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JAHRESRÜCKBLICK 2012
Ein neuer Marsrover, das Higgs-Teilchen und ein Planet um Alpha Centauri
von Stefan Deiters
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31. Dezember 2012

Traditionell blickt astronews.com am Ende eines Jahres zurück auf einige herausragende Ereignisse aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt aus den vergangenen zwölf Monaten. In diesem Jahr bereits zum 14. Mal. Und auch 2012 gab es einiges zu berichten - etwa von einer risikoreichen Landung auf dem Mars, der vermutlichen Entdeckung des Higgs-Teilchens und eines Planeten um Alpha Centauri.

2012

Machten 2012 Schlagzeilen: Curiosity, ein Planet um Alpha Centauri B, das Higgs-Teilchen am CERN und der Raumfrachter Dragon. Bild: NASA/JPL-Caltech / ESO/L. Calçada /CERN/NASA TV

Es waren sieben entscheidende Minuten und sie waren wohl der größte Erfolge der NASA in diesem Jahr: In "sieben Minuten des Schreckens" landete nämlich der Marsrover Curiosity Anfang August sicher im Gale-Krater des roten Planeten. Schon bald unternahm er eine erste Testfahrt, analysierte eine erste Bodenprobe und verbringt die Feiertage gegenwärtig in einer Region namens Yellowknife Bay. Im neuen Jahr soll Curiosity dann zum primären Ziel seiner Mission fahren, dem Zentralberg des Gale-Kraters, wo sich die Forscher Hinweise darauf erhoffen, ob der Mars früher einmal lebensfreundlich war.

Dabei hatte die amerikanische Weltraumbehörde zu Beginn des Jahres für keine so positiven Schlagzeilen in Sachen Mars gesorgt und die eigentlich schon geplanten Marsmissionen mit der ESA gestrichen. Inzwischen hat sie sich entschieden, im Jahr 2020 einen neuen Marsrover zum Mars zu schicken, der auf der Technologie von Curiosity beruhen soll. Die russische Marsmission Phobos-Grunt endete zu Jahresbeginn mit dem Wiedereintritt der Sonde in die Erdatmosphäre.

Eigentlich sind Meldungen über die Entdeckung von extrasolaren Planeten inzwischen keine wirkliche Sensation mehr. Damit die Funde aber in der Masse nicht untergehen, bekommen sie von den Astronomen - oder den verantwortlichen Pressestellen der Universitäten - gerne noch einen Zusatz verpasst, der sie für die Medien interessanter macht: Das war auch 2012 nicht anders: So wurde um Gliese 667Cc eine möglicherweise lebensfreundliche Super-Erde entdeckt und auch um HD 40307, Kepler spürte einen Planeten in einem Vierfachsystem auf und gleich zu Jahresbeginn gab das Team die Entdeckung von 26 neuen Planeten in elf Systemen bekannt.

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Auch theoretisch befasste man sich 2012 mit den Welten außerhalb des Sonnensystems: So deuteten Modelle darauf hin, dass es Planeten um fast jeden Stern geben könnte oder dass einsame Planeten einfach so durch die Milchstraße rasen. Um rote Zwerge vermuteten Astronomen gar Milliarden Planeten in der habitablen Zone.

Doch das ist alles Theorie, viel spannender wird es da natürlich, wenn ein Planet direkt vor unserer Haustür entdeckt wird: Ein solcher Fund sorgte Mitte Oktober für Schlagzeilen. Mit dem Instrument HARPS fanden Astronomen Hinweise auf einen Planeten um Alpha Centauri B, einen der sonnennächsten Sterne überhaupt. Im November beendete der äußerst erfolgreiche Satellit Kepler zudem seine Hauptmission und begann nahtlos mit einer erweiterten Missionsphase, die bis 2016 andauern soll. Sogar nach intelligentem Leben auf anderen Welten hat man 2012 gezielt gefahndet, doch kein verdächtiges Signal von Gliese 581 empfangen können.

Auch bei entfernten Objekten versuchen sich Astronomen immer mit neuen Superlativen zu überbieten. So entdeckten sie einen neuen Rekordhalter unter den Galaxienhaufen im entfernten Universum, eine Supernova vor über neun Milliarden Jahren und die entfernteste Spiralgalaxie. Im November glaubten Forscher dann mithilfe der Teleskope Hubble & Spitzer das entfernteste je beobachtete Objekt aufgespürt zu haben, bis schließlich im Dezember ein neuer, noch tieferer Blick ins All weitere Galaxien in Rekordentfernung enthüllte.

