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XMM-NEWTON
Weißer Zwerg als kosmischer Rosettastein
von Rainer Kayser
7. September 2009

Mit Hilfe des europäischen Röntgenteleskops XMM-Newton haben Astronomen einen Weißen Zwergstern aufgespürt, der zu einem Rosettastein für die Physik Weißer Zwerge in Doppelsternsystemen werden könnte. Der Sternenrest erwies sich als so massereich, dass er in wenigen Millionen Jahren als Supernova explodieren sollte. Er dürfte dann sogar tagsüber am Himmel zu sehen sein. 

RXJ0648.0-4418

So könnte der Weiße Zwerg und sein Begleiter HD 49798 aus der Nähe aussehen. Bild: Francesco Mereghetti / Hintergrund: NASA, ESA und T.M. Brown (STScI)

Röntgenstrahlung hat den Stern verraten: Mithilfe des europäischen Röntgensatelliten XMM-Newton ist ein Team italienischer Forscher dem Geheimnis des rätselhaften Sterns RXJ0648.0-4418 auf die Spur gekommen. Den Astronomen gelang es, die Masse des Weißen Zwergsterns zu bestimmen. Mit mindestens 1,2 Sonnenmassen liegt sie knapp unter der Grenze für diese Himmelsobjekte - bei einer Masse von 1,4 Sonnenmassen explodieren sie als Supernova. Das könnte bereits in wenigen Millionen Jahren geschehen, so die Wissenschaftler im Fachblatt Science, und für ein spektakuläres Ereignis am irdischen Himmel sorgen.

"Unsere präzise Bestimmung der Masse ist wichtig, um die Vergangenheit dieses Objekts zu rekonstruieren und seine Zukunft vorauszusagen", erklärt Sandro Mereghetti vom Istituto Nazionale di Astrofisica in Mailand, ein an den Beobachtungen beteiligter Forscher. Weiße Zwerge sind ausgebrannte Sterne mit typischerweise 0,6 Sonnenmassen. Doch RXJ0648.0–4418 besitzt einen aufgeblähten, alten Stern als Begleiter, dem er ständig Materie entreißt. Dadurch ist die Masse des Zwergsterns bereits auf etwa das Doppelte angewachsen.

Bei einer Masse von 1,4 Sonnenmassen kommt es zu einer Supernova-Explosion, bei der der Weiße Zwergstern vollkommen zerstört wird. Supernovae dieses Typs sind in der Kosmologie von großer Bedeutung: Sie dienen den Astronomen als Standard-Lichtquellen, mit denen sie das Universum vermessen können. Eine genaue Kenntnis der physikalischen Abläufe der Sternexplosionen ist deshalb wichtig für die Forscher.

RXJ0648.0-4418 ist der erste Masse aufsaugende Weiße Zwerg, bei dem eine so genaue Massenbestimmung möglich ist. "Er könnte deshalb zu einer Art Rosettastein für die Physik Weißer Zwerge in Doppelsystemen werden", so Mereghetti. Die Berechnungen der Forscher zeigen, dass der Zwergstern bei seiner Explosion am irdischen Himmel etwa so hell wie der Vollmond aufleuchten und damit sogar am Tageshimmel sichtbar sein wird.

Korrektur: Dieser Artikel wurde am 7. September 2009 um 17.30 Uhr korrigiert. Siehe dazu auch die Diskussion im Forum.

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Der Weiße Zwerg RXJ0648.0-4418. Diskutieren Sie mit anderen Lesern im astronews.com Forum.
siehe auch
Supernovae: Genauere Entfernung für Supernovae - 27. Mai 2009
Supernovae: Wenn Weiße Zwerge zu gierig sind - 16. Juli 2007
Supernovae: Kosmische Entfernungsmesser - 9. Februar 2007
Supernovae: Eine äußerst merkwürdige Sternenexplosion - 25. September 2006
Supernovae: Die Folgen der Asymmetrie - 25. August 2003
Links im WWW
XMM-Newton, Seite der ESA
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