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MOND
Wasser aus Sonnenwind
von Stefan Deiters
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15. Oktober 2012

Woher stammt das Wasser, das verschiedene Sonden in den vergangenen Jahren wiederholt auf dem Mond nachgewiesen haben? Eine Analyse von Mondgestein lieferte jetzt eine Antwort: Das Wasser wurde sehr wahrscheinlich durch den Sonnenwind erzeugt. Das könnte bedeuten, dass es Wasser auch auf Asteroiden oder dem Merkur gibt. Nur direkt nutzbar dürfte es nicht sein.

Mond

Wasser auf dem Mond könnte hauptsächlich durch Partikel des Sonnenwinds entstanden sein. Bild: NSSDC / NASA

In den letzten Jahren haben verschiedene Sonden wiederholt Hinweise darauf geliefert, dass es auf dem Mond Wasser gibt (astronews.com berichtete). Der Erdtrabant dürfte also nicht ganz so trocken sein, wie man bislang immer geglaubt hat, obwohl das nachgewiesene Wasser meist nur in äußerst geringer Konzentration im Mondboden nachgewiesen werden konnte. Doch wie kam das Wasser überhaupt dorthin? Könnte es beispielsweise durch den Einschlag eisiger Kometen oder anderer wasserhaltiger Brocken aus dem All auf den Mond gelangt sein?

Ein alternatives Erklärungsmodell für die Wasserfunde auf dem Mond geht auf theoretische Überlegungen aus den 1970er Jahren zurück: Von der Sonne geht ein ständiger Partikelstrom aus, der sogenannte Sonnenwind, der auch auf die Oberfläche aller Himmelskörper im Sonnensystem trifft, sofern diese nicht durch eine Atmosphäre oder ein Magnetfeld geschützt sind. Wasserstoffionen, also Protonen, aus dem Sonnenwind könnten sich mit Sauerstoff auf der Mondoberfläche verbunden haben, wodurch Wasser oder verwandte Verbindungen wie Hydroxyl (bestehend aus einem Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom) entstanden sind.

In einem gestern in der Zeitschrift Nature Geoscience veröffentlichten Fachartikel beschreiben Youxue Zhang von der University of Michigan und seine Kollegen neue Untersuchungen von Gesteinsproben vom Mond, die sehr deutlich für eine solche Entstehung des Wassers durch Sonnenwind sprechen. Die Wissenschaftler entdeckten beträchtliche Mengen von Hydroxyl im Inneren von mikroskopisch kleinen Glaspartikeln, die auf der Mondoberfläche durch Einschläge von Mikrometeoriten entstanden waren.

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"Wir haben entdeckt, dass die 'Wasser'-Komponente, das Hydroxyl, im Mondregolith hauptsächlich durch den Sonnenwind entsteht, dessen Protonen sich lokal mit Sauerstoff   verbinden und so Hydroxyle entstehen lassen. Diese gelangen dann durch Aufschmelzen bei Einschlägen ins Innere der Glaspartikel", erläutert Zhang. "Mondregolith gibt es überall auf dem Mond und das Regolith besteht ungefähr zur Hälfte aus Glas. Damit zeigt unsere Studie, dass die 'Wasser'-Komponente, das Hydroxyl, im Oberflächenmaterial des Mondes sehr verbreitet ist. Es liegt allerdings nicht in Form von Eis oder flüssigem Wasser vor, das man leicht für eine bemannte Mondbasis nutzen könnte."

 "Dies bedeutet auch", ergänzt Yang Liu, von der University of Tennessee, die Erstautorin des Fachartikels, "dass es sehr wahrscheinlich auch Wasser auf Merkur und auf Asteroiden unseres Sonnensystems wie Vesta oder Eros gibt. Die Umweltbedingungen auf diesen Objekten unterscheiden sich zwar deutlich, doch hätten alle das Potential Wasser zu produzieren."

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler Körner von Proben untersucht, die Astronauten der Missionen Apollo 11, Apollo 16 und Apollo 17 aus verschiedenen Regionen des Mondes zur Erde mitgebracht hatten. 

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siehe auch
Lunar Reconnaissance Orbiter: Hinweise auf Eis im Shackleton-Krater? - 21. Juni 2012
LCROSS: Wasserfund am Mond-Südpol bestätigt - 21. Oktober 2010
LCROSS: Wasser in Mondkrater nachgewiesen - 13. November 2009
Mond: Drei Sonden entdecken Wasser auf dem Mond - 24. September 2009
Mond: Kein offenes Eis im Shackleton-Krater - 24. Oktober 2008
Links im WWW
University of Michigan
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