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MESSENGER
95 Prozent des Merkur sind fotografiert
Die NASA-Sonde Messenger hat bei ihrem zweiten Vorüberflug am Merkur Anfang Oktober zahlreiche neue Bilder von bislang unbekannten Regionen des sonnennächsten Planeten gemacht. Damit sind nun mehr als 95 Prozent des Merkur fotografiert. Zugleich machte die Sonde Messungen über Oberfläche, Atmosphäre und Magnetfeld des Planeten.
![]() Die Karte fasst die von Mariner 10 und Messenger bislang fotografierten Bereiche des Merkur zusammen. |
Die Sonde Messenger flog - wie berichtet - am 6. Oktober 2008 bei eine Vorbeischwung-Manöver am Merkur vorüber. So gelangte die Sonde auf einen Kurs, der es ihr schließlich erlauben wird, 2011 in einen Orbit um den sonnennächsten Planeten einzuschwenken. "Die Gebiete auf der Merkur-Oberfläche, die wir jetzt erstmals aus der Nähe gesehen haben, sind größer als die Fläche Südamerikas", vergleicht Sean Solomon, der verantwortliche Wissenschaftler, der am Department of Terrestrial Magnetism der Carnegie Institution of Washington arbeitet. "Wenn wir diese Daten mit den Bildern des ersten Vorüberflugs und denen von Mariner 10 kombinieren, bedeutet das, dass wir rund 95 Prozent des Planeten gesehen haben."
Doch Messenger machte während des Vorüberflugs nicht nur 1.200 Bilder der Oberfläche. Auch andere Instrumente waren auf den Planeten gerichtet. So wurde mit einem Laser-Altimeter die Topographie des Planeten erfasst und zudem die Magnetosphäre des Planeten vermessen, also jener Bereich um Merkur, der von dessen Magnetfeld beeinflusst wird.
"Der erste Vorüberflug von Messenger und die von Mariner 10 haben nur Daten von der östlichen Hemisphäre des Merkur geliefert", erläutert Brian Anderson vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University. "Der jüngste Vorüberflug erlaubte uns erste Messungen der westlichen Hemisphäre und so konnten wir erkennen, dass das Magnetfeld des Planeten äußerst symmetrisch ist."
Durch die Daten des Laser-Altimeters, können nun erstmals hochaufgelöste topographische Daten mit hochaufgelösten Bildern in Verbindung gebracht werden. "Wir haben Daten aus Regionen gewinnen können, die zuvor von Mariner 10 oder von Messenger fotografiert worden sind", so Maria Zuber vom Massachusetts Institute of Technology. "Zudem haben wir diesmal Bilder von Bereichen gemacht, die wir im Januar mit dem Altimeter untersucht haben. Dadurch ist es für uns nun viel leichter die Geologie der Planetenoberfläche zu interpretieren."
Aktiv war auch das Spektrometer von Messenger, mit dem die dünne Atmosphäre des Planeten untersucht wurde. Die Forscher stellten so beispielsweise Unterschiede in der Verteilung von Natrium, Kalzium und Magnesium fest. Auch auf der Oberfläche des Planeten enthüllten Aufnahmen erstmals deutliche geologische Unterschiede. "Jetzt da die Messenger-Kameras mehr als 80 Prozent des Merkur fotografiert haben, wird deutlich, dass die Oberfläche des Merkur - anders als bei Mond oder Mars - gleichmäßig sehr alt und von vielen Kratern übersät ist. Es gibt aber auch weite, jüngere vulkanische Ebenen, die in und zwischen den riesigen Einschlagbecken liegen", so Mark Robinson von der Arizona State University.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2008/10/0810-044.shtml
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