Doch auch in unserem Sonnensystem wurde 2012 so einiges entdeckt, etwa auf dem mysteriösen Saturnmond Phoebe, auf dem Asteroiden Vesta, der viele Merkmale eines Planeten trägt oder auf dem Merkur, wo sich neue Indizien für Wassereis an den Polen fanden. Um Pluto spürten Astronomen mit Hubble einen fünften Mond auf und mit Cassini stellten Forscher fest, dass die Etosha-Pfanne in Afrika einem See auf dem Saturnmond Titan ähnelt, wo sie außerdem noch ein Flusssystem fanden, dass an den Nil erinnert.

Erfolge konnte man 2012 auch in der erdnahen Raumfahrt feiern: Die neue europäische Trägerrakete Vega absolvierte im Februar ihren Jungfernflug und im Mai startete dann der erster private Raumfrachter zur Internationalen Raumstation ISS. Die Raumkapsel Dragon dockte schließlich an die ISS an und verschaffte der NASA, nach Einstellung der Shuttle-Flüge im Jahr 2011, wieder eine Möglichkeit, Versorgungsgüter mit einem amerikanischen Raumschiff zur ISS zu bringen. Die Dragon-Mission ging mit einer Landung im Pazifik zu Ende. Die Herstellerfirma SpaceX erhielt nach diesem erfolgreichen Test einen Auftrag über eine ganze Reihe von Versorgungsflügen in den kommenden Jahren, der erste startete bereits im Oktober.

Kein Erfolg hingegen war dem Forscherteam gegönnt, das 2011 mit der Entdeckung überlichtschneller Neutrinos Schlagzeilen gemacht hatte. Bereits im Februar gab es Hinweise auf eine fehlerhafte Messung, im März hielten sich die Neutrinos bei einem zweiten Experiment brav an die Lichtgeschwindigkeit und im Juni waren beim CERN die überlichtschnellen Neutrinos endgültig kein Thema mehr. Dafür feierte man in Genf andere Erfolge: So konnten die Forscher im April zunächst die Entdeckung eines neuen Teilchens - ein bislang unbekanntes Baryon aus einem leichten und zwei schweren Quarks - bekannt geben und im Juli schließlich die vermutliche Entdeckung des lange gesuchten Higgs-Teilchens.

Fast das ganze Jahr über umrundeten die beiden Sonden der GRAIL-Mission den Mond und kartierten dabei das Schwerefeld des Erdtrabanten. An der äußerst erfolgreichen Mission war auch Sally Ride beteiligt, die erste Amerikanerin im All. Sie erlag im Juli einem Krebsleiden. Als die Mission der beiden GRAIL-Sonden durch einen Aufprall auf einen Mondberg in diesem Monat zu Ende ging, wurde die Absturzstelle nach Sally Ride benannt. Auch von einem anderen Astronauten, der Weltraumgeschichte schrieb, mussten wir 2012 Abschied nehmen: Neil Armstrong, der erste Mensch auf dem Mond, starb im August.

Das astronomische Jahrhundertereignis des Jahres 2012 darf natürlich an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben: Anfang Juni war auch von Deutschland aus ein Venustransit zu beobachten. Überall versuchten Menschen die winzige Scheibe unseres Nachbarplaneten zu entdecken, die vor der Sonne vorüberzog. Den nächsten Venustransit wird es erst wieder im Jahr 2117 geben, so dass es für keinen heute lebenden Menschen noch einmal die Chance geben dürfte, einen solchen Transit zu beobachten.

Was machte 2012 noch Schlagzeilen: Der ESA-Umweltsatellit Envisat konnte im Februar sein zehntes Jubiläum im All feiern, knapp sechs Wochen später brach dann allerdings der Kontakt zu Envisat ab und konnte auch nicht wieder hergestellt werden. Grünes Licht gab es für die ESA-Mission JUICE, die die Jupitermonde erforschen soll. Die NASA startete mit NuSTAR ein neues Röntgenteleskop und die Sonde Dawn nahm Abschied vom Asteroiden Vesta und steuert nun den Zwergplaneten Ceres an. Die europäische Südsternwarte ESO schließlich konnte in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiern. 

Jeder wird in unserem Archiv seine eigenen Highlights des Jahres 2012 finden. Diskutieren Sie doch Ihre persönlichen Höhepunkte aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt im astronews.com Forum oder auch auf unseren Seiten bei Facebook oder bei Google+ Sicherlich wird auch das Jahr 2013 viele interessante Nachrichten für diesen Online-Dienst bereithalten, etwa über den Start des ESA-Satelliten Gaia, der unzählige Sterne katalogisieren soll oder vielleicht auch über einen neuen Jahrhundertkometen, den manche für Ende 2013 vorhersagen. Wir berichten natürlich weiter und bedanken uns an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre faszinierende Arbeit, durch die eine Nachrichtenseite wie astronews.com erst möglich wird.

Unseren Leserinnen und Lesern danken wir für die Treue und wünschen für das Jahr 2013 alles Gute.

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