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EROSITA
Röntgendetektor auf dem Prüfstand
Redaktion / Pressemitteilung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB)
astronews.com
23. Februar 2010

An Bord des russischen Satelliten Spektrum Röntgen Gamma (SRG) soll 2012 auch das deutsche Röntgenteleskop eROSITA ins All starten. Ziel des empfindlichen Instrumentes ist die Fahndung nach Schwarzen Löchern und der Natur der Dunklen Energie. An der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) wurde jetzt überprüft, ob der Detektor den besonderen Anforderungen der Mission auch tatsächlich genügt.

eROSITA

eROSITA wird an Bord des russischen Satelliten Spektrum Röntgen Gamma (SRG) vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus in den Orbit gebracht. Der Start ist für 2012 geplant. Bild: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik

Er soll dabei sein, wenn 2012 eine Sojus-2-Rakete ein Röntgenteleskop in den Weltraum trägt, um die Natur der Dunklen Energie der Universums zu entschlüsseln: ein vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik entwickelter Röntgendetektor. Seine anspruchsvolle Aufgabe ist es, die schwache Röntgenstrahlung von Himmelskörpern zu erfassen, ohne sich vom sichtbaren und UV-Licht von Milliarden Sternen stören zu lassen. Sehr empfindlich soll der Detektor im Wellenlängenbereich von unter einem bis zu etwa 50 Nanometer sein, während er gleichzeitig im anschließenden Bereich bis zu mehreren hundert Nanometern praktisch blind sein muss.

Wissenschaftlern der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) ist es nun erstmals gelungen, die spektrale Empfindlichkeit in eben diesem Bereich genau zu charakterisieren. Dies war nur möglich, weil der PTB zwei Elektronen-Speicherringe zur Verfügung stehen, die gemeinsam dafür sorgen, dass alle benötigten Spektralbereiche in hoher Qualität zur Verfügung stehen.

Die so genannte Dunkle Energie sorgt dafür, dass sich das Universum beständig und vermutlich mit steigender Geschwindigkeit ausdehnt. Welcher Art diese "Energie" ist, wollen Astronomen und Physiker im Rahmen des eROSITA -Projekts herausfinden, indem sie mit einem Bündel von sieben Röntgenteleskopen die Verteilung von etwa 100 000 Galaxienhaufen und von Millionen Schwarzer Löcher im Weltraum untersuchen (astronews.com berichtete).

Dass der dafür entwickelte Röntgendetektor seiner Aufgabe auch gerecht werden kann, haben Wissenschaftler der PTB mithilfe zweier Elektronenspeicherringe nachgewiesen: Mit der PTB-eigenen Metrology Light Source wurde in erster Linie die Abschirmung von störendem UV- und sichtbarem Licht überprüft, während im PTB-Labor bei BESSY II in Berlin-Adlershof die Empfindlichkeit des Detektors im Bereich weicher Röntgenstrahlung ermittelt wurde.

Bei dem Detektor handelt es sich um einen von der Rückseite beleuchteten, 450 Mikrometer dicken pn-CCD-Chip, der sich durch Langzeitstabilität und eine hohe Lichtempfindlichkeit auszeichnet. Der Detektor hat einen ultradünnen pn-Übergang als Strahlungseintrittsfenster, um vor allem niedrige Röntgenenergien nachweisen zu können. Ein direkt auf dem Chip angebrachter Filter unterdrückt die störende Strahlung im sichtbaren und UV-Bereich.

An eROSITA sind unter Federführung des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik mehrere Forschungseinrichtungen und Unternehmen beteiligt. Finanziert wird das Projekt vom Deutschen Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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Detektor für Röntgenteleskop eRosita getestet. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
Röntgenastronomie: Vereinbarung für eROSITA unterzeichnet - 18. August 2009
Röntgenastronomie: eRosita soll nach dunkler Energie fahnden - 2. April 2007
Links im WWW
Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)
Projekte am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
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