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EXTRASOLARE PLANETEN
Erneut ein Exoplanet fotografiert?
Erst vor einer Woche sorgte ein Foto für Schlagzeilen, das eventuell einen extrasolaren Planeten um einen sonnenähnlichen Stern zeigt. Ein Forscherteam um Astronomen der Universität in Jena hat nun nachgezogen, und ein Bild präsentiert, auf dem ein Objekt zu sehen ist, das um den 550 Lichtjahre entfernten Stern CT Cha kreist. Unklar ist noch, ob es ein Brauner Zwerg oder tatsächlich ein Planet ist.
![]() Der Stern CT Cha mit seinem vermuteten planetaren Begleiter. |
Die Entstehung der Erde - bis jetzt können Astronomen darüber nur mutmaßen. "Die Planeten in unserem Sonnensystem sind einige Milliarden Jahre alt, da sind Rückschlüsse auf die Entstehung schwierig", erläutert Ralph Neuhäuser, Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Um trotzdem Licht ins Dunkel zu bringen, suchen er und seine Mitarbeiter vom Astrophysikalischen Institut und der Universitäts-Sternwarte den nahen Weltraum nach jungen Sternen ab.
"Genau genommen suchen wir nach ihren Begleitern", sagt Neuhäuser. "Wenn wir so einen finden und es ein Planet ist, können wir mehr über deren Entstehung erfahren." Wichtige Erkenntnisse erhoffen sich die Jenaer Wissenschaftler jetzt von ihrer neuesten Entdeckung: "Es ist uns gelungen, den Begleiter eines Sterns zu fotografieren, der von seiner Masse her durchaus ein Planet sein könnte", erklärt Mitarbeiter Tobias Schmidt. Die Ergebnisse des internationalen Teams werden jetzt in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.
Mit mehreren Aufnahmen konnten die Wissenschaftler bestätigen, dass sich die beiden Objekte gemeinsam am Himmel bewegen und damit zusammengehören. "Der Mutterstern CT Cha im Sternbild Chamäleon ist mit ein paar Millionen Jahren noch sehr jung", erklärt der Jenaer Physiker. Mit dem bloßen Auge ist der von der Erde etwa 550 Lichtjahre entfernte Stern jedoch nicht sichtbar. Die Bilder des Sterns hat Tobias Schmidt am Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile aufgenommen.
"Exoplaneten, also Planeten, die außerhalb unseres Sonnensystems liegen, sind leuchtschwache Objekte und werden meist von ihrem Stern überstrahlt", erläutert Neuhäuser. Deshalb sei eine direkte Beobachtung bisher sehr schwierig gewesen. Die seit einigen Jahren verfügbare neue Technik der sogenannten adaptiven Optik an einem der riesigen Spiegelteleskope des VLT, deren vier Hauptspiegel einen Durchmesser von über acht Metern haben, ermögliche mittlerweile jedoch ausreichend scharfe Bilder.
Genauso wichtig ist aber auch die Auswahl der zu beobachtenden Sterne; Neuhäuser beschäftigt sich damit seit 1993. Neben dem Begleiter von CT Cha wurden bis jetzt nur zwei ähnliche Objekte direkt aufgenommen, bei denen es sich um Planeten handeln könnte, die um Sterne kreisen. 2005 entdeckte Neuhäuser auch den ersten Kandidaten GQ Lupi b. Damals wie heute ist noch nicht genau geklärt, ob es sich tatsächlich um einen Planeten oder etwa um einen Braunen Zwerg handelt, also einen Stern, der über nicht genügend Masse verfügt, um sein nukleares Feuer zu zünden.
"Ein Problem ist, dass es bisher keinen Konsens über das obere Massenlimit eines Planeten gibt", erklärt Neuhäuser. Die Vorschläge schwanken zwischen 13 und 30 Jupitermassen, eine Jupitermasse entspricht etwa der 318-fachen Masse der Erde. "Unter 13 Jupitermassen findet keine Kernfusion statt, was für Planeten sprechen würde. Jedoch wurden im Bereich bis 30 Jupitermassen kaum Braune Zwerge gefunden, was bedeuten könnte, dass Objekte unterhalb dieser Massegrenze planetar entstehen". Für den neu entdeckten Begleiter haben die Wissenschaftler eine Masse zwischen 11 und 23 Jupitermassen errechnet. Die Jenaer Astrophysiker halten es für durchaus möglich, dass es sich um einen Planeten handelt. Deshalb hat man ihm die Bezeichnung CT Cha b gegeben, in der das kleine b den Status als Planetenkandidat anzeigt.
Das elektromagnetische Spektrum von CT Cha b haben die Wissenschaftler bereits bestimmt. Damit wollen sie unter anderem herausfinden, wie sich die umgebende Atmosphäre chemisch zusammensetzt und welche Temperatur dort herrscht. "Wir wissen, dass ständig neues Material auf CT Cha b auftrifft - es also noch wächst", so Neuhäuser. Wenn sich bestätigt, dass es sich dabei um einen Planeten handelt, könnten die Jenaer Wissenschaftler hier verfolgen, wie sich ein Planet entwickelt und damit ein Sonnensystem entsteht.
URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2008/09/0809-036.shtml
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