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HERSCHEL
Freie Sicht für ESA-Weltraumteleskop
Offenbar ohne Probleme hat das europäische Weltraumteleskop Herschel am Wochenende ein missionsentscheidendes Manöver durchgeführt: Das empfindliche Infrarotteleskop befreite sich von einer Schutzabdeckung, die bislang den Einfall von Strahlung in das Instrument verhindert hatte. Mit der Aufnahme des wissenschaftlichen Betriebs wird im Spätherbst gerechnet.
![]() Macht wichtige Fortschritte: das ESA-Weltraumteleskop Herschel. |
Am Sonntag um 12.53 Uhr MESZ führte das ESA-Weltraumteleskop Herschel ein missionsentscheidendes Manöver aus: Der Satellit erhielt von der Erde ein Kommando, durch das die Halterungen des sogenannten Cryocovers abgesprengt wurden. Diese Abdeckung hatte während des Starts für ein Vakuum innerhalb des Instruments gesorgt und die gekühlten Bereiche des Teleskops während der Arbeit auf der Erde und der ersten Phase im All geschützt. Wäre das Absprengen der Abdeckung nicht gelungen, wäre Herschel nicht in der Lage gewesen, auch nur irgendetwas zu "sehen".
Nach einigen Wochen im All hielt es das Herschel-Team aber nun für sicher, die Abdeckung abzusprengen. Das Kommando dazu wurde im European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt gegeben. Im Anschluss empfangene Daten deuten darauf hin, dass die Abdeckung nun geöffnet ist.
"Das Cryocover hat sich sechs bis sieben Mal hin und her bewegt und den Satelliten ein wenig durchgeschüttelt und es es gab Temperaturänderungen an verschiedenen Stellen, ganz wie war das erwartet hatten", erklärt Göran Pilbratt, ESA-Projektwissenschaftler für Herschel. "All dies sollte passieren, wenn die Abdeckung sich wie geplant öffnet. Die endgültige Bestätigung gibt es dann, wenn wir die ersten Daten der Photoconductor Array Camera und des Spektrometers bekommen, die diese Woche erwartet werden."
Herschel durchläuft derzeit eine Reihe von Testprozeduren. Daran werden sich ausführliche Überprüfungen der Instrumente an Bord des Teleskops anschließen. Die ESA erwartet, dass diese noch den ganzen Sommer dauern werden, so dass der wissenschaftliche Regelbetrieb im Spätherbst aufgenommen werden kann. Am 14. Juni befand sich Herschel etwa 1.425.000 Kilometer von der Erde entfernt. Das Teleskop soll einmal auf einem sogenannten Lissajous-Orbit um den zweiten Lagrange-Punkt (L2) des Systems Erde-Sonne kreisen. Dieser ist 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Herschel wird dabei einen durchschnittlichen Abstand von L2 von 800.000 Kilometern haben.
Auf dem Weg zum L2-Punkt befindet sich auch die andere, am 14. Mai 2009 gemeinsam mit Herschel gestartete Sonde, der Satellit Planck. Dieser soll einmal die kosmische Hintergrundstrahlung detailliert untersuchen. Auch bei dieser Mission verläuft bislang alles nach Plan.
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