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JAHRESRÜCKBLICK 2011
Schnelle Neutrinos, letzte Flüge und neue Planeten
von Stefan Deiters
astronews.com
30. Dezember 2011

Traditionell blickt astronews.com am Ende eines Jahres zurück auf einige herausragende Ereignisse aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt aus den vergangenen zwölf Monaten. In diesem Jahr bereits zum 13. Mal, denn astronews.com gibt es seit dem 1. Februar 1999. Auch in diesem Jahr gab es einiges zu berichten: etwa vom Ende einer Ära, zu schnellen Neutrinos und vielen extrasolaren Planeten.

2011

Machten im Nachrichtenjahr 2011 Schlagzeilen: Die Atlantis, der Asteroid Vesta, das System Kepler-11 und die russische Sonde Phobos Grunt. Bild: NASA / JPL-Caltech / Tim Pyle / UCLA / MPS / DLR / IDA / Roskosmos

Das Jahr 2011 war ein Jahr des Abschieds, zum Beispiel des Abschieds von den amerikanischen Raumfähren: Drei letzte Starts gab es im Laufe des Jahres noch: Im Februar machte sich die Discovery auf den Weg zur ISS, im Mai die Endeavour und im Juli schließlich noch einmal die Atlantis, die mit ihrer Landung am 21. Juli die Ära der amerikanischen Space Shuttle beendete.

Abschied nehmen mussten wir auch vom tapferen kleinen Marsrover Spirit: In den ersten Monaten dieses Jahres wurde klar, dass er den Winter auf dem Mars nicht überstanden hatte. Der NASA war es zuvor nicht gelungen, den im Sand festgefahrenen Rover wieder flott zu machen und ihn in eine günstige Überwinterungsposition zu manövrieren. Nach zahlreichen Kontaktversuchen gab die NASA Spirit schließlich im Mai auf.

Doch der Zwilling von Spirit, Opportunity, ist bis heute aktiv und erreichte im August nach langer Fahrt den Endeavour-Krater. Für das Roverteam war dies, als wäre ihnen eine zweite Landestelle spendiert worden. Hält Opportunity noch bis in den August durch, könnte die NASA sogar wieder über zwei aktive Rover auf dem roten Planeten verfügen: Das Mars Science Laboratory, also der neue Marsrover Curiosity, startete nämlich im November zum Mars. Und auch ein anderer Planet war 2011 im Visier der Amerikaner: Die Sonde Juno wurde im August auf den Weg zum Jupiter gebracht.

Erfolgsmeldungen gab es auch bei der Suche nach extrasolaren Planeten: Insbesondere das Weltraumteleskop Kepler zeigte, was es kann. So entdeckte es beispielsweise im Januar den ersten Gesteinsplaneten, im Februar sechs Planeten um eine Sonne, im September einen Planeten mit zwei Sonnen und schließlich im Dezember den ersten Planeten in einer habitablen Zone sowie den ersten tatsächlich erdgroßen Exoplaneten. Doch auch andere Teams waren 2011 bei der Exoplaneten-Jagd erfolgreich: So verkündeten Astronomen im September, dass sie mit dem Instrument HARPS von La Silla aus 50 neue Exoplaneten aufgespürt hätten. Ein Nachbau von HARPS soll zudem bald auch auf der Nordhalbkugel zum Einsatz kommen.

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Spannend war es 2011 auch für die Wissenschaftler, die sich mit den kleinsten Teilchen beschäftigen, damit aber hoffen, auch die großen Rätsel der Welt lösen zu können. So berichtete astronews.com im Juli von Hinweisen auf eine Lücke im Standardmodell und im September von einem faszinierenden Experiment, bei dem sich Neutrinos offenbar schneller bewegt hatten als das Licht. Diese Nachricht vom CERN in Genf sorgte für erheblichen Wirbel. Im Dezember wurde zudem bekannt, dass die Physiker dabei sind, das Higgs-Teilchen immer weiter einzukreisen.

