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Das Team der Sonde CoRoT hat jetzt die Entdeckung von sechs neuen extrasolaren Planeten und eines Braunen Zwergs bekannt gegeben. Über eine Welt, CoRoT-11b, freuen sich die Astronomen besonders: Der Planet mit etwa der doppelten Masse des Jupiter umrundet einen Stern, der sich sehr schnell um die eigene Achse dreht. Er ist daher mit anderen Verfahren kaum aufzuspüren.
Die unter Federführung der französischen Raumfahrtagentur CNES betriebene Sonde CoRoT sucht nach extrasolaren Planeten, indem sie eine Vielzahl von Sternen kontinuierlich beobachtet und dabei nach geringen Helligkeitsschwankungen Ausschau hält. Diese könnten nämlich durch das Vorüberziehen eines umlaufenden Planeten vor dem fernen Stern verursacht werden. Mit dieser sogenannten "Transitmethode" wurden - wie berichtet - schon zahlreiche Sterne aufgespürt. Sie hat den Vorteil, dass sie den Astronomen auch etwas über den Radius des Planeten verraten kann. Allerdings muss nicht jeder regelmäßig flackernde Stern gleich über einen Transitplaneten verfügen, sondern könnte beispielsweise auch einen oder mehrere bislang unbekannte stellare Begleiter haben. Deswegen sind nach Entdeckung eines potentiellen Transitplaneten weitere ergänzende Beobachtungen nötig, um so die Natur des vor dem Stern vorüberziehenden Objekts zu verifizieren. Dabei kommt hauptsächlich die Radialgeschwindigkeitsmethode zum Einsatz, mit der bislang die meisten Exoplaneten aufgespürt wurden. Dabei sucht man nach einem leichten Wackeln des Sterns, das durch den umlaufenden Planeten verursacht wird. Es verrät sich durch eine geringfügige Dopplerverschiebung im Spektrum des Lichts der entfernten Sonne. Auf diese Weise können die Astronomen die Masse des Transitobjektes abschätzen und so dessen Planetennatur bestätigen. Radius und Masse zusammen erlauben dann auch eine Aussage über die Dichte der fernen Welt und damit eine Unterscheidung zwischen Gas- und Gesteinsplaneten. Jetzt haben Astronomen sechs neue extrasolare Planeten präsentiert, die die Sonde CoRoT aufgespürt hat. "Mit diesen neuen Planeten steigt die Zahl der von CoRoT entdeckten Planeten auf 15", freut sich Magali Deleuil vom Laboratoire d'Astrophysique de Marseille, die das CoRoT-Exoplanetenprogramm leitet. "Die wachsende Zahl von Planeten, darunter Objekte mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften, ist für unser Verständnis anderer Planetensysteme extrem wichtig." Auch die neuen Entdeckungen sind sehr unterschiedlich: Der kleinste Planet, CoRoT-8b hat ungefähr 70 Prozent der Masse des Saturn, bei CoRoT-10b, CoRoT-11b, CoRoT-12b, CoRoT-13b und CoRoT-14b hingegen handelt es sich um sogenannte "heiße Jupiter" also Gasriesen, die ihre Sonne in großer Nähe umrunden. CoRoT-15b schließlich hat etwa die 60-fache Masse von Jupiter und wird als Brauner Zwerg klassifiziert. Die Exoplaneten unterscheiden sich aber nicht nur durch ihre Masse: So hat etwa CoRoT-10b einen äußerst exzentrischen Orbit, was während eines Umlaufs zu großen Temperaturschwankungen auf seiner Oberfläche führen dürfte. Und der Zentralstern von CoRoT-11b dreht sich mit großer Geschwindigkeit um die eigene Achse. Für eine Umdrehung benötigt er nur zwei Tage - unsere Sonne braucht dafür 26. Die hohe Umdrehungsgeschwindigkeit des Sterns hätte eine Entdeckung des umlaufenden Planeten allein mit der Radialgeschwindigkeitsmethode sehr unwahrscheinlich gemacht. Auch die Bestätigung seines Planetenstatuses erforderte umfangreiche Beobachtungen mit den verschiedensten Teleskopen weltweit. Dank dieser gemeinsamen Anstrengung konnte dann aber die Masse von CoRoT-11b auf die doppelte Masse des Jupiter und sein Radius auf den 1,4-fachen Radius des Gasriesen bestimmt werden. "Die große Vielfalt unter den jetzt entdeckten Planeten macht deutlich, dass CoRoT Exoplaneten entdeckten kann, die sich sehr voneinander unterscheiden", so Malcolm Fridlund, ESA-Projektwissenschaftler für CoRoT. "Diese Vielfalt gibt uns wichtige Einblicke in die Entstehung und Entwicklung von Planetensystemen."
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