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Die NASA wird die Bemühungen zur Befreiung des Marsrovers Spirit einstellen. Der Rover, der sich im Frühjahr vergangenen Jahres im lockeren Sand festgefahren hatte, soll künftig als stationäre Forschungsstation weitergenutzt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Spirit die bevorstehende Winterzeit übersteht. Darauf werden sich nun alle Anstrengungen konzentrieren.
Die NASA wird die Versuche, den Marsrover Spirit aus seiner sandigen Falle zu befreien, einstellen. Das gab die amerikanische Raumfahrtbehörde gestern auf einer Pressekonferenz bekannt. Der Marsrover steckt seit dem 23. April 2009 im Sand fest. Seit November hatte man nun versucht, den Rover durch verschiedene Fahrmanöver wieder flottzubekommen. Wirkliche Fortschritte dabei gab es aber nicht. Nun will sich die NASA in den kommenden Wochen darauf konzentrieren, die Ausrichtung des Rovers zur Sonne zu verbessen und so die Überlebenschancen von Spirit im bevorstehenden Marswinter vergrößern. Übersteht Spirit den Winter, könnte der dann stationäre Rover noch wichtige Aufgaben als stationäre Marsforschungsstation erfüllen. "Spirit ist nicht tot, er hat nur einen neue Phase seines langen Lebens begonnen", beschriebt Doug McCuistion vom NASA-Hauptquartier die neue Situation. "Wir haben im letzten Jahr schon darauf hingewiesen, dass die Versuche, den von allen geliebten Rover zu befreien, auch fehlschlagen könnten. Es sieht nun ganz so aus, als wäre der gegenwärtige Standort von Spirit auch sein endgültiger." Spirit war im Frühjahr des vergangenen Jahres durch eine dünne Kruste gebrochen und steckt seitdem im lockeren Sand fest. Den Sommer über hatte man versucht, die Situation von Spirit auf der Erde nachzustellen und so einen geeigneten Weg zu finden, um den Rover wieder aus seiner Lage zu befreien. Die Versuche dazu hatten im November begonnen, waren aber durch das Versagen eines weiteren Rades zusätzlich erschwert worden. Die jüngsten Fahrversuche waren zwar die mit Abstand erfolgreichsten der letzten Wochen, allerdings verlangt nun der im Mai beginnende Winter eine Änderung der Strategie. Das Team rechnet damit, dass durch die geringer werdende Sonneneinstrahlung bereits Mitte Februar nicht mehr ausreichend Energie für weitere Fahrversuche zur Verfügung steht. Die verbleibende Zeit soll nun genutzt werden, um die Neigung des Rovers und seiner Solarzellen zu optimieren. Derzeit ist Spirit leicht nach Süden geneigt, was alles andere als ideal ist. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Hinterseite des Rovers sich ein wenig anhebt oder die linke Seite oder beides", so Ashley Stroupe vom Jet Propulsion Laboratory. Das soll durch verschiedene Fahrbewegungen erreicht werden oder auch durch das Eingraben der Vorderräder in den Sand. Mit seiner derzeitigen Neigung würde Spirit sehr wahrscheinlich nicht ausreichend Energie zur Verfügung stehen, um im Winter mit der Erde Kontakt halten zu können. Eine Neigungsänderung um einige Grad könnte zumindest alle paar Tage eine Kommunikation erlauben. "Ob wir durch den Winter kommen, hängt sehr von der Temperatur ab und wie kalt die Elektronik der Rover wird", erläutert Rover-Projektmanager John Callas. "Jedes bisschen Energie wird dazu verwendet werden, die Elektronik von Spirit warm zu halten, entweder indem man sie eingeschaltet lässt oder Heizungen anschaltet." "Es gibt eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen, die wir nur mit einem stationären Rover machen können und die wir daher in den vergangenen Jahren zurückgestellt hatten", erläutert Steve Squyres von der Cornell University, der wissenschaftliche Verantwortliche für Spirit und den anderen Rover Opportunity. "Die eingeschränkte Mobilität bedeutet nicht, dass die Mission abrupt zu Ende ist. Wir gehen nun zur stationären Wissenschaft über." Zu den vorgesehenen Experimenten zählt die Messung von winzigen Schwankungen der Marsrotation. Dazu benötigt man genaue Radio-Positionsbestimmungen über viele Monate. Aus solchen Messungen lassen sich dann Rückschlüsse über den inneren Aufbau des Mars ziehen. "Wenn es die letzte wissenschaftliche Errungenschaft von Spirit sein würde, herauszufinden, ob der Mars einen festen oder flüssigen Kern hat, wäre das wundervoll", so Squyres.
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