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Ozeanographische Mission hat begonnen
Redaktion /
Pressemitteilung von EUMETSAT astronews.com
18. Dezember 2008
Die Höhe des Meeresspiegels ist ein wichtiger Indikator für
den Klimawandel auf der Erde. Er steigt derzeit etwa doppelt so stark wie in der
Vergangenheit. Mit dem im Sommer gestarteten Meeresbeobachtungs-Satelliten
Jason-2 soll diese Entwicklung verfolgt werden. Die Daten gehen dann in
Klimamodelle und Wetterprognosen ein. Jetzt hat Jason-2 mit der
regelmäßigen Datenlieferung an die Nutzer begonnen.

Der Jason-2-Satellit.
Bild: NASA / JPL-Caltech |
"Damit hat die ozeanographische Mission von Jason-2 begonnen", sagt
Dr. Lars Prahm, Director-General von EUMETSAT. Ab sofort sind Jason-2-Produkte
verfügbar und werden in Nahezu-Echtzeit (nur mit etwa drei Stunden Verzögerung)
an die Nutzer aus der operationellen Meteorologie abgegeben. Der Zugang zu den
Daten wird für Klimazwecke im späteren Verlauf des Jahres 2009 auch offline
möglich sein.
Im Rahmen des OSTM-Programms zur Erforschung der Topographie von
Meeresoberflächen (Ocean Surface Topography Mission) wird Jason-2
drei globale Datenprodukte erzeugen und den Nutzern zur Verfügung stellen: Das
Operationelle Geophysikalische Datenprodukt (OGDR) wird in Nahezu-Echtzeit
verbreitet, während das Interims Geophysikalische Datenprodukt (IGDR) sowie das
Geophysikalische Datenprodukt (GDR) offline, also einige Tage bzw. einige Wochen
später, zur Verfügung stehen. Die Produkte erfassen alle dieselben zentralen
Ozeanparameter und verwenden ein einheitliches Grundformat. Der Unterschied
zwischen ihnen besteht in den zusätzlich eingebundenen Hilfsdaten und dem Grad
der Genauigkeit, der über die Zeit weiter zunimmt.
Im Rahmen des OSTM-Programms wird Jason-2 maßgeblich zur Überwachung
des Klimawandels und zur Beobachtung von Meereszirkulation und Wetter beitragen.
Jason-2 sichert die dringend erforderliche Datenkontinuität, die
unabdingbar ist für die Messungen zur Entwicklung des Meeresspiegels, einem der
Hauptindikatoren für den Klimawandel. Gleichermaßen wichtig ist Jason-2
für die Meteorologie und Ozeanographie hinsichtlich der Erstellung von Langzeit-
und Jahreszeitenvorhersagen.
Bei EUMETSAT in Darmstadt werden operationelle Daten weiterverarbeitet, und
zwar die in der Bodenstation Usingen eingehenden Daten. Ebenso erfolgt auch hier
eine Weiterleitung der verarbeiteten Daten an die Nutzer sowie die Archivierung
und der Vertrieb von operationellen Produkten. Verbreitet werden die Daten und
Produkte in Nahezu-Echtzeit über das EUMETCast-Datenverteilsystem für
Umweltdaten von EUMETSAT und über das neue EUMETSAT-Webportal. Gesteuert wird
Usingen per Fernzugriff durch das Kontrollzentrum der NOAA in Suitland.
Seit Übergabe des Satelliten durch das französische
Raumfahrtforschungszentrum Centre National d'Etudes Spatiales (CNES) im
Oktober liegt der Routinebetrieb von Jason-2 in der Verantwortung der
US-amerikanischen Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric
Administration (NOAA). Von dort wird auch die Verarbeitung der eingehenden
operationellen Daten in den Bodenstationen und die Übergabe an die Nutzer
gesteuert. Ebenso ist die NOAA für die Archivierung und den Vertrieb aller
wissenschaftlichen Produkte zuständig. CNES übernimmt die Verarbeitung,
Validierung und Verteilung von Offline-Datensätzen sowie die Funktion einer
Schnittstelle zu den Nutzern.
Jason-2 ist ein gemeinsames Produkt und wird entsprechend gemeinsam
genutzt: in Europa von CNES und EUMETSAT und in den USA sowohl von der NASA als
auch der NOAA. "Die über 20-Jahre währende gemeinsame Entwicklung einer
effizienten Technik zur Messung des Meeresspiegels aus dem All durch die NASA
und das CNES ist ein riesiger Erfolg für beide Organisationen und die
internationale Gemeinschaft der Wissenschaftler", sagt Lee-Lueng Fu,
OSTM/Jason-2-Projektwissenschaftler beim Jet Propulsion Laboratory
der NASA im kalifornischen Pasadena. "Mit der erfolgreichen Überleitung dieses
bedeutenden Projekts an unsere Partner NOAA und EUMETSAT wurde für die
Langzeitüberwachung dieses lebenswichtigen Barometers durch den Menschen ein
neues Zeitalter eingeläutet."
"Der Meeresspiegel steigt um 3,2 mm pro Jahr, das ist fast doppelt so viel
wie in den 100 Jahren davor," sagt Laury Miller, Leiter des Laboratory for
Satellite Altimetry der NOAA. "Wenn dies in den kommenden Jahrzehnten so
bleibt, wird dies immense Folgen für die Küstenregionen haben, etwa Erosion und
Überflutungen. Wir benötigen die Daten von Jason-2 um beobachten zu
können, was genau passiert."
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