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KEPLER
Planetensucher von Staubschutz befreit
Die NASA-Mission Kepler hat in der Nacht eine wichtige Hürde genommen: Die Sonde, die vor rund einem Monat gestartet war, sprengte die Verkleidung ab, die das empfindliche Teleskop bislang geschützt hatte. Nun kann Licht in das Instrument fallen und die Kalibrierung fortgesetzt werden. Kepler soll in den nächsten dreieinhalb Jahren über 100.000 Sterne nach erdgroßen Planeten absuchen.
![]() Kepler soll nach erdähnlichen Planeten suchen. |
"Der Staubschutz hat sich exakt so getrennt und ist so weggeflogen wie wir es geplant hatten", freute sich Kepler-Projektmanager James Fanson vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. "Dieses ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Beantwortung der Frage, die Generationen von Menschen beschäftigt hat: Gibt es andere Planeten wie die Erde oder sind wir allein in der Milchstraße?"
Kepler war in der Nacht vom 6. auf den 7. März 2009 gestartet (astronews.com berichtete) und soll in den kommenden dreieinhalb Jahren über 100.000 Sterne nach Planeten absuchen. Von einigen dieser Planeten hoffen die Astronomen, dass sie in der sogenannten habitablen Zone um ihre Sonne liegen. In diesem Bereich ist es so warm, dass Wasser in flüssiger Form auf der Oberfläche eines Planeten vorkommen kann.
Zur Suche hat Kepler ein Instrument an Bord, bei dem es sich um die größte Kamera handelt, die je ins All gebracht wurde. Mit ihr soll Kepler nach winzigen Schwankungen der Helligkeit von Sternen fahnden, die möglicherweise auf einen um die ferne Sonne umlaufenden Planeten zurückzuführen sind. Voraussetzung dafür ist, dass der ferne Planet auf seiner Bahn genau durch die Sichtlinie von der Erde zum Zentralstern des Planeten läuft. Dies ist zwar selten, kommt aber - wie verschiedene Funde in der Vergangenheit gezeigt haben - zuweilen vor. Diese sogenannte Transitmethode zum Aufspüren von Planeten ist derzeit der einzige Weg, auch Planeten von etwa Erdgröße um ferne Sonnen zu entdecken.
Der Staubschutz des Teleskops hatte eine ovale Form der Größe 1,7 mal 1,3 Meter und schützte das Photometer der Sonde vor Verschmutzungen während und nach dem Start. Es spielte zudem eine wichtige Rolle bei ersten Kalibrierungsarbeiten. Erste Messungen im absoluter Dunkelheit erlaubten es den Technikern das Grundrauschen der Instrumente zu messen, so dass dieses bei späteren Beobachtungen heraus korrigiert werden kann.
"Nun kann das Photometer die Sterne sehen und wird bald damit beginnen, nach Planeten zu suchen", sagte William Borucki, verantwortlicher Wissenschaftler für die Kepler-Mission am Ames Research Center der NASA. "Wir haben das Hintergrundrauschen gründlich gemessen, so dass wir mit dem Photometer winzige Schwankungen im Licht der Sterne entdecken können, die von Planeten verursacht werden." Die Wissenschaftler werden nun die Kalibrierungsarbeiten noch für einige Wochen fortsetzen und dann mit der wissenschaftlichen Mission beginnen.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/04/0904-011.shtml
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