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EXTRASOLARE PLANETEN
Licht ferner Welten von der Erde aus beobachtet
Astronomen ist es erstmals gelungen, das Licht zweier Exoplaneten von der Erde aus zu beobachten und die Temperatur ihrer Atmosphären zu bestimmen. Bislang waren entsprechende Untersuchungen nur mit Weltraumteleskopen gemacht worden. Über die Beobachtungen berichten gleich zwei Forscherteams in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics.
![]() So stellt sich ein Künstler den Stern OGLE-TR 56 und seinen Planeten vor. |
Die Entdeckung eines sogenannten Transitplanetens ist reine Glücksachse: Damit man nämlich eine solche extrasolare Welt aufspüren kann, muss sie - von der Erde aus gesehen - gerade vor ihrem Zentralstern vorüberlaufen und so das Licht der fernen Sonne für einige Zeit geringfügig verdunkeln. Inzwischen wurden trotzdem über 50 dieser Transitplaneten aufgespürt.
Noch schwieriger als die Entdeckung dieser Exoplaneten ist die Messung des Lichts, das uns von diesen fernen Welten erreicht. Im Vergleich zu ihrer Sonne senden die Planeten nämlich kaum Licht aus. Am ehestens sind sie noch im Infraroten zu beobachten, vor allem dann, wenn sie ihre Sonne in großer Nähe umrunden und ihre Atmosphären deswegen ausgesprochen heiß sind. Solche Planeten nennen die Astronomen "heiße Jupiter", sofern es sich - wie bislang meist - um Gasriesen handelt. Die Entdeckung der Wärmestrahlung dieser fernen Welten gelang bislang allerdings nur vom Weltraum aus (astronews.com berichtete).
In der europäischen Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics berichten jetzt zwei Teams unabhängig voneinander von den ersten Beobachtungen des Lichts zweier Transitplaneten von der Erde aus. Das Team um Ernst de Mooij und Ignas Snellen von der Universität im niederländischen Leiden visierte mit dem 4,2 Meter-William Herschel-Teleskop auf der Kanareninsel La Palma den Stern TReS-3 und seinen Planeten TReS-3b an. Dabei beobachteten sie das System genau in dem Moment, als TReS-3b hinter seiner Sonne verschwand. Ihre Beobachtungen im Infraroten - hier ist der Helligkeitsunterschied zwischen Planet und Stern am geringsten - ermöglichte den Forschern auch eine Schätzung der Temperatur auf der Tagseite des Planeten: Sie liegt bei über 1.700 Grad Celsius. Die Bezeichnung "heißer Jupiter" ist also in jedem Fall gerechtfertigt.
Auch ein zweites Astronomenteam war erfolgreich: David Sing vom Institut d'Astrophysique de Paris und Mercedes Lopez-Morales von der Carnegie Institution of Washington beobachteten zusammen mit Kollegen den Planeten OGLE-TR-56b. Dessen Mutterstern ist ausgesprochen heiß und wird von dem Planeten auf einer sehr engen Bahn umrundet. Den Astronomen gelang es mit Hilfe des Very Large Telescopes und des 6,5-Meter Magellan-Teleskops in Chile zu verfolgen, wie sich das Licht von dem fernen System verändert, wenn der Planet hinter seiner Sonne verschwindet.
Das Team konnte dies sogar im sichtbaren Bereich des Lichts verfolgen, da der ferne Planet von seiner Sonne so sehr aufgeheizt wird, dass er auch eine beobachtbare Menge an Licht im Optischen aussendet. Auch Sing und seine Kollegen bestimmten die Atmosphärentemperatur des Planeten. Bei OGLE-TR-56b liegt sie bei rekordverdächtigen 2.425 Grad Celsius. Die Temperatur deutet nach Ansicht der Astronomen darauf hin, dass es in der Atmosphäre des Planeten nicht gelingt, Wärme durch Winde von der Tag- auf die Nachtseite zu verteilen.
Die neuen Resultate sind für die Astronomen deswegen von Bedeutung, weil sie eine direkte Messung der Temperatur dieser fernen Welten erlauben. Sie zeigen zudem, dass man auch von der Erde aus einiges über extrasolare Planeten lernen kann und man somit nicht allein auf Weltraumteleskope setzen muss.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2009/01/0901-022.shtml
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