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ROSETTA Die Kometensonde Rosetta hat in der vergangenen Woche erfolgreich eine erste Kurskorrektur für ihren für Anfang September vorgesehenen Vorüberflug am Asteroiden (2867) Steins durchgeführt. Dabei verwendete Rosetta Bahndaten des Asteroiden, die mit Hilfe der optischen Kameras an Bord der Sonde gewonnen wurden. Für die ESA eine Premiere.
Die erste größere Kurskorrektur im Vorfeld des Vorüberflugs von Rosetta am Asteroiden Steins fand in einer Entfernung von weniger als 17 Millionen Kilometern vom Asteroiden statt. Die Treibwerke der Sonde wurde dafür für rund zwei Minuten gezündet und veränderten dadurch die Geschwindigkeit der Sonde in Bezug auf den Asteroiden um 12,8 Zentimeter pro Sekunde. Durch diese Änderung wurde die Entfernung, mit der Rosetta am 5. September an Steins vorüberfliegt um 250 Kilometer verändert. Der alte Kurs hätte Rosetta zu sehr in die Nähe des Asteroiden geführt. Die Sonde soll mindestens einen Abstand von 800 Kilometer zu Steins haben. Die Kameras an Bord von Rosetta hatten am 4. August damit begonnen, zwei Mal in der Woche den Asteroiden Steins anzuvisieren und haben inzwischen 52 Bilder des Asteroiden geliefert. Aus den Daten berechneten die Ingenieure am European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt die erforderliche Kurskorrektur. Die Beobachtung von Steins wird bis zum Rendezvous Anfang September noch verstärkt werden: Ab 25. August soll Steins täglich anvisiert werden. "Je näher wir Steins kommen, desto genauer werden wir auch Rosettas relative Position zum Asteroiden kennen", erläutert Trevor Morley, der am ESOC für die Flugbahn von Rosetta verantwortlich ist. "Dank der Kameras der Sonde erhalten wir immer genauere Messdaten, so dass wir die Bahn von Rosetta für einen optimalen Vorüberflug immer weiter anpassen können." Möglichkeiten für Kurskorrekturen bestehen noch am 28. August sowie am 2, 4 und 5. September. Die Ergebnisse der Beobachtungskampagne haben die Erwartungen der Wissenschaftler bei weitem übertroffen: "Beide Navigationskameras konnten den Asteroiden schon vom Beginn der Kampagne an beobachten, obwohl der Asteroid noch so weit entfernt war und wir dies gar nicht erwartet hatten", so Andrea Accomazzo, am ESOC verantwortlich für den Betrieb der Raumsonde. "Die Qualität der Aufnahmen der wissenschaftlichen Kamera OSIRIS war so gut, dass wir schon jetzt sehr genaue Bahnberechnungen durchführen konnten." Die optische Beobachtungskampagne von Rosetta ist für die ESA eine Premiere: "Es ist das erste Mal, dass optische Instrumente an Bord einer wissenschaftlichen Sonde für die Navigation verwendet wurden und nicht - wie bislang üblich - die Auswertung von Radiosignalen", so Morley. "Die Ergebnisse sind außergewöhnlich und wir werden das Verfahren sicherlich wieder anwenden, wenn es möglich ist." |
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