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STEINS
Schutthalde in Diamantform
Redaktion / Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft 
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11. Januar 2010

Beim Asteroiden Steins, der im vorvergangenen Jahr einen kurzen Besuch von der europäischen Sonde Rosetta erhielt, handelt es sich um eine Ansammlung großer einzelner Trümmer. Dies ergab die Auswertung von Bildern, die während des Vorüberflugs gemacht wurden und deren Ergebnisse Wissenschaftler jetzt vorstellten. Seine Form scheint Steins zudem dem YORP-Effekt zu verdanken.

Steins

Fliegende Schutthalde in Diamantform: Bilder des Asteroiden Steins, aufgenommen mit dem Kamerasystem OSIRIS an Bord der Raumsonde Rosetta. Bild: MPS für das OSIRIS- Team (MPS / UPD / LAM / IAA / RSSD / INTA / UPM / DASP / IDA) [Großansicht]

Im Fernrohr ist der Kleinplanet Steins ein unscheinbares Lichtpünktchen. Bei näherer Betrachtung entpuppt er sich als eine Art Schutthalde mit diamantähnlicher Form und großen Kratern auf der Oberfläche. So genau hingesehen hat ein Team um Horst Uwe Keller vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau. Dabei nutzten die Wissenschaftler das Kamerasystem OSIRIS an Bord der europäischen Raumsonde Rosetta. Die Forscher berichten in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science über ihre Ergebnisse.

 Die Bilder zeigen, dass Steins kein großer Gesteinsbrocken ist, sondern vielmehr eine Ansammlung vieler kleiner, einzelner Trümmer darstellt: eine Schutthalde eben. Das würde auch seine konische, diamantähnliche Form erklären, die offenbar durch YORP verursacht wurde. Diese Abkürzung steht für den Yarkovsky-O'Keefe-Radzievskii-Paddack-Effekt und beschreibt die Wirkung der Sonnenstrahlung auf einen kleinen Himmelskörper, etwa einen Planetoiden.

Die Sonne heizt dessen Oberfläche auf; wird die Wärme als Strahlung wieder abgegeben, entsteht ein geringes Drehmoment. Dadurch kann sich die Rotationsgeschwindigkeit verlangsamen oder beschleunigen, die räumliche Lage der Rotationsachse verändern - und schließlich auch die Gestalt des Planetoiden.

"Die detaillierte Analyse unserer Bilder weist darauf hin, dass der YORP-Effekt auch bei Asteroiden im Hauptgürtel eine entscheidende Rolle spielen kann. Dies war bisher nicht klar", erläutert Keller, unter dessen Leitung die OSIRIS-Kamera entwickelt und gebaut wurde.

Die europäische Raumsonde Rosetta flog am 5. September 2008 in einem Abstand von nur 800 Kilometern am Asteroiden Steins vorbei. Die Geschwindigkeit bei diesem flüchtigen Rendezvous betrug 30.000 Kilometer pro Stunde . Steins ist ein etwa 5,3 Kilometer großes Objekt im Asteroidengürtel zwischen den Bahnen von Mars und Jupiter, wo sich mehr als 400.000 solcher Himmelskörper tummeln. Er gehört zu den seltenen E-Typ-Asteroiden, deren Oberflächen aus dem Mineral Enstatit bestehen und die ein hohes Rückstrahlvermögen (Albedo) besitzen, das heißt, relativ hell sind.

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siehe auch
Rosetta: Kometensonde untersuchte Asteroid Steins - 6. September 2008
Rosetta: Spannung steigt vor Steins-Begegnung - 1. September 2008
Rosetta: Perfekter Blick auf den Asteroiden Steins - 19. August 2008
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Links im WWW
Max-Planck-Gesellschaft
Rosetta-Seiten am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung
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