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SUPERNOVAE
Neue Art von Sternenexplosion?
von Rainer Kayser
10. November 2009

Vor sieben Jahren entdeckten Astronomen eine ungewöhnliche Supernova, die sich schneller entwickelte als andere explodierende Sterne. Jetzt präsentierten Wissenschaftler eine Erklärung für die damaligen Beobachtungen: Es könnte sich um eine bislang unbekannte Sternenexplosion gehandelt haben, bei der Helium an der Oberfläche eines Weißen Zwergs thermonuklear explodierte.

Doppelstern-System

So könnte das Sternensystem vor der Explosion ausgesehen haben.  Bild: University of California in Berkeley / Toni Piro

Eine vor sieben Jahren entdeckte Supernova passt nicht in das bisherige Klassifikationsschema der Astronomen. Ihre Helligkeit änderte sich schneller, als es bei explodierenden Sternen üblich ist. Ein Team amerikanischer Forscher präsentiert jetzt in der Online-Ausgabe des Fachblatts Science eine Erklärung für das ungewöhnliche Objekt. Demnach handelt es sich um eine bislang unbekannte Art von Sternexplosion, bei der sich Helium an der Oberfläche eines Weißen Zwergsterns ansammelt und schließlich thermonuklear explodiert.

"Es handelt sich um die Supernova mit der schnellsten Entwicklung, die wir je gesehen haben", erklärt Dovi Poznanski vom Lawrence Berkeley National Laboratory, einer der beteiligten Wissenschaftler. Während bei gewöhnlichen Supernovae die Helligkeit im Verlauf mehrerer Monate ansteigt und wieder abfällt, dauerte dieser Vorgang bei der Supernova in NGC 1821 lediglich 27 Tage.

Bislang unterscheiden die Astronomen zwei Arten von explodierenden Sternen. Bei der ersten Art sammelt ein Stern in einem Doppelsystem solange Materie von einem zweiten Stern an, bis es zu einer thermonuklearen Explosion kommt, die den Stern zerreißt. Bei der zweiten Art handelt es sich um einen Einzelstern, der am Ende seines Lebens kollabiert. Die Supernova in NGC 1821 ähnelt der ersten Art, weicht aber in ihren Eigenschaften deutlich davon ab.

Poznanski und seine Kollegen sehen in dem ungewöhnlichen Objekt deshalb einen neuen Prozess am Werk. Der Begleiter des explodierten Sterns besteht demnach überwiegend aus Helium. Wenn ausreichend Helium auf die Oberfläche des Sterns geströmt ist, zündet eine thermonukleare Reaktion und das Helium fusioniert zu schwereren Elementen. Der Vorgang ähnelt damit eher einer Nova- als einer Supernova-Explosion. Bei einer Nova strömt allerdings Wasserstoff auf den Stern und explodiert. Die Helium-Explosion setzt 1000-mal mehr Energie frei als die Wasserstoff-Explosion einer Nova.

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siehe auch
Supernovae: Wenn Weiße Zwerge zu gierig sind - 16. Juli 2007
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