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STERNENTSTEHUNG
Rolle von Magnetfeldern unterschätzt?
von Stefan Deiters
astronews.com
10. September 2009

Sterne, so das Standardmodell der Astronomen, entstehen durch den gravitativen Kollaps riesiger Wolken aus Gas und Staub. Doch allein durch die Gravitationskraft kann die beobachtete Sternentstehung nicht erklärt werden. Auch andere Kräfte müssen noch am Werk sein. Forscher haben nun Hinweise darauf gefunden, dass Magnetfelder wohl eine wichtigere Rolle spielen als bislang angenommen.

Omeganebel

Turbulente Sternentstehung im Omeganebel. Bild: European Space Agency, NASA und J. Hester (Arizona State University) [mehr über dieses Bild]

Sterne entstehen in großen Molekülwolken. Diese werden von den unterschiedlichsten Teleskopen immer wieder ins Visier genommen, um mehr über diese stellaren Kinderstuben zu erfahren. Denn obwohl das Grundprinzip der Sternentstehung klar zu sein scheint, gibt es Details, die man noch nicht so recht verstanden hat: So bilden sich etwa beim Kollaps einer Molekülwolke nur aus einem relativ kleinen Teil des Materials neue Sterne.

Die Gravitationsanziehung sollte eigentlich dafür sorgen, dass sich Material zusammenfindet und so die Entstehung von Sternen begünstigen. Wenn nun aber nur ein kleiner Teil des Material einer Molekülwolke tatsächlich zu neue Sternen wird, muss es etwa geben, was die Sternentstehung behindert. Astronomen haben schon länger vermutet, dass dies entweder Magnetfelder sein könnten oder aber Turbulenz.

Magnetfelder entstehen durch die Bewegung von elektrisch geladenen Teilchen. Durch Magnetfelder könnte das Gas auf bestimmte Bahnen gezwungen werden, wodurch es schwieriger werden könnte, genug Material zur Entstehung einer Sonne zusammenzubekommen. Turbulenz hingegen würde den selben Effekt haben - hier würde das Gas immer wieder durcheinander gewirbelt und so ein Druck erzeugt, der der Gravitation entgegen wirkt.

"Ob nun Magnetfelder oder Turbulenz wichtiger ist, wird schon lange diskutiert", erläutert Hua-bai Li vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. "Unsere Beobachtungen können nun erstmals Fakten zur Klärung dieser Frage liefern." Die Ergebnisse der Wissenschaftler erscheinen in Kürze in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal.

Li und sein Team haben 25 dichte Bereiche in Molekülwolken untersucht, also Orte in den Wolken, wo einmal Sternentstehung stattfinden wird oder schon abläuft. Die Wissenschaftler interessierten sich dabei für die Polarisation des Lichtes, da dieses Rückschlüsse auf die Magnetfelder in den untersuchten Bereichen zulässt. Diese Werte verglichen sie mit denen des Magnetfelds des dünnen Nebels in der Umgebung.

Sie stellten dabei fest, dass die Magnetfelder in beiden Regionen die gleiche Ausrichtung haben, obwohl es zwischen den dichten Bereichen in den Wolken und dem Nebel große Unterschiede sowohl in der Ausdehnung als auch in der Dichte des Materials gab. Turbulenzen aber sollten den gesamten Nebel durcheinanderbringen - und damit auch die Ausrichtung des Magnetfelds. Das kann nur bedeuten, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, dass Magnetfelder eine deutlich wichtigere Rolle bei der Sternentstehung spielen als Turbulenz.

"Wir konnten zeigen, dass benachbarte dichte Bereiche in Molekülwolken nicht nur durch ihre Anziehungskraft miteinander verbunden sind, sondern auch durch Magnetfelder", so Li. "Bei künftigen Computersimulationen von Sternentstehung muss man also den Einfluss starker Magnetfelder berücksichtigen."

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siehe auch
XMM-Newton: Fast 200 junge Sterne im Visier - 4. Juni 2007
Sterne: Magnetfelder regeln Sternentstehung - 11. August 2006
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