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Alles deutet darauf hin, dass sich der Marsrover Spirit in eine Art Winterschlaf-Modus versetzt hat. Dabei bleiben nur die notwendigsten Systeme angeschaltet, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Das Team am Jet Propulsion Laboratory hatte am Dienstag vergeblich auf ein Signal des Rovers gewartet. Spirit könnte jetzt für Wochen oder gar Monate stumm bleiben.
Im Winterschlaf-Modus läuft die Uhr des Rovers weiter, doch es findet keinen Kommunikation oder auch sonstige Aktivitäten mehr statt. Alle Energie, die die Solarzellen noch liefern, wird verwendet, um die Elektronik zu heizen und die Batterien wieder aufzuladen. Wenn es deren Ladezustand zulässt, wird der Rover sich wieder aktivieren und gemäß eines zuvor übermittelten Zeitplans versuchen, mit der Erde Kontakt aufzunehmen. "Es könnte sein, dass wir von Spirit die nächsten Wochen oder auch Monate nichts mehr hören werden, doch wir werden bei jeder Gelegenheit lauschen", so John Callas, Projektmanager für die Marsrover am Jet Propulsion Laboratory der NASA. "Wir erwarten, dass Spirit die Kommunikation wieder aufnimmt, wenn es der Ladezustand seiner Batterien zulässt." Mitte Mai beginnt in der Region des Mars, in der sich Spirit befindet, der kalendarische Winter. Bis dahin werden die Tage also weiterhin kürzer, die Sonne steht sehr niedrig am Himmel und die staubbedeckten Solarzellen des Rovers liefern von Tag zu Tag weniger Energie. Drei Mal hat Spirit den Winter auf dem Mars seit seiner Ankunft im Januar 2004 bereits überstanden, allerdings waren die Solarzellen dabei immer nach Norden und damit günstiger ausgerichtet als jetzt. Für diesen Winter konnte man die Position und Ausrichtung des Rovers nicht anpassen, da sich Spirit - wie berichtet - im lockeren Marssand festgefahren hatte und zudem zwei seiner sechs Räder nicht mehr bewegen kann. Spirit hatte in den vergangenen Wochen wöchentlich mit der Erde Kontakt, am 30. März aber, als die NASA-Sonde 2001 Mars Odyssey Spirits Aufenthaltsort überflog, war von dem Rover nichts zu hören. "Wir überprüfen natürlich, ob andere, weniger wahrscheinliche Gründe für die versäumte Kommunikation in Frage kommen. Aber die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass Spirit irgendwann zwischen der letzten Kommunikation am 22. März und Dienstag nicht mehr genug Energie hatte", so Callas. "Die letzten Übertragungen hatten schon darauf hingedeutet, dass sich der Ladezustand der Batterien verschlechtert und sich dem Punkt nähert, zu dem sich Spirit in einen Winterschlaf-Modus schaltet." In den kommenden Wochen wird Spirits Elektronik Temperaturen aushalten müssen, die niedriger sind als alles, was die Schaltkreise bislang aushalten mussten. Die Techniker glauben aber, dass sie wohl über dem Wert bleiben werden, bis zu dem die Elektronik getestet wurde. Unklar ist allerdings, welchen Einfluss das Alter von Spirit auf diese Berechnungen hat. "Die Temperaturlimits waren für einen neuen Rover berechnet", erklärt Callas. "Wir haben hier aber einen alten Rover, der schon viele Tausende von Temperaturschwankungen überstehen musste. Die tiefen Temperaturen bedeuten also eine zusätzliche Belastung." Die beiden Marsrover Spirit und Opportunity sollten den Mars ursprünglich nur drei Monate lang erkunden.
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