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HUBBLE
Neuer Blick auf eine wohlbekannte Galaxie
von Stefan Deiters
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28. März 2013

Die ESA hat heute eine neue Aufnahme der Balkenspiralgalaxie Messier 77 veröffentlicht, die auf Beobachtungen des Weltraumteleskops Hubble basiert. Das System liegt rund 45 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Walfisch und dürfte zu den bestuntersuchten Galaxien überhaupt zählen.

Messier 77

Hubbles Blick auf Messier 77. Bild: NASA, ESA & A. van der Hoeven  [Großansicht]

Die Galaxie Messier 77, kurz M77 oder auch NGC 1068, zählt mit zu den bekanntesten und am gründlichsten untersuchten Galaxien überhaupt. Sie liegt im Sternbild Walfisch in einer Entfernung von rund 45 Millionen Lichtjahren von der Erde. Über diese Galaxie allein wurden schon mehr wissenschaftliche Fachartikel veröffentlicht als über viele andere Galaxien zusammen. Grundlage solcher Veröffentlichungen sind Beobachtungen. Und aus verschiedenen Beobachtungen von Messier 77 des Weltraumteleskops Hubble wurde das heute von der ESA veröffentlichte Bild von Messier 77 erstellt.

Die Galaxie wurde bereits 1780 vom Pierre Méchain entdeckt und zunächst als "Nebel" klassifiziert. Damals war der Unterschied zwischen Nebeln und Galaxien noch nicht bekannt, weshalb man noch heute zuweilen für Spiralgalaxien den Begriff "Spiralnebel" findet und unsere Nachbargalaxie Andromeda auch unter der Bezeichnung Andromedanebel bekannt ist. Im Messier-Katalog taucht Messier 77 dann kurioserweise als Sternhaufen auf. Heute ist man sich aber sicher, dass es sich um eine Balkenspiralgalaxie handelt.

Doch nicht nur das: Messier 77 ist zudem das nahegelegenste und hellste Beispiel einer besonderen Galaxienklasse, nämlich der sogenannten Seyfert-Galaxien. Es handelt sich dabei um Galaxien mit einem besonders hellen Kern, der sich durch ein aktives supermassereiches Schwarzes Loch erklärt - ein Schwarzes Loch also, das mit einer hohen Rate Material verschlingt.

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Im Falle von Messier 77 vermutet man im Zentrum ein Schwarzes Loch mit einer Masse, die etwa der 15-Millionen-fachen Masse der Sonne entspricht. Bevor das Material in dem Schwarzen Loch verschwindet, sammelt es sich in einer sogenannten Akkretionsscheibe. Es bewegt sich darin mit hoher Geschwindigkeit um das Schwarze Loch und heizt sich auf extreme Temperaturen auf und sendet so eine intensive Strahlung aus.

Auch in den Armen von Messier 77 finden sich helle Regionen, obwohl diese natürlich keine wirkliche Konkurrenz für den hellen Kern sein können. Erkennbar als rötliche, klumpige Bereiche sind überall in den Armen Gebiete auszumachen, in denen gerade neue Sterne entstehen. Die jungen Sonnen ionisieren durch ihre intensive Strahlung das Gas in ihrer Nähe, das dadurch rötlich leuchtet.

Die Staubschwaden, die auf dem Bild zu erkennen sind, erscheinen wiederum aus einem anderen Grund bräunlich rot: Der Staub absorbiert mehr blaues als rotes Licht, wodurch das Licht insgesamt röter erscheint.

Das Bild beruht auf Beobachtungen der Wide-Field and Planetary Camera 2 und der Advanced Camera for Surveys des Weltraumteleskops Hubble.

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siehe auch
VLTI: Blick auf Staubring um ein Schwarzes Loch - 1. Juli 2003
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