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In Antofagasta startet heute ein außergewöhnliches Projekt: Das GalileoMobil beginnt eine zweimonatige Expedition, die jungen Leuten in Chile, Bolivien und Peru die Faszination der Astronomie nahebringen soll. An Bord reisen Astronomen durch Teile der Andenregion und bieten Aktivitäten wie Workshops für Schüler und Beobachtungsabende für die allgemeine Öffentlichkeit an. Begleitet wird das GalileoMobil auch von einem Filmteam.
Das GalileoMobil ist ein Spezial-Projekt des Internationalen Jahrs der Astronomie 2009. Vierhundert Jahre, nachdem Galileo Galilei erstmals mit Hilfe eines Teleskops Himmelsobjekte beobachtete, soll das GalileoMobil die Astronomie - und damit naturwissenschaftliche Bildung - zu Menschen bringen, die ansonsten nur sehr selten mit dieser Wissenschaft in Berührung kommen. Mit Aktivitäten zum Mitmachen und didaktischen Materialien, die internationale Partner zur Verfügung gestellt haben, mit nächtlichen Beobachtungsparties und Sonnenbeobachtungen am Tage wird Astronomie für Schüler und für andere interessierte Besucher unmittelbar erfahrbar. Ziel des Projekts ist es, das Interesse für Wissenschaft im allgemeinen und Astronomie im besonderen zu wecken, und zu einem Austausch über die Vorstellungen der unterschiedlichen Kulturen vom Kosmos anzuregen. Hinter der Initiative steht eine Gruppe enthusiastischer Doktoranden aus Lateinamerika und aus Europa (von der Europäischen Südsternwarte, Instituten der Max-Planck-Gesellschaft, sowie den Universitätssternwarten München und Stockholm). Das GalileoMobil soll im Oktober und November 2009 während einer achtwöchigen Fahrt rund 20.000 Menschen erreichen, und wird dabei 5.000 Kilometer zurücklegen. Die Reise wird hauptsächlich über das Altiplano gehen, eine Hochebene mit peruanischen, chilenischen und bolivianischen Regionen, die zu den ärmsten Gegenden dieser Länder gehören. Als einheitlicher Sprachraum mit einem reichen astronomischen Erbe, das sich bis zu den präkolumbianischen Inka- und Tiwanaku-Kulturen zurückverfolgen lässt, und mit exzellenten Beobachtungsbedingungen auf der Hochebene ist diese Region Südamerikas eine exzellente Wahl für die Jungfernfahrt des GalileoMobils. Außerdem ist das Internationale Jahr dort bereits mit drei seiner Hauptprojekte (dem Entwicklungsprogramm "Developing Astronomy Globally", dem "Universe Awareness"-Programm und dem Galileo-Trainingsprogramm für Lehrer) mit entsprechenden nationalen Kontaktpersonen präsent. Die Reise soll heute in Antofagasta, Chile, mit einer öffentlichen Veranstaltung um 19 Uhr auf dem Berta González-Platz der Universidad Católica del Norte beginnen. Die Veranstaltung, in deren Rahmen auch nächtliche Himmelsbeobachtungen durchgeführt werden, wurde von der ESO in Zusammenarbeit mit der Region Explora II und dem astronomischen Institut der dortigen Universität organisiert. Von Antofagasta aus reist das GalileoMobil gen Norden, über La Paz in Bolivien weiter nach Peru. Auf dem Rückweg folgt die Expedition der Panamericana-Küstenstraße, die sie nahe an den ESO-Teleskopen auf dem Paranal vorbeiführen wird. Dort wird Laura Ventura, die ESO-Koordinatorin für astronomische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Chile, das Projektteam unterstützen. "Das GalileoMobil ist eine wundervolle Initiative, und gibt uns einzigartige Möglichkeiten, unsere Bildungsarbeit in Nordchile und den angrenzenden Ländern auszubauen und ein stärkeres Bewusstsein für Astronomie und, allgemeiner, für Naturwissenschaften zu schaffen," so Ventura. Die Expeditionsmitglieder werden sowohl auf einem eigenen Blog als auch auf dem Cosmic Diary, einem Online-Projekts des Internationalen Jahrs der Astronomie, Reiseberichte veröffentlichen. Wer noch aktuellere Informationen sucht, findet sie in Form von Twitter-Nachrichten oder auf der Facebook-Seite des Projekts. Die Expedition wird außerdem von einem Filmteam begleitet, das einen mehrsprachigen Dokumentarfilm über das Projekt drehen wird. "Das GalileoMobil vermittelt sowohl die Faszination astronomischer Entdeckungen als auch die Vielfalt und den Reichtum südamerikanischer Überlieferungen. So möchten wir ein Gefühl der Einheit fördern. Wir alle leben, ungeachtet unserer kulturellen Unterschiede, unter ein und demselben Himmel," erklärt Philippe Kobel, der Koordinator des Projekts. Das GalileoMobil wird unterstützt von der Europäischen Südsternwarte (ESO), für die Chile Gastland ihrer Observatorien ist und in deren europäischem Hauptquartier das Sekretariat des Internationalen Jahrs der Astronomie seinen Sitz hat, von der Max-Planck-Gesellschaft (insbesondere den Max-Planck-Instituten für Extraterrestrische Physik, Astrophysik, und Sonnensystemforschung), von NORDITA, der Regione Molise und der Optical Society of America.
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