|
CHANDRAYAAN-1
Indische Sonde auf dem Weg zum Mond
Nach insgesamt fünf Manövern, mit denen der Orbit der indischen Mondsonde Chandrayaan-1 in den vergangenen Tagen immer weiter erhöht wurde, befindet sich die Sonde seit gestern auf einer Bahn, die sie zum Mond führen wird. Am Wochenende soll Chandrayaan-1 dann in eine Mondumlaufbahn einschwenken. Erste Bilder hat die Sonde auch schon gemacht.
![]() Blick von Chandrayaan-1 auf die Erde. |
Nach dem Start der Sonde am 22. Oktober befand sich Chandrayaan-1, die erste indische Mondsonde, zunächst in einer elliptischen Umlaufbahn, die sie alle sieben Stunden einmal die Erde umkreisen lies. Dabei lag die Entfernung zur Erde zwischen 255 und 22.860 Kilometern. Fünf Mal feuerte seitdem Chandrayaan-1 die Triebwerke an Bord, wodurch die Bahn immer langgezogener wurde. So erreichte die Sonde schließlich einen Transferorbit zum Mond. Bei diesem Orbit beträgt die größte Entfernung von der Erde rund 380.000 Kilometer.
Die Sonde, so die Europäische Weltraumagentur ESA, funktioniert einwandfrei und wird vom Spacecraft Control Center der indischen Raumfahrtorganisation ISRO überwacht. Die Terrain Mapping Camera (TMC) wurde am 29. Oktober erstmals getestet und hat dabei erste Aufnahmen der Erde geliefert.
Am 8. November wird Chandrayaan-1 den Mond erreichen und durch ein erneutes Zünden der Triebwerke in eine Umlaufbahn um den Mond einschwenken. Die Sonde wird auf diese Weise abgebremst und kann damit von der Anziehungskraft des Erdtrabanten eingefangen werden. Mit einer Reihe von weiteren Manövern soll dann die Umlaufbahn der Sonde nach uns nach auf den gewünschten kreisförmigen, 100 Kilometer hohen Orbit über der Mondoberfläche angepasst werden.
Chandrayaan-1 soll den Mond zwei Jahre lang umrunden und dabei den Erdtrabanten besonders gründlich untersuchen. Mit an Bord sind verschiedene Experimente von europäischen und amerikanischen Wissenschaftler, zum Beispiel auch ein Infrarot-Spektrometer des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung. Dieses soll zusammen mit fünf weiteren Instrumenten erkunden, welche Mineralien und Gesteinsarten sich wo auf dem Mond befinden. Die Forscher hoffen auf diese Weise die erste hochaufgelöste, mineralogische Karte des gesamten Mondes erstellen zu können.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2008/11/0811-006.shtml
Links zu Artikeln zum Thema auf astronews.com oder zu Seiten von anderen Webangeboten finden Sie - falls verfügbar - in der Online-Version unter der oben angegebenen Adresse.
|
© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2010 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung. |