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KEPLER
NASA-Sonde findet erste fünf Exoplaneten
Die NASA-Sonde Kepler hat ihre ersten fünf extrasolaren Planeten aufgespürt. Die Funde, die auf Daten der ersten sechs Beobachtungswochen beruhen, wurden gestern auf einer Konferenz der American Astronomical Society vorgestellt. Es handelt sich bei allen Welten um "heiße Jupiter", also Gasriesen, die ihre Sonne in nur geringem Abstand umkreisen. Kepler soll einmal eine zweite Erde aufspüren.
![]() Bei den neu entdeckten Planeten handelt es sich um extrem heiße, Jupiter-ähnliche Gasriesen. |
"Diese Entdeckungen tragen zu unserem Verständnis über die Entstehung und Entwicklung von Planetensystemen bei", meint William Borucki vom NASA Ames Research Center, der verantwortliche Wissenschaftler der Kepler-Mission. "Die Funde zeigen auch, dass unsere wissenschaftlichen Instrumente gut funktionieren. Das deutet darauf hin, dass Kepler seine wissenschaftlichen Ziele wird erreichen können." Die Forscher hatten gestern auf einer Tagung der American Astronomical Society die Entdeckung der extrasolaren Planeten Kepler 4b, 5b, 6b, 7b und 8b bekannt gegeben.
Eine wirkliche Überraschung sind die vorgestellten Planeten nicht, so dass diese frühen Resultate vor allem als Bestätigung der Funktionsfähigkeit des Weltraumteleskops gesehen werden sollten. Bei allen fünf Planeten handelt es sich um sogenannte "heiße Jupiter", also Planeten mit vergleichsweise großer Masse, die ihre Sonne in nur geringer Entfernung umkreisen und deswegen ausgesprochen heiß sind. Die neu entdeckten Planeten umrunden ihren Zentralstern in 3,3 bis 4,9 Tagen.
Es war erwartet worden, dass die ersten Planeten, die Kepler aufspüren würde, genau solche "heißen Jupiter" sind. Dies liegt am Verfahren, das die Sonde verwendet, um Planeten zu finden. Kepler beobachtet dazu ständig eine Vielzahl von Sternen und sucht nach typischen Lichtschwankungen, die durch einen umlaufenden Planeten verursacht werden könnten. Die vorgestellten Entdeckungen beruhen auf Beobachtungsmaterial der ersten sechs Wochen - da ist klar, dass Planeten, die mehrere Monate benötigen, um ihre Sonne zu umkreisen, noch gar nicht entdeckt werden konnten. Um einen Planeten wie unsere Erde sicher zu entdecken, müsste man vermutlich mindestens ein bis zwei Jahre beobachten.
"Es ist schon sehr befriedigend, die ersten Kepler-Entdeckungen vom Fließband rollen zu sehen", so John Morse, Leiter der Astrophysik-Abteilung der NASA. "Wir haben erwartet, dass es zunächst Jupiter-große Planeten in kurzen Orbits sein werden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis Kepler auch kleinere Planeten mit längeren Bahnperioden entdecken wird und damit Planeten, die der Erde ähnlich sind, immer näher kommt."
Kepler wurde am 6. März 2009 gestartet und beobachtet kontinuierlich mehr als 150.000 Sternen. Seit Beginn der Beobachtungen haben die Instrumente an Bord schon Hunderte von möglichen Planetensignaturen in den Daten entdeckt, die aber nun analysiert und verifiziert werden müssen. Kepler soll seine Beobachtungen bis mindestens November 2012 fortsetzen.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2010/10/1001-002.shtml
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