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KUIPER-GÜRTEL
Weniger Objekte als gedacht?
Zwei Jahre lang haben amerikanische und taiwanesische Astronomen systematisch den Himmel nach Kuiper-Gürtel-Objekten abgesucht, die einen Durchmesser zwischen drei und 18 Kilometern haben. Jetzt legten die Forscher erste Ergebnisse vor: Im Kuiper-Gürtel jenseits der Neptunbahn gibt es danach weniger Objekte dieser Größe als manche Theorien vorhersagen.
![]() Im Kuiper-Gürtel jenseits der Neptunbahn könnte es weniger Objekte geben als gedacht. |
Der sogenannte Kuiper-Gürtel ist ein Bereich jenseits der Neptunbahn, in dem sich zahlreiche Brocken der verschiedensten Größen finden lassen. Bei den Objekten des Kuiper-Gürtels handelt es sich um Überreste aus der Entstehung des Sonnensystems, deren Existenz zunächst rein theoretisch vorhergesagt worden war. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde das erste Kuiper-Gürtel-Objekt entdeckt.
Und dann ging es Schlag auf Schlag: Der Fund immer weiterer und auch größerer Objekte in dieser Region führte letztlich dazu, dass Pluto vor rund zwei Jahren seinen Planetenstatus verlor. Schon lange zuvor waren sich Astronomen im Grunde genommen darüber einig gewesen, dass Pluto eigentlich nur ein besonders großes Objekt des Kuiper-Gürtel ist. Pluto gilt inzwischen als Zwergplanet, genau wie Eris, Makemake oder Haumea, die sich auch in dieser Region befinden.
Doch wie viele Objekte gibt es dort tatsächlich? Genauere Angaben über Anzahl und Größe von Kuiper-Gürtel-Objekten würden den Astronomen einiges über die Entstehungsgeschichte der Region und auch des Sonnensystems verraten. Auch im Kuiper-Gürtel sollte es nämlich immer wieder zu Kollisionen kommen, Objekte dabei zerstört werden oder aber sich zu noch größeren Objekten zusammenballen - all dies entscheidende Vorgänge bei der Entstehung von Objekten im Sonnensystem.
Dass es einige wenige große Objekte im Kuiper-Gürtel gibt, ist spätestens seit der Diskussion um Pluto jedermann bekannt. Doch wie viele kleinere Objekte sind in jener Region zu finden? Werden es mit abnehmender Größe immer mehr? Diese Frage will ein taiwanesisch-amerikanisches Forscherteam mit dem Taiwanese-American Occultion Survey (TAOS) beantworten, bei dem die Astronomen jetzt gezielt nach Objekten mit einem Durchmesser zwischen drei und 28 Kilometern gesucht haben.
Da man diese winzigen Brocken nicht direkt sehen kann, fahndeten die Astronomen nach Sternen, die kurz aufflackern, wenn ein Kuiper-Gürtel-Objekt von der Erde aus gesehen vor ihnen entlangwandert. Über 200 Beobachtungsstunden an Datenmaterial wurde inzwischen ausgewertet, doch entdeckt haben die Forscher keinen einzigen aus dem gesuchten Grund flackernden Stern.
Dieses "Null-Ergebnis" ist allerdings weit weniger enttäuschend als es auf den ersten Blick erscheinen mag: Es liefert nach Angaben der Forscher nämlich ein sehr deutliche obere Grenze für die Anzahldichte der Kuiper-Gürtel-Objekte in diesem Größenbereich. Danach gibt es deutlich weniger Objekte in jener Region als dies einige Theorien vorhersagen. Eventuell haben sich also kleinere Objekte schon zu größeren Brocken zusammengefunden oder aber wurden durch wiederholte Kollisionen in so kleine Einzelteile zerlegt, dass sie mit dem Survey nicht mehr aufgespürt werden konnten.
Die Forscher stellten ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal Letters vor.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2008/10/0810-007.shtml
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