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MARS EXPLORATION ROVER
Spirit schaut unter sich
Bei der NASA laufen die Bemühungen weiter, den Marsrover Spirit wieder flott zu bekommen. Von einem jetzt veröffentlichten Blick unter den Marsrover erhoffen sich die Experten neue Anhaltspunkte dafür, wie die nächsten Schritte zur Befreiung von Spirit aussehen könnten. Das Bild zeigt ein mögliches Hindernis, das nun noch genauer untersucht werden soll.
![]() Blick unter den Bauch von Spirit am 2. Juni 2009. |
Der Marsrover Spirit steckt weiterhin im Marssand fest. Wie berichtet wollte sich die NASA vor weiteren Fahrversuchen zunächst einmal ein genaueres Bild davon machen, in welcher Situation der Marsrover sich befindet und plante dazu, den Microscopic Imager am Ende des Roboterarms für einen Blick unter den Rover zu nutzen. Diese Methode war zuvor mit dem Zwilllingsrover Opportunity ausprobiert worden, da der Roboterarm für diese Aufgabe eigentlich gar nicht ausgelegt ist.
Am 30. Mai 2009 machte Spirit nun den ersten Versuch eines Blicks unter seinen Bauch, drei Tage später gab es einen weiteren Blick, bei dem auch das hier gezeigte Mosaik entstand. Das Ergebnis ist relativ unscharf, was allerdings erwartet worden war: Die Kamera am Roboterarm ist für Nahaufnahmen ausgelegt und nicht für Aufnahmen aus vergleichsweise großer Distanz.
Trotz der Unschärfe lassen sich aber einige wichtige Details erkennen: "Es sieht nicht danach aus, als würde das Gesamtgewicht des Rovers auf einem Haufen von Steinen aufsitzen", beurteilte Rover-Projektmanager John Callas die Aufnahme gegenüber der britischen Wissenschaftszeitschrift New Scientist. Allerdings zeigte das Bild ein mögliches Hindernis in der Mitte der Aufnahme, von dem das Team nicht sicher erkennen kann, ob es den Unterboden des Rovers wirklich berührt. Es könnte sich entweder genau unterhalb des tiefsten Punktes der Bodenwanne des Rovers befinden oder aber davor. Weitere Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln sollen darüber nun Klarheit bringen.
Bei der Simulation der Probleme von Spirit auf der Erde ist man nicht wirklich weiter gekommen: Es stellte sich nämlich heraus, dass Material, das man als Ersatz für den Marssand verwenden wollte, nicht die Beschaffenheit hat, die offenbar der Sand aufweist in dem Spirit festsitzt. Das Material war zuvor für Simulationen für den Marslander Phoenix verwendet worden. So geht die Suche nach einem geeigneten Ersatz für den Marsboden weiter.
Trotzdem gibt sich Callas weiterhin optimistisch: Noch wäre Spirit schließlich nicht komplett festgefahren. Beim letzten Fahrversuch hätte sich der Rover immerhin ein wenig bewegt. So lange die Räder zumindest noch ein wenig Haftung hätten, gäbe es gute Chancen Spirit auf traditionelle Weise freizubekommen. Und selbst wenn dies nicht funktioniert, so Callas in einem Gespräch mit der Webseite Universe Today, dann hätten sie noch einige unkonventionelle Ideen auf Lager.
Zumindest um die Energieversorgung müssen sich die NASA-Techniker derzeit keine Sorgen machen: Die Solarzellen des Rovers erzeugen ausreichend Energie, nämlich bis zu etwa 80 Prozent des maximal möglichen. Da musste der Rover in der Vergangenheit schon mit dramatisch weniger Energie auskommen.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/06/0906-011.shtml
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