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Jetzt heißt es Daumen drücken: Heute will die NASA erste Befehle zum im Marssand feststeckenden Rover Spirit schicken. Sind sind Teil eines Befreiungsplans, den NASA-Experten am Jet Propulsion Laboratory in den vergangenen Monaten ausgearbeitet hatten. Allerdings gibt die NASA zu, dass die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns relativ hoch ist.
Wie berichtet befindet sich der Marsrover Spirit seit dem 23. April 2009 in einem inzwischen Troy getauften Bereich, in dem der Sand so locker ist, dass sich der Rover mit normalen Manövern nicht mehr aus seiner Lage befreien kann. Mit Hilfe zweier Testrover hatte man daher in den vergangenen Monaten in einer Halle des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA an einem Plan zur Befreiung von Spirit gearbeitet. Erste Befehle dazu sollen noch heute zum Mars geschickt werden. Die NASA glaubt allerdings nicht, dass sich Spirit schnell befreien lassen wird und hält auch ein Scheitern der Aktion für möglich. "Das wird ein langwieriger Prozess und es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Versuche zur Befreiung Spirits keinen Erfolg haben werden", meint Doug McCuisition, Direktor des Marserkundungsprogramms der NASA. "Auch nach ein paar Wochen werden wir noch nicht sicher sein, ob sich Spirit befreien können wird oder nicht." Spirit hat insgesamt sechs Räder, von denen sich allerdings eines schon seit rund drei Jahren nicht mehr bewegen lässt. Der erste Befehl der zum Mars geschickt werden soll, wird Spirit nun instruieren, die fünf noch arbeitenden Räder etwa sechs Runden vorwärts zu drehen. Die Techniker rechnen damit, dass der Rover dabei rutschen wird und es kaum zu einer Vorwärtsbewegung kommt. Am nächsten Tag sollen die Daten über dieses Manöver zur Erde geschickt und anschließend analysiert werden, bevor der nächste Fahrversuch unternommen wird. Die Ingenieure rechnen damit, dass die Rettungsbemühungen bis Anfang nächsten Jahres andauern werden. "Das Fahren auf dem Mars ist eine Herausforderung. Wie auch immer die Sache ausgeht, wir werden dabei eine Menge über die Fortbewegung auf dem roten Planeten lernen, was künftigen Rovermissionen zugute kommen wird", so McCuisition. "Spirit hat einige eindrucksvolle Entdeckungen gemacht und während seines Einsatzes auf dem Mars eine erstaunliche Leistung gezeigt. Der Rover funtionierte mehr als 22-mal länger als ursprünglich geplant." Seit sich ein Rad von Spirit nicht mehr bewegen lässt, fährt der Rover rückwärts und zieht das blockierte Rad hinter sich her. Im April brachen die Räder von Spirit durch eine dünne Kruste. Aus dem darunter liegenden sandigen Material konnte sich Spirit nicht mehr befreien. Die Fahrversuche führten sogar dazu, dass sich die Räder des Rovers immer weiter in den Sand eingegraben haben. Man stellte daher die Fahrversuche zunächst ein, um auf der Erde nach einer Befreiungsstrategie zu suchen. "Wir haben Spirits Lage gründlich analysiert und die neuen Fahrversuche detailliert vorbereitet", meint John Callas, Projektmanager für die Rover am Jet Propulsion Labortatory der NASA. "Wir haben zwei verschiedene Testrover für unsere Fahrversuche verwendet und versucht, die Bedingungen auf dem Mars so gut es geht nachzubilden, doch Tests auf der Erde können nie genau der Situation in der Troy-Region entsprechen." Die Untersuchungen ergaben, dass sich Spirit offenbar am Rande eines knapp acht Meter durchmessenden Kraters befindet, der sich schon vor langer Zeit mit einem sandigen Material gefüllt hatte. Der Plan sieht nun vor, Spirit eine geringe Steigung hinauf von diesem Krater weg zu bewegen. Dabei müssen die Techniker noch darauf achten, dass Spirit nicht auf einen Stein aufsetzt, der sich genau unter dem Rover befindet. Das eine blockierte Rad dürfte diese Manöver nicht leichter machen. Spirit braucht also in den kommenden Wochen jede Menge Glück.
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