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EXTRASOLARE PLANETEN
Planetenkollision in fernem Sonnensystem? 
von Rainer Kayser
17. August 2011

Sind vor weniger als 50 Millionen Jahren zwei Planeten im Orbit des 50 Lichtjahre entfernten Weißen Zwergsterns NLTT 43806 kollidiert? Astronomen glauben, dass dies die hohe Konzentration an Aluminium in dessen Außenschichten erklären würde. Die Kollision könnte dem Zusammenprall geähnelt haben, durch den in unserem Sonnensystem einst der Mond entstanden ist. 

NLTT 43806

Der Weiße Zwerg NLTT 43806 in einer Aufnahme des Sloan Digital Sky Surveys. Bild: Sloan Digital Sky Survey

Vor weniger als 50 Millionen Jahren sind zwei Planeten des 50 Lichtjahre entfernten Sterns NLTT 43806 zusammengestoßen. Amerikanische Forscher sind im Licht des Sterns auf Spuren dieser Katastrophe gestoßen. Wie die Astronomen demnächst im Fachblatt Astrophysical Journal berichten, weist der Stern in seinen Außenschichten erhöhte Mengen an Aluminium und anderen Elementen auf, die in der Kruste und im Mantel erdähnlicher Planeten vorkommen.

"Die wahrscheinlichste Erklärung dafür ist, dass es bei NLTT 43806 zu einer Kollision zweier felsiger Himmelskörper gekommen ist", erläutert Benjamin Zuckerman von der University of California in Los Angeles, einer der beteiligten Wissenschaftler. Der Zusammenstoß könnte ähnlich verlaufen sein, wie die Kollision der jungen Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten, die zur Entstehung des Erdmonds geführt hat. Dabei wurde ein Teil des Erdkruste und des Erdmantels ins All geschleudert. Aus dem überwiegenden Teil dieser Materie hat sich dann der Mond geformt.

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Aber ein Teil der Trümmer dürfte damals in die Sonne gefallen sein - ebenso sei auch ein Teil der Trümmer in den Stern NLTT 43806 gefallen, so Zuckerman. Die ungewöhnliche chemische Zusammensetzung des Sterns lässt sich mit einem Zustrom von Materie erklären, der zu 30 Prozent aus der Kruste und zu 70 Prozent aus dem äußeren Mantel eines erdähnlichen Planeten besteht. Nach Abschätzung der Forscher dauert es maximal 50 Millionen Jahre, bis der Stern alle verbliebenen Trümmer der Kollision aufgenommen hat. Da die Planetenmaterie schnell in das Sterninnere absinkt, kann die Kollision also maximal vor 50 Millionen Jahren geschehen sein.

Im Gegensatz zur Sonne ist NLTT 43806 ein Weißer Zwergstern, also ein ausgebrannter Stern, in dem keine Kernfusion mehr stattfindet und der langsam auskühlt. Bevor ein Stern zu einem Weißen Zwerg wird bläht er sich zunächst zu einem Roten Riesenstern auf. Die Sonne wird in dieser Phase möglicherweise so groß, dass sie sogar die Erde verschlingt. NLTT 43806 muss also erdähnliche Planeten besessen haben, die ihre Bahn in ausreichender Entfernung gezogen haben, um diese Entwicklungsphase des Sterns zu überstehen.

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siehe auch
Spitzer: Planetenkollision bei jungem Stern - 12. August 2009
Extrasolare Planeten: Planetenkollision um BD +20 307 - 1. August 2005
Spitzer: Planetenkollision bei Wega - 11. Januar 2005
Ferne Welten - die astronews.com-Berichterstattung über die Suche nach anderen Planeten
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