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MARS EXPLORATION ROVER
Spirit bewegte sich keine Sekunde
von Stefan Deiters
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19. November 2009

Noch nicht einmal eine Sekunde hat sich der Marsrover Spirit gestern bei seinem ersten Fahrversuch seit vielen Monaten bewegt. Dann sorgte ein Warnsensor, der eine zu große Neigungsänderung des Rovers registrierte, für ein vorzeitiges Ende des Fahrversuchs. Jetzt werden die von Spirit übertragenen Daten analysiert, um den nächsten Schritt zu planen.

Spirit

Computersimulation von Spirits Lage auf dem Mars. Bild: NASA / JPL-Caltech

Am Montag hatte man am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA die ersten Fahrbefehle für den Marsrover Spirit vorbereitet, der, wie wiederholt berichtet, seit dem 23. April 2009 auf dem Mars im Sand feststeckt. Nach monatelangen Tests soll nun in den kommenden Wochen und Monaten mit einer Reihe von gezielten Fahrmanövern versucht werden, den Rover wieder flott zu bekommen.

Die am Montag übermittelten Befehle instruierten Spirit in zwei Etappen geradeaus zu fahren, wobei sich bei jeder Etappe die Räder soweit drehen sollten, wie sie sich normalerweise drehen um 2,5 Meter zurückzulegen. Anschließend sollte Spirit Bilder von seiner neuen Lage machen und auch einige Räder vor und nach dem Fahrmanöver fotografieren.

Die Befehle wurde am Dienstagmorgen zu Spirit übermittelt. Die Analyse der Daten im Verlaufe des gestrigen Tages ergab nun, dass sich der Rover insgesamt weniger als eine Sekunde lang bewegt hatte. Grund war offenbar eine Sicherheitsbedingung, die lediglich eine Neigungsänderung von einem Grad erlaubte.

Die Team am JPL hat die anfänglichen Bedingungen extra sehr strikt gewählt, auch wenn dies ein häufigeres Stoppen der Fahrversuche bedeuten dürfte. Sobald man etwas mehr über das Fahrverhalten des Rovers auf dem Mars weiß, sollen die Limits gelockert werden. Von daher war dieser erste nur kurze Fahrversuch des Rovers alles andere als sinnlos: Das Team hat wertvolle Daten darüber bekommen, mit welchen Bewegungen des Rovers zu rechnen ist. Darauf basierend sollen nun die nächsten Befehle ausgearbeitet werden. Die Planungen dafür werden nicht vor heute abgeschlossen sein.

Spirit befindet sich offenbar am Rande eines knapp acht Meter durchmessenden Kraters, der sich schon vor langer Zeit mit einem sandigen Material gefüllt hatte. Bei jeder Bewegung des Rovers ist große Vorsicht geboten, da sich Spirit zudem direkt über einem Stein befindet auf den der Rover mit seinem Unterboden auch aufsetzen könnte, was eine Befreiung noch schwieriger machen würden. Doch schon jetzt, so betont die NASA immer wieder, ist es alles andere als sicher, ob Spirit je wieder freikommen wird.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/11/0911-023.shtml

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