entkommenen Objekte sowohl die verbleibenden Asteroiden als auch den Mond mit hoher Geschwindigkeit bombardiert haben", so Simone Marchi vom NLSI und dem Southwest Research Institute. "Unsere Studie liefert nicht nur Hinweise für die Richtigkeit der aktuellen Theorie, sondern ermöglicht ein tieferes Verständnis der damaligen Vorgänge."

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Links im WWW
NASA Lunar Science Institute
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