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Lange Winternächte sind ideal für einen Spaziergang am Sternenhimmel, der im Januar von den typischen Wintersternbildern dominiert wird. Am frühen Abend bietet uns die Venus zudem einen weiteren Glanzpunkt am Himmel. Die Erde erreicht am 5. des Monats den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn. Und auch Sternschnuppenfreunde könnten auf ihre Kosten kommen.
Nun ist der Winter wirklich da, zumindest der kalendarische. Auch wenn die ersten Tage des Jahres von den Temperaturen eher frühlingshaft erscheinen mögen, ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass es im Verlauf des Monats noch einmal richtig kalt wird. Und es gibt Menschen, die noch immer glauben, dass die kalten Temperaturen im Winter etwas mit der Entfernung der Erde von der Sonne zu tun haben. Doch wie ließe sich dann erklären, dass in Australien gerade Hochsommer ist? Die Erde erreicht Anfang Januar sogar den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn, das Perihel - in diesem Jahr am 5. Januar. Sie hat dann eine Entfernung von 147 Millionen Kilometer von der Sonne. Ihren sonnenfernsten Punkt durchläuft die Erde übrigens Anfang Juli. Für die Jahreszeiten, es sei noch einmal betont, ist einzig und allein die Stellung der Erdachse verantwortlich. Wer sich von winterlichen Temperaturen oder dem Schmuddelwetter nicht abschrecken lässt und einen Blick an den Nachthimmel wagt, wird mit einer reichen Auswahl von besonders schönen und interessanten Sternen belohnt. Wie schon im Dezember kann man auch im Januar am südlichen Sternenhimmel das so genannte Wintersechseck [Findkarte Wintersechseck] in seiner vollen Schönheit bewundern: Es besteht aus den Sternen Prokyon im Kleinen Hund, Pollux in den Zwillingen, Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion und Sirius im Großen Hund. Der Große Hund ist eigentlich ein Sternbild der Südhalbkugel, das aber in Winternächten auch in unseren Breiten zu sehen ist. Interessant an dieser Konstellation ist vor allem der Stern Sirius, der Astronomen schon seit Jahrtausenden fasziniert und bei dem es sich um ein Doppelsternsystem oder gar um ein Dreifachsystem handelt (astronews.com berichtete). Sirius ist der hellste Stern, der von der Erde aus zu beobachten ist.
Die Venus beginnt das Jahr als strahlend heller Abendstern am südwestlichen Himmel. Schon bevor sich am abendlichen Himmel andere Sterne ausmachen lassen, ist unser sonnennäherer Nachbar als heller Punkt zu erkennen. Am 26. Januar kommt es zu einer dichten Begegnung mit der zunehmenden Mondsichel. Unser anderer Nachbar im All, der Mars, baut seine Sichtbarkeit am Nachthimmel immer weiter aus: Anfang März erreicht er seine Oppositionsstellung zur Sonne und ist dann die ganze Nacht über zu sehen. So geht der rote Planet im Verlauf des Januars immer früher am Abend auf und wird auch deutlich heller. Er steht im Sternbild Löwe und wird in Sachen Helligkeit am Himmel nur noch vom Mond, der Venus, dem oben erwähnten Stern Sirius und dem Gasriesen Jupiter übertroffen, der noch immer ein strahlendes Objekt am Abendhimmel ist und im Sternbild Fische steht. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich Jupiter allerdings langsam zurück. Der Ringplanet Saturn schließlich ist am Morgenhimmel zu sehen. Er befindet sich im Sternbild Jungfrau und baut seine Sichtbarkeit im Laufe des Monats auf fast die gesamte zweite Nachthälfte aus. In den kommenden Monaten wird er dann auch am Abendhimmel zu sehen sein und Mitte April seine Oppositionsstellung zur Sonne erreichen. Anfang Januar sind die so genannten Quadrantiden zu sehen, deren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Bootes liegt. Die Quadrantiden sind der intensivste jährliche Sternschnuppenschauer, aber trotzdem relativ unbekannt. Der vermutliche Ursprungskörper dieses Sternschnuppenstroms wurde erst vor wenigen Jahren entdeckt (astronews.com berichtete). Die Quadrantiden sind zwischen dem 1. und 6. Januar vor allem in der zweiten Nachthälfte aktiv, das Maximum wird in diesem Jahr für die Nacht vom 3. auf den 4. Januar erwartet. Weniger eindrucksvoll sind die Delta-Cancriden, die aus dem Sternbild Krebs zu kommen scheinen. Sie sind bis in die letzte volle Januarwoche aktiv, mit dem Maximum wird am 17. Januar gerechnet. Die monatlichen Himmelsvorschauen gibt es bereits seit Februar 2000 bei astronews.com. Sie erschienen bislang unabhängig vom Nachrichtenteil in einer eigenen Sektion und führten daher ein relatives Schattendasein. Seit September 2011 veröffentlichen wir die Himmelsvorschauen daher im Nachrichtenteil von astronews.com. Ergänzende Informationen, die wir bislang im Rahmen der Himmelsvorschau präsentiert haben, wie etwa Entfernungen zu den Planeten oder die Mondphasen, finden Sie weiterhin in der Rubrik Sternenhimmel an alter Stelle.
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