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VLT
Detaillierter Blick auf gelben Überriesen
von Stefan Deiters
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28. September 2011

Mit Hilfe des Very Large Telescope der ESO ist Astronomen jetzt ein detaillierter Blick auf einen seltenen Riesenstern gelungen. Auf dem bislang besten Bild dieses gelben Überriesen ist deutlich eine doppelte Staubhülle zu erkennen, die den Riesenstern umgibt. Das Objekt wird wegen seines Aussehens auch Spiegelei-Nebel genannt.

IRAS 17163-3907

Das neue Bild des gelben Überriesen IRAS 17163-3907. Bild: ESO / E. Lagadec [Großansicht]

Der gelbe Überriese, der - aus offensichtlichen Gründen - manchmal auch Spiegelei-Nebel genannt wird, trägt die recht unspektakuläre Katalogbezeichnung IRAS 17163-3907 und hat etwa den 1.000-fachen Durchmesser unserer Sonne. Das Objekt ist rund 13.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und damit der uns am nächsten gelegenen bekannte Stern seiner Klasse. Die Leuchtkraft unserer Sonne übertrifft der Überriese um das 500.000-fache. "Das Objekt war als helle Quelle im Infraroten bekannt, wurde aber bislang überraschender Weise nicht als gelber Überriese identifiziert", erklärt Eric Lagadec von der Europäischen Südsternwarte (ESO), der das Wissenschaftlerteam leitete, dem die neuen Bilder des Sterns zu verdanken sind.

Die heute vorgestellten Beobachtungen und die damit verbundene Entdeckung der den Stern umgebenden Staubhüllen gelangen mit der Infrarotkamera VISIR des Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Gipfel des Paranal in Chile. Erstmals sind hier die Region rund um den Stern und die beiden nahezu symmetrischen Staubhüllen deutlich zu erkennen. Befände sich das Objekt in unserem Sonnensystem anstelle der Sonne, läge die Erde tief im Inneren des Überriesen. Der Jupiter befände sich knapp über der Oberfläche des Sterns. Der umgebende Nebel schließlich würde alle restlichen Planeten einschließen und auch noch zahlreiche Objekte jenseits der Neptunbahn. Die äußere Hülle hat einen Radius von etwa 10.000 Astronomischen Einheiten, was der 10.000-fachen mittleren Entfernung der Erde von der Sonne entspricht.

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Gelbe Überriesen befinden sich gerade in einer turbulenten Phase ihrer Entwicklung. Es handelt sich um vergleichsweise massereiche Sterne, mit einer Masse von mehr als dem Zehnfachen der Masse unserer Sonne. Hinter ihnen liegt bereits eine Phase als roter Überriese. Ihre Zeit als gelber Überriese dauert nur wenige Millionen Jahre, sie entwickeln sich dann bald zu einem hellen blauen Veränderlichen weiter, deren Helligkeit stark schwankt.

Bevor sie ihr nukleares Leben schließlich als Supernova beenden, können sie zudem noch eine Phase als Wolf-Rayet-Stern durchlaufen. Durch Supernova-Explosionen gelangen zahlreiche schwerere Elemente wieder in den interstellaren Raum. Von diesen Explosionen ausgehende Stoßwellen können zudem noch in entfernteren Regionen Gas so komprimieren, dass neue Sternentstehung einsetzt. 

In seiner turbulenten und sehr aktiven Zeit als gelber Überriese stößt ein Stern in explosionsartigen Ereignissen große Mengen an Material in seine Umgebung ab. Die Masse von IRAS 17163-3907 schätzen die Astronomen auf die etwa 20-fache Masse unserer Sonne. In den letzten paar Hundert Jahren dürfte der Stern insgesamt Material mit der vierfachen Masse der Sonne ins All geschleudert haben. Auf diese Weise sind die eindrucksvollen Hüllen um den Überriesen entstanden, die aus silikatreichem Staub und Gas bestehen.

Das Bild basiert auf Daten von Beobachtungen mit drei verschiedenen Filtern im mittleren Infraroten, die dann blau, grün und rot eingefärbt wurden. Über die Beobachtungen von IRAS 17163-3907 berichten die Astrononen auch in einem Fachartikel, der in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics erscheinen wird.

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Detaillierter Blick auf gelben Überriesen. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
VLTI: Detaillierter Blick auf einen alten Überriesen - 26. Januar 2011
Beteigeuze: Detaillierter Blick auf einen Giganten - 29. Juli 2009
VLTI: Nahaufnahme eines sterbenden Riesen - 27. Mai 2008
Links im WWW
ESO
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