Auch ansonsten gab es viel Neues aus der Wissenschaft: So überlegten Astronomen beispielsweise, ob Leben auf der Erde auch ohne Mond möglich wäre und spekulierten darüber, dass der Mond durch eine Kollision mit einem zweiten Mond seine heutige Form erhalten hat. Sie entdeckten Reste einer von der Milchstraße verschluckten Galaxie, den entferntesten voll entwickelten Galaxienhaufen und zwei tote Sterne vor der Wiedergeburt.

Das Team des Weltraumteleskops Hubble konnte sich im Juli über insgesamt eine Million wissenschaftliche Beobachtungen freuen. Die europäische Südsternwarte ESO unterzeichnete im Oktober eine Vereinbarung für ein neues Riesenteleskop in Chile und feierte im November 15 Jahre Adaptive Optik am Very Large Telescope. Das Teleskop-Array ALMA machte seine ersten Beobachtungen und auch das neue VLT Survey Telescope lieferte erste Bilder.

Zahlreiche Raumsonden machten 2011 Schlagzeilen: Die Sonde Stardust flog im Februar am Kometen Tempel 1 vorüber und warf einen Blick auf die Narben, die Deep Impact hinterlassen hat. Mit MESSENGER schwenkte im März die erste Sonde in einen Orbit um Merkur ein, der Lunar Reconnaissance Orbiter entdeckte eine faszinierende Vulkanregion auf dem Mond, Cassini lieferte neue Daten über den Riesensturm auf Saturn und STEREO blickte auf die erdabgewandte Seite der Sonne. Die Sonde Dawn schließlich umrundet seit Juli den Asteroiden Vesta.

Nicht alles klappte aber 2011 wie vorgesehen: So missglückte im März der Start des NASA-Umweltsatelliten Glory und im August scheiterte der Start eines unbemannten russischen Progress-Raumfrachters, der die Internationale Raumstation ISS versorgen sollte. Sorgen über die Zuverlässigkeit der russischen Technologie, auf die man seit Ende der Shuttle-Flüge für den ISS-Besatzungswechsel angewiesen war, führten sogar zu Überlegungen, wie die ISS für einige Zeit unbemannt betrieben werden könnte. Zwei Sojus-Raumschiffe brachten aber im November und Dezember problemlos neue Besatzungsmitglieder ins All.

Dafür scheiterte aber nicht nur der Start eines russischen militärischen Kommunikationssatelliten, sondern auch die russische Marsmission Phobos-Grunt, die es nicht aus dem Erdorbit schaffte. Die Sonde wird vermutlich im Januar in der Atmosphäre verglühen. Dies taten auch zwei andere ausgediente Sonden, die Jahre nach Ende ihrer erfolgreichen Wissenschaftsmission so noch einmal in die Schlagzeilen gerieten:  Der amerikanische Satellit UARS stürzte im September in den Pazifik. Der deutsche Röntgensatellit Rosat verglühte im Oktober.

Was geschah noch Bemerkenswertes im Jahr 2011? Die Entdeckung, dass sich das Universum beschleunigt ausdehnt, wurde mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Die Chinesen starteten mit Tiangong 1 ein Modul für Andocktests, das einmal Grundlage einer chinesischen Raumstation werden könnte und die Menschen auf der Südhalbkugel freuten sich über den Kometen Lovejoy, der als Weihnachtskomet am Morgenhimmel erschien.

Jeder wird in unserem Archiv seine eigenen Highlights des Jahres 2011 finden. Diskutieren Sie doch Ihre persönlichen Höhepunkte aus Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt im astronews.com Forum oder auch auf unseren Seiten bei Facebook oder bei Google+ Sicherlich wird auch das Jahr 2012 viele interessante Nachrichten für diesen Online-Dienst bereithalten: Ein neuer Marsrover soll auf dem roten Planeten landen, ein Venustransit wird zu beobachten sein und die ersten kommerziellen Raumfrachter werden zur ISS starten. Wir berichten natürlich weiter und bedanken uns an an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre faszinierende Arbeit, durch die eine Nachrichtenseite wie astronews.com erst möglich wird.

Unseren Leserinnen und Lesern danken wir für die Treue und wünschen für das Jahr 2012 alles Gute.

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