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ORBITING CARBON OBSERVATORY
NASA-Satellit stürzte ins Meer
von Stefan Deiters
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24. Februar 2009

Der heutige Start des Orbiting Carbon Observatory (OCO) der NASA mit einer Taurus XL-Rakete ist fehlgeschlagen. Der Satellit stürzte in der Nähe der Antarktis ins Meer. Flugverfolgungsdaten deuten darauf hin, dass sich eine Verkleidung, die den Satelliten während der Startphase schützen soll, während des Flugs nicht ordnungsgemäß abgetrennt hatte. Dadurch konnte der Satellit seinen Zielorbit nicht erreichen.

OCO

So war es geplant: Das Orbiting Carbon Observatory im All. Bild: NASA / JPL

Zunächst schien alles nach Plan zu verlaufen: Das 273 Millionen US-Dollar teure Orbiting Carbon Observatory der NASA startete am Morgen an Bord einer kommerziellen Taurus XL-Rakete vom kalifornischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg aus ins All. Doch kurz nach Zündung der zweiten Raketenstufe änderte sich das Bild: Irgendwas stimmte mit den Flugdaten nicht. Zuerst dachte man noch an einen Instrumentenfehler, doch dann wurde schnell klar, was offensichtlich passiert war. Die Verkleidung, die den Satelliten während der ersten Startphase schützen soll und kurz nach dem Zünden der zweiten Raketenstufe abgetrennt wird, schien sich nicht von der Rakete gelöst zu haben.

So nahm das Schicksal seinen Lauf: Zwar zündeten die dritte und vierte Raketenstufe wie vorgesehen, doch verhinderte das noch vorhandene Gewicht der Schutzabdeckung, dass die Rakete ausreichend beschleunigte. Das Orbiting Carbon Observatory erreichte den vorgesehenen Orbit nicht und stürzte ins Meer.

Für die NASA ist der Verlust des Satelliten ein schwerer Schlag: Mit OCO sollte der Kohlendioxidgehalt der Erdatmosphäre aus dem All gemessen werden. Mindestens zwei Jahre lang wollte man alle 16 Tage eine komplette Kohlendioxidkarte der Erde erstellen und dadurch erstmals detaillierte Daten über regionale und saisonale Unterschiede des  Kohlendioxidgehalts gewinnen. Die Informationen wären zum besseren Verständnis des Kohlendioxid-Kreislaufs sehr hilfreich gewesen und sollten auch helfen, Vorhersagen über den Klimawandel präziser zu machen.

Wäre der Start erfolgreich gewesen, hätte OCO die Erde in einer Höhe von 705 Kilometern umrunden sollen. Der Satellit hätte dabei 98,8 Minuten für einen Orbit gebraucht und sich damit in die Flotte anderer NASA-Erdbeobachtungssatelliten eingereiht, die entweder schon aktiv sind oder noch gestartet werden sollen. Dazu gehört beispielsweise auch der Umweltsatellit Glory, dessen Start - auch mit einer Taurus XL-Rakete - noch für dieses Jahr vorgesehen ist.

Ob der jetzige Vorfall an den NASA-Plänen etwas ändert, wird die Fehleranalyse in den kommenden Tagen und Wochen ergeben müssen. Es war das erste Mal, dass die NASA eine Taurus XL zum Start eines ihrer Satelliten benutzte. Die Weltraumbehörde hatte zuvor diesen Raketentyp der Orbital Sciences Corp. untersucht und als zuverlässig bewertet. Diese Einschätzung dürfte jetzt wohl in Frage stehen: Bislang wurden acht Taurus XL-Raketen gestartet - bei zwei Starts ging etwas schief.

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siehe auch
Startrampe - die Raketenstarts im Februar 2009
Links im WWW
Orbiting Carbon Observatory, Seite der NASA
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