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ISS
Japanischer Raumfrachter über Pazifik verglüht
Die erste Mission des japanischen Raumfrachters H-II Transfer Vehicle (HTV) ist am Wochenende mit dem Wiedereintritt des unbemannten Gefährts in die Erdatmosphäre zu Ende gegangen. Das HTV-1 verglühte am Sonntagabend über dem Pazifik. Der Raumfrachter war im September zur ISS gestartet und einige Woche an deren Harmony-Modul angedockt.
![]() Erfolgreiches Missionsende in der Atmosphäre über dem Pazifik: der japanische Raumfrachter HTV-1. |
Am Ende war das H-II Transfer Vehicle nicht mehr als ein recht teures Müllfahrzeug: Beladen mit allerlei nicht mehr verwertbaren Material von der ISS ist der japanische Raumfrachter am Sonntagabend in die Atmosphäre eingetreten und über dem Pazifik größtenteils verglüht. Damit ging eine 52-tägige Mission zu Ende, die die japanische Weltraumagentur JAXA als vollen Erfolg bezeichnet.
Das japanische H-II Transfer Vehicle (HTV) war, wie berichtet, im September vom Tanegashima Space Center in Japan aus gestartet und hatte rund 3,5 Tonnen Versorgungsgüter an Bord. Bei späteren Missionen kann der Raumfrachter noch mehr Ladung ins All schaffen, doch wurden während dieses Jungfernflugs noch zahlreiche Funktionen des Raumfrachters getestet, so dass weniger Ladekapazität zur Verfügung stand.
Nach dem Start mit einer speziellen H-2B-Rakete hatte das HTV zunächst eine Woche lang verschiedene Tests im Orbit durchgeführt und sich dann langsam der Internationalen Raumstation ISS genähert. Im Gegensatz zum europäischen Raumfrachter kann die japanische Version nicht eigenständig an die ISS andocken, sondern muss vom Greifarm der Raumstation eingefangen und an eine Andockschleuse der ISS manövriert werden. Dieses Manöver gelang ohne Probleme. 43 Tage lang war das HTV dann an das Harmony-Modul der ISS angedockt.
Außer normalen Versorgungsgütern hatte das HTV auch verschiedene wissenschaftliche Experimente an Bord, darunter zwei Außenexperimente für das japanische Weltraumlabor Kibo. Nach dem Entladen wurde der Raumfrachter wieder mit Müll gefüllt, der sich in den vergangenen Monaten auf der Raumstation angesammelt hatte. Das HTV verließ die Station am vergangenen Freitag und verglühte dann am Sonntagabend in der Atmosphäre.
Zur Zeit sind sechs weitere Flüge eines HTV geplant, sie sollen etwa jährlich stattfinden - der nächste Start ist für Ende des kommenden Jahres vorgesehen. Den japanischen Raumfrachtern kommt damit, insbesondere nach Außerdienststellung der amerikanischen Space Shuttle, eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Internationalen Raumstation ISS zu. Sie werden zudem die einzigen Raumschiffe sein, mit denen besonders große Hardware-Teile zur ISS gebracht werden können.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/11/0911-003.shtml
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