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SONNE
Kleine Schwankungen, große Wirkung
Redaktion / idw / Pressemitteilung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ 
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28. August 2009

Schon geringe Schwankungen der Strahlungsintensität der Sonne können Auswirkungen auf das Klima auf der Erde haben. In einer Simulation, die jetzt ein internationales Wissenschaftlerteam vorstellte, gelang es erstmals die komplexen Wechselwirkungen darzustellen und etwa zu zeigen, wie schon der elfjährige Aktivitätszyklus der Sonne das Klimageschehen auf der Erde beeinflussen kann.

Sonne

Die Sonne im extremen Ultraviolett. Schwankungen der Strahlungsintensität können große Auswirkungen auf das Klimageschehen auf der Erde haben. Foto: NASA / NSSDC / SOHO (EIT Consortium)

 Unsere Sonne strahlt nicht gleichmäßig. Das bekannteste Beispiel der Strahlungsschwankungen ist der berühmte Elf-Jahreszyklus der Sonnenflecken. Seinen Einfluss auf die natürliche Klimavariabilität bestreitet niemand, aber die bisherigen Klimamodelle konnten seine Wirkung im Klimageschehen bisher nicht zufriedenstellend nachvollziehen. Forschern aus den USA und aus Deutschland ist es jetzt erstmals gelungen, die komplexe Wechselwirkung zwischen Solarstrahlung, Atmosphäre und Ozean detailliert zu simulieren.

Im Wissenschaftsmagazin Science berichtet das Team um Gerald Meehl vom US-National Center for Atmospheric Research (NCAR) wie eine äußerst geringe Strahlungsvariation eine vergleichsweise große Änderung im System Atmosphäre-Ozean zustande bringen kann. Katja Matthes vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ, Co-Autorin der Studie, sagt dazu: "Über das gesamte Strahlungsspektrum der Sonne betrachtet, ändert sich die Strahlungsintensität innerhalb eines Sonnenfleckenzyklus nur um 0,1 Prozent. Komplexe Wechselwirkungsmechanismen in der Stratosphäre und Troposphäre erzeugen dennoch messbare Änderungen in der Wassertemperatur des Pazifiks und im Niederschlag."

Damit es zu einer solchen Verstärkung kommen kann, müssen mehrere Rädchen ineinander greifen. Der erste Prozess läuft von oben nach unten: erhöhte Solarstrahlung führt zu mehr Ozon und höheren Temperaturen in der Stratosphäre. "Der ultraviolette Strahlungsanteil variiert viel stärker als die anderen Anteile im Spektrum, nämlich um fünf bis acht Prozent, und das bildet mehr Ozon," erläutert Matthes. In der Folge wird vor allem die tropische Stratosphäre wärmer, was wiederum zu veränderter atmosphärischer Zirkulation führt. Dadurch verlagern sich auch die damit zusammenhängenden typischen Niederschlagsmuster in den Tropen.

Der zweite Prozess geht den umgekehrten Weg: die höhere Sonnenaktivität führt zu mehr Verdunstung in den wolkenfreien Gebieten. Mit dem Passat werden die erhöhten Feuchtigkeitsmengen zum Äquator gebracht, wo sie zu stärkerem Niederschlag, niedrigeren Wassertemperaturen im Ostpazifik und geringerer Wolkenbildung führen, die wiederum mehr Verdunstung erlaubt. "Diese positive Rückkopplung ist es, die den Prozess verstärkt," so Matthes. Damit lassen sich auch die entsprechenden Messungen und Beobachtungen auf der Erde erklären.

"Die Studie ist wichtig für das Verständnis der natürlichen Klimavariabilität, die - auf unterschiedlichen Zeitskalen - ganz maßgeblich von der Sonne bestimmt wird", meint Professor Reinhard Hüttl, Vorstandsvorsitzender des GFZ . "Um den anthropogen bedingten Klimawandel besser interpretieren und verlässlichere Szenarien der zukünftigen Klimaentwicklung machen zu können, ist es sehr wichtig, die darunterliegende natürliche Klimavariabilität zu verstehen. Die Untersuchung zeigt erneut, dass wir zum Verständnis des Systems Klima noch erheblichen Forschungsbedarf haben."

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