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MARS EXPLORATION ROVER
Zweiter Testrover für Spirit-Rettung
Die Bemühungen, den im Marssand festgefahrenen Rover Spirit zu befreien, gehen weiter: Am Jet Propulsion Laboratory der NASA versucht man seit einiger Zeit mit Hilfe eines Testrovers eine Strategie zur Befreiung des Marsrovers zu finden. Jetzt hat man einen zweiten, leichteren Testrover hinzugezogen, dessen Gewicht eher mit dem von Spirit auf dem Mars übereinstimmen dürfte.
![]() Ein Blick unter den Rover zeigt den Felsbrocken, der die Unterseite Spirits zu berühren scheint. Das Bild entstand am 8. August 2009 mit Hilfe einer Kamera, die eigentlich nur für Nahaufnahmen gedacht ist. Das Bild ist deswegen unscharf. |
In einer Halle des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA hat man in den vergangenen Wochen versucht, die Situation, in der sich der Marsrover Spirit auf dem Mars befindet, möglichst genau nachzustellen (astronews.com berichtete). Mit Hilfe eines Testrovers, der exakt den beiden Marsrovern entspricht, bemühte man sich dann, eine mögliche Kombination von Fahrmanövern zu finden, mit denen man den echten Rover auf dem Mars aus seiner misslichen Lage befreien kann. Spirit hatte sich Anfang Mai im Marssand festgefahren.
Jetzt haben die Ingenieure einen zweiten Testrover in das Versuchsgelände geholt. Er trägt keinerlei wissenschaftliche Experimente und auch keinen Roboterarm wie der erste Testrover und ist deswegen leichter. Der Haupt-Testrover, der ein exakter Nachbau der Marsrover ist, ist auf der Erde deutlich schwerer als Spirit auf dem Mars. Der zweite Testrover entspricht eher dem "Mars-Gewicht" von Spirit.
Durch den Vergleich, welche Auswirkungen verschiedene Fahrmanöver der beiden verschieden schweren Rover auf der Erde haben, erhofft sich das Team Aufschluss darüber, wie die unterschiedliche Schwerkraft auf Mars und Erde die Mobilität beeinflussen könnte. Das Team will entsprechende Versuche sowohl in weichem Material machen, das dem gleicht, in dem Spirit feststeckt als auch auf festerem Untergrund.
"Es gibt kein perfektes Analogon für die Situation von Spirit hier auf der Erde", verdeutlicht Rover-Projektmanager John Callas vom JPL die Situation. "Auf dem Mars gibt es weniger Schwerkraft, nur eine dünne Atmosphäre und keine Feuchtigkeit im Boden wo sich Spirit befindet. Es ist einfach nicht vergleichbar mit einer Situation auf der Erde, wenn man etwa hier im Matsch oder Sand feststeckt. Und da sich der Rover nur so langsam wie eine Schildkröte bewegt, kann man sich auch nicht mit Schwung aus der Situation befreien, also nicht - wie auf Erde - schnell vor und zurück fahren."
Nach den Versuchen mit den beiden Testrovern ist eine Art Generalprobe geplant, bei der sich der Testrover über das gesamte Modellgelände bewegen soll. Diese Entfernung müsste Spirit auch auf dem Mars zurücklegen, um sicher aus der Sandfalle entkommen zu sein.
Mit Hilfe weiterer Aufnahmen hat man inzwischen auch versucht, mehr über den Felsen zu erfahren, der direkt unter Spirit entdeckt wurde. So versuchte man die relative Position des Felsens in Bezug auf den Schwerpunkt des Rovers festzustellen. Bei den Befreiungsversuchen soll unter allen Umständen verhindert werden, dass der Schwerpunkt des Rovers direkt über den Felsen gelangt und diesen vielleicht sogar noch berührt.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/08/0908-024.shtml
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