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STERNE
Nachbarsterne aus fernem Kugelsternhaufen
von Rainer Kayser
26. November 2009

Astronomen haben herausgefunden, dass die Sterne der so genannten Kapteyn-Gruppe die gleiche chemische Zusammensetzung wie Omega Centauri besitzen, der größte Kugelsternhaufen der Milchstraße. Dies bestätigt nach Ansicht der Forscher den Verdacht, dass Omega Centauri kein Kugelsternhaufen, sondern der Kern einer Zwerggalaxie ist, die von der Milchstraße eingefangen und größtenteils zerstört wurde.

Omega Centauri

Der Kugelsternhaufen Omega Centauri. Bild: ESO/EIS  [Artikel über das Bild mit Großansicht]

Er ist 13 Lichtjahre von uns entfernt - und stammt doch aus dem 17.300 Lichtjahre entfernten Kugelsternhaufen Omega Centauri: Kapteyns Stern, sowie 13 weitere Sterne der so genannten Kapteynschen Bewegungsgruppe. Darauf deuten Messungen der chemischen Zusammensetzung der Sterne hin, die drei Astronomen aus Australien und Deutschland demnächst im Fachblatt Astronomical Journal präsentieren. Nach Ansicht der Forscher bestätigt dies die Vermutung, dass Omega Centauri der Kern einer von der Milchstraße eingefangenen und zerstörten Zwerggalaxie ist.

"Bei diesem Einfang wurden der Zwerggalaxie die Sterne in ihren äußeren Regionen entrissen", erklärt Elizabeth Wylie-de Boer von der Australian National University. Diese Sterne wurden zu einem Sternstrom, einer lang gestreckten Spur von Sternen mit ähnlicher Bewegung in der Milchstraße. Von der Zwerggalaxie blieb schließlich nur der kompakte Kern übrig - Omega Centauri, mit rund zehn Millionen Sternen der größte Kugelsternhaufen im Halo der Galaxis.

Einige Sterne der Zwerggalaxie befinden sich offenbar in unserer kosmischen Nachbarschaft, wie die Messungen von Wylie-de Boer und ihre Kollegen zeigen. Die Astronomen haben die Häufigkeit verschiedener Elemente - Natrium, Magnesium, Zirkonium und Barium - in den Außenschichten der 16 Sterne der so genannten Kapteyn-Gruppe untersucht. Diese Sterne zeichnen sich alle durch eine ungewöhnliche Eigenbewegung aus, die gegen die übliche Rotationsbewegung der Milchstraße gerichtet ist.

Die chemische Zusammensetzung von 14 der 16 Sterne ähnelt sich nicht nur untereinander, sondern stimmt zudem auffällig mit der Zusammensetzung der Sterne im Kugelsternhaufen Omega Centauri überein. "Zumindest diese Sterne der Kapteyn-Gruppe dürften also Überreste der Omega Centauri-Zwerggalaxie sein", so Wylie-de Boer und ihre Kollegen.

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siehe auch
La Silla: Blick auf Omega Centauri - 5. Dezember 2008
Hubble: Schwarzes Loch in omega Centauri? - 2. April 2008
Kugelsternhaufen: Ein Sternhaufen und zwei Sternenpopulationen - 16. März 2005
Hubble Heritage Projekt: Das Zentrum von Omega Centauri - 5. Oktober 2001
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