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SPITZER
Ringplanet umgibt gewaltiger Staubring
von Rainer Kayser
7. Oktober 2009

Das Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer hat einen bislang unbemerkt gebliebenen Ring des Saturn entdeckt. Der Staubring ist rund sechs Millionen Kilometer vom Planeten entfernt und hat eine Dicke von 20 Saturndurchmessern. Die Staubpartikel stammen vermutlich vom Saturnmond Phoebe. Der Fund könnte auch helfen, das Rätsel um das eigentümliche Aussehen des Mondes Iapetus zu lösen.

Saturn

Künstlerische Darstellung des neu entdeckten Saturnrings, der nur im Infraroten zu erkennen ist. In der Mitte eine Infrarotansicht des Saturn, die mit dem Keck-Teleskop auf Hawaii gewonnen wurden. Bild: NASA / JPL-Caltech / Keck  [Großansicht]

Das Ringsystem des Planeten Saturn ist bereits mit einem kleinen Fernrohr von der Erde aus zu erkennen. Ein Team amerikanischer Astronomen hat nun mit dem Infrarot-Weltraumteleskop Spitzer einen weiteren hauchdünnen Staubring entdeckt, der den Saturn weit außen umgibt.

Mit einem Durchmesser von 24 Millionen Kilometern - dem 200-fachen des Saturn-Durchmessers - stellt der Staubring alle anderen planetarischen Ringe im Sonnensystem in den Schatten. Die Staubpartikel des Rings stammen, so die Forscher in der Online-Ausgabe des Fachblatts Nature, vermutlich von dem kleinen Saturnmond Phoebe.

"Die Dicke des Rings beträgt etwa 20 Saturndurchmesser und stimmt mit der vertikalen Bewegung Phoebes auf seiner Umlaufbahn überein", stellen Anne Verbiscer, Michael Skrutskie und Douglas Hamilton von der University of Virginia in Charlottesville fest. "Einschläge von Teilchen aus dem interplanetarischen Raum, aber auch aus der planetarischen Umgebung Saturns, auf dem Mond Phoebe können ständig neues Material für den Ring nachliefern."

Der neue Ring könnte zugleich ein altes Rätsel des Saturnsystems lösen. Der Saturnmond Iapetus besitzt nämlich zwei höchst unterschiedliche Hemisphären: Während die "in Fahrtrichtung" liegende Hälfte des Mondes dunkel ist, ist leuchtet die entgegengesetzte Hälfte hell (astronews.com berichtete).

Verbiscer und ihre Kollegen erklären diesen Unterschied nun mit Material aus dem Phoebe-Ring, das auf einer Spiralbahn langsam Richtung Saturn strömt. Da Phoebe - und damit auch der neue Ring - eine zu den anderen Monden gegenläufige Umlaufbahn besitzt, prallt der Staub aus dem Phoebe-Ring mit hoher Geschwindigkeit auf die Vorderseite von Iapetus und färbt diese dunkel.

Neben Saturn besitzen in unserem Sonnensystem auch die Planeten Jupiter, Uranus und Neptun Ringe. Die meisten dieser Ringe liegen innerhalb weniger Planetendurchmesser. In diesem Bereich sind die Gezeitenkräfte des Planeten zu groß für die Entstehung von Monden. Bislang waren als Ausnahmen nur der E-Ring des Saturn und die so genannten Gossamer-Ringe (gossamer: englisch für hauchzart) des Jupiter bekannt, die jeweils bis zum fünffachen des Planetendurchmessers ins Weltall hinaus reichen.

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Links im WWW
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