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IAU
Fünfter Zwergplanet heißt Haumea
von Stefan Deiters
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18. September 2008

Seit gestern ist es offiziell: Das Trans-Neptun-Objekt 2003 EL61 ist der fünfte Zwergplanet des Sonnensystems und wird zukünftig den Namen Haumea tragen. Das Objekt hat eine äußerst merkwürdige Form, die ein wenig an einen amerikanischen Fußball erinnert. Die beiden Monde von Haumea erhielten die Namen Hi'iaki und Namaka.

Kuiper-Gürtel-Objekt

Trans-Neptun-Objekte liegen in den äußeren, eisigen Regionen  des Sonnensystems. Bild: NASA / JPL-Caltech / T. Pyle (SSC)

Die Entscheidung, die die Internationale Astronomische Union (IAU) gestern verkündete, war zuvor im IAU-Komitee für die Benennung kleiner Himmelskörper und in der Arbeitsgruppe für die Namensgebung im Planetensystem diskutiert worden. Mit dem Beschluss gibt es nun offiziell fünf Zwergplaneten: Ceres, Pluto, Haumea, Eris und Makemake.

Die Entdeckung von Haumea war Mitte 2005 bekannt gegeben worden. Das Objekt hatte damals den provisorischen Namen 2003 EL61 erhalten. Offenbar handelt es sich bei Haumea um ein äußerst eigentümliches Objekt: Es hat in etwa den gleichen Durchmesser wie Pluto, ist aber deutlich "dünner", so dass es einem amerikanischen Fußball ähnelt (astronews.com berichtete). Es dreht sich zudem äußerst schnell um die eigene Achse, wodurch es nach Ansicht einiger Forscher auch sein eigentümliches Aussehen erhalten hat.

Haumea gehört zu den sogenannten Trans-Neptun-Objekten, die jenseits der Neptunbahn um die Sonne kreisen. Zur Zeit ist der neue Zwergplanet etwa 50-mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Er hat aber eine äußerst elliptische, also unkreisförmige Bahn, so dass er sich der Sonne auch bis auf die 35-fache Erd-Sonnen-Entfernung nähern kann.

Haumea ist der Name der Göttin der Fruchtbarkeit und Kindergeburt in der Hawaiianischen Mythologie. Die Göttin repräsentiert gleichzeitig das Element Stein, was deswegen passend ist, weil Haumea - im Gegensatz zu anderen Zwergplaneten - offenbar hauptsächlich aus Gestein besteht und mit einer reinen Eisschicht überzogen ist.

In der Mythologie entspringen die Kinder von Haumea aus verschiedenen Teilen ihres Körpers. Auch bei dem jetzt benannten Zwergplaneten gibt es dafür ein passendes Äquivalent: Forscher glauben nämlich, dass die beiden Monde von Haumea durch Einschläge in der Vergangenheit entstanden sind.

Die Monde wurden 2005 entdeckt und haben auch offizielle Namen erhalten: Der größte Mond Haumeas heißt künftig Hi'iaki, nach einer Göttin, die in der Mythologie aus dem Mund Haumeas geboren wurde. Sie ist die Schutzpatronin der Insel Hawai'i. Der zweite Mond wird Namaka heißen, nach einem Wassergeist, der aus dem Körper Haumeas geboren wurde.

URL des Artikels: http://www.astronews.com/news/artikel/2008/09/0809-027.shtml

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