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GOCE
Schwerefeld der Erde im Blick
Am kommenden Montag soll es endlich soweit sein: Die europäische Weltraumagentur ESA startet mit GOCE den ersten Satelliten im Rahmen ihres Earth Explorer-Programms. Mit GOCE soll das Schwerefeld der Erde mit bislang unerreichter Präzision vermessen werden. Die Forscher erhoffen sich davon neue Erkenntnisse über das Erdinnere und die Strömungen der Ozeane.
![]() GOCE soll detaillierte Daten über das Schwerefeld der Erde liefern. |
Die ESA plant in der kommenden Woche den Start eines neuen Erdbeobachtungssatelliten, mit dem das Schwerefelds der Erde mit bisher unerreichter Auflösung und Genauigkeit gemessen werden soll. Die Daten werden einen entscheidenden Beitrag zu präzisen Messungen der Ozeanzirkulation und von Veränderungen des Meeresspiegels leisten, die beide vom Klimawandel betroffen sind. Sie werden außerdem ein besseres Verständnis von Vorgängen im Erdinneren ermöglichen, die für Vulkanausbrüche und Erdbeben verantwortlich sind.
Eine russische Rockot-Trägerrakete wird den Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer (GOCE, Satelliten zur Bestimmung des Schwerefelds und der stationären Ozeanzirkulation) am Montag, den 16. März um 15.21 Uhr MEZ (entsprechend 17.21 Uhr Ortszeit) vom rund 800 Kilometer nördlich von Moskau gelegenen Kosmodrom Plessezk aus in eine niedrige Erdumlaufbahn befördern. Der Träger wird von Eurockot Launch Services betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen zwischen EADS Astrium und dem russischen Raumfahrtzentrum Chrunitschew.
Der ESA-Satellit, der eine Tonne auf die Waage bringt, führt ein Präzisions-Gradiometer zur Messung der Veränderungen des Schwerefelds entlang aller drei Achsen mit. Die erfassten Daten werden zur Erstellung einer Karte des Geoids, der Bezugsfläche der Erde, und von Anomalien des Schwerefelds in hoher Auflösung beitragen. Eine solche Karte wird nicht nur unser Verständnis der inneren Strukturen der Erde erheblich erweitern, sondern auch weit genauere Bezugsdaten für Ozean- und Klimastudien und die Erforschung der Ozeanzirkulation liefern.
Zu den praktischen Anwendungen dieser Mission gehören außerdem die Bereitstellung von Bezugsdaten über den Meeresspiegel sowie für das Bauwesen und die Städteplanung. Um diese Mission zu ermöglichen, musste die ESA mit einem Konsortium von 45 europäischen Unternehmen unter der Federführung von Thales Alenia Space und Wissenschaftlern gewaltige technische Herausforderungen meistern, nämlich einen Satelliten zu entwerfen, der seine Kreise so erdnah zieht, dass er hochgenaue Daten des Schwerefelds sammeln kann, gleichzeitig jedoch auch in der Lage ist, die durch die Restatmosphäre in seiner Umlaufbahn in nur 260 Kilometern Höhe verursachten Störungen herauszufiltern.
Das Ergebnis ist ein schlankes, pfeilspitzenförmiges aerodynamisches Design von 5 Metern Länge, ausgerüstet mit Niedrigleistungs-Ionentriebwerken, mit denen der atmosphärische Widerstand ausgeglichen werden kann. GOCE ist der erste einer Reihe von Erdforschungssatelliten, die in den kommenden Monaten und Jahren starten sollen. Die Erdforschungsmissionen wurden von der ESA in die Wege geleitet, um die Erkundung der Atmosphäre, der Biosphäre, der Hydrosphäre, der Kryosphäre und des Inneren unseres Planeten zu fördern.
Der Start von GOCE war ursprünglich schon für den Spätsommer des vergangenen Jahres vorgesehen. Für 2009 sind die Starts von zwei weiteren Erdforschungsmissionen geplant: SMOS (im Sommer) zur Untersuchung der Bodenfeuchtigkeit und des Salzgehalts der Ozeane und Cryosat 2 (im Spätherbst) zur Messung der Dicke der Eisschichten. Außerdem befinden sich folgende Missionen in der Entwicklung: Swarm zur Erforschung der Entwicklung des Magnetfelds (Start für 2010 geplant), ADM-Aeolus zur Erforschung der Dynamik der Atmosphäre (2011) und EarthCARE zur Untersuchung der Strahlungsbilanz der Erde (2013). Über eine weitere dieser Earth Explorer-Missionen wird derzeit noch entschieden (astronews.com berichtete).
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/03/0903-013.shtml